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Dehli Fair 2022

Die IFA ist so richtig back!

5. September 2022, 10:20

Nach der pandemiebedingten Zwangspause öffnete die IFA auf dem Messegelände in Berlin wieder ihre Tore und fühlte sich – anders als die „Lightversion“ im Jahr 2020 – wieder richtig nach IFA an. Mit rund 1.100 Ausstellern aus 46 Ländern konnte man quantitativ nicht an die IFA 2019 anknüpfen, aber die Hallenflächen waren so geschickt bestückt, dass ganze Abschnitte geschlossen werden konnten und Leerständen zumindest optisch unbemerkt blieben.
Dass einige Hersteller nicht zur Messe kamen, hatte unterschiedliche Gründe. Manch einer glaubte, nach den guten Geschäftsverläufen der vergangenen Jahre, eine Messe nicht mehr nötig zu haben. Andere sahen das internationale Geschäft wegen immer noch vorherrschender Pandemieeinschränkungen gefährdet und einige ärgerten sich über gestiegene Preise.
Für die Messen wird es auch in den kommenden Jahren nicht einfacher werden, die Hersteller zufrieden zu stellen. Einfach so weiterzumachen wie bisher ist sicherlich keine Option. Bei der IFA ist die Gemengelage sogar noch komplizierter, denn die Verträge zwischen dem Veranstalter der IFA gfu und der Messe Berlin laufen aus und die Fronten haben sich – wie anhand nicht abreißender Presseberichte zu entnehmen ist – verhärtet. Mit Spannung wurde daher die Eröffnungspressekonferenz der IFA erwartet. Auch wenn es immer noch keine Einigung zwischen der Veranstalterin der IFA, der gfu Consumer & Home Electronics GmbH und der Messe Berlin über die Verlängerung der Verträge und damit die Zukunft der IFA gibt, so hatte man offensichtlich verstanden, dass sich nun erst einmal alles um die aktuelle IFA drehen sollte. So saßen die Verantwortlichen der gfu und der Messe Berlin gemeinsam auf der Bühne und zeigten sich zuversichtlich, zumindest in diesem Jahr, das Kind gemeinsam schaukeln zu wollen. Wie die Zukunft aussehen wird, bleibt weiterhin ungewiss. Man würde den Verantwortlichen aber doch wünschen, dass sie im Anschluss an die IFA den Rosenkrieg in den eigenen vier Wänden austragen. Denn jede öffentliche Diskussion schadet am Ende nur der IFA. In diesem Sinne blieb die gfu Geschäftsführerin Dr. Sara Warneke in ihren Ausführungen ganz der Sache verhaftet und machte in ihrer Präsentation auf Englisch noch einmal deutlich, wie wichtig „the need to have experiences“ gerade in der Tec-World sei.
Dieses Bedürfnis spiegelte sich sowohl bei den Pressekonferenzen als auch bei den Publikumstagen wider. Endlich konnten Produkte wieder live erlebt und Gespräche in 3D geführt werden. Manch einem standen angesichts der Wiedersehensfreude die Freudentränen in den Augen.

Echt nachhaltig?!

Auch bei dieser IFA war, wie nicht anders zu erwarten, das vorherrschende Thema „Nachhaltigkeit“, was angesichts einer Konsumgütermesse natürlich immer nicht so ganz einfach zu bespielen ist. Ob es jetzt tatsächlich einem ökologischen Umdenken oder schlichtweg den immer noch gestörten Lieferketten und weltpolitischen Unsicherheiten geschuldet war: Die große Neuheitenschlacht war die IFA 2022 nicht. Und das ist auch gut so.
Viele Unternehmen haben sich ihren inneren Werten gewidmet und diese weiter perfektioniert. So strebt man im Bereich der Haushaltsgeräte nach immer höheren Energieeffizienzklassen, verbesserter Vernetzung, neuen oder recykelten Materialien und dem Aufbau einer Kreislaufwirtschaft.
Während einige Unternehmen halbherzig im grünen Fluss mitschwimmen, haben andere viel Geld, Zeit und Herzblut in Innovationen gesteckt.
Der überaus engagierte CEO der Arçelik-Gruppe, Hakan Bulgurlu, weist seit Jahren auf die Missstände dieser Erde hin und hat es sich – wie er während seiner Keynote auf der IFA eindrücklich betonte – zur Aufgabe gemacht, über die Innovationen der Marken Beko und Grundig der Menschheit ein Stück weit die Ökoangst zu nehmen. Ob Waschmaschinen mit Mikroplastikfiltern, die Weiterverwendung von Trocknerwasser im angeschlossenen Waschprozess, das Filtern und Wiederverwenden von Spülwasser bei Geschirrspülern, nachhaltige Verpackungsmaterialien oder Verwendung von Bauteilen aus recykelten Pet-Flaschen sowie Fischernetzen. Der Forschergeist bei der Arçelik-Gruppe ist groß.
Dem Fang von Mikroplastik hat sich auch der internationale Hausgerätehersteller Electrolux mit seiner Premiummarke AEG verschrieben. Eine neue Waschmaschinen- und Wäschetrocknerserie passt nicht nur Programmdauer, Wasser- und Energieverbrauch automatisch an, sondern filtert zudem bis zu 90 Prozent der Mikroplastikfasern auf.
Mit einer echten Sensation konnte auch Liebherr in Sachen Nachhaltigkeit punkten: BluRoX nutzt zur Isolierung anstatt der herkömmlichen Schaumelemente ein Vakuum in Verbindung mit fein gemahlenem Lavagestein, so genanntem Perlit. Ab Januar 2023 erweitert Liebherr seine Gefriergeräte um Modelle mit kreislauffähiger Vakuum-Perlit-Technologie zur besonders energieeffizienten Isolierung. Die innovative Technologie ermöglicht erstmals die Herstellung von Gefriergeräten mit der Energieeffizienzklasse „A“ und „B“. Neben einer hohen Energieeffizienz bewirkt der Einsatz der BluRoX-Technologie in Kühl- und Gefriergeräten ein größeres Innenraum-Volumen und effektiven Ressourcenschutz dank Kreislauffähigkeit.
Auch die BSH Gruppe setzt auf das Thema Nachhaltigkeit. Darüber hinaus hebt man das Thema Vernetzung bei Siemens auf ein neues Level. Mit einem grandiosen TV-Spot, der gemeinsam mit den Fantastischen 4 entstanden ist, macht Bosch auf der IFA von sich reden und hat bei dem Interview mit den vier Musikern vermutlich eine der größten Menschenaufläufe auf der Messe, die nur noch von dem Auftritt von Jan Böhmermann und Oliver Schulz mit ihrem Podcast „Fest & Flauschig“ im Sommergarten übertroffen wurde.

Spannende, neue Produkte

Natürlich gab es auch auf der IFA wieder neue, spektakuläre Produkte. So präsentierte das Familienunternehmen Graef, das durch die Qualität seiner Produkte schon per se für Nachhaltigkeit steht, mit der MYestro eine Küchenmaschine, die jeder Herausforderung gewachsen ist. Mit ihrem kraftvollen Motor, dem flüsterleisen Betrieb und den hochwertigen Materialien knetet sie schwere (Brot-)Teige und große Mengen, rührt aber auch Sahne und Eischnee fluffig soft.
Jura überraschte nach dem spektakulären Auftritt der Giga 10, nun bei der Jura J 8 mit ganz besonderen Ausstattungsdetails: der Sweet-Foam-Funktion für aromatisierten Milchschaum, einem P.A.G.2+-Mahlwerk mit Aroma-Kontrolle, welches den Mahlgrad aktiv überwacht sowie dem Tassensensor „Coffee Eye“, der die Spezialitäten auf dem Display automatisch an die Tassenposition anpasst. Die Marke Steba hat ein Gerät entwickelt, um Küchenabfälle zu kompostieren, die dann als Dünger verwendet werden können. Das norwegische Unternehmen Wilfa setzt auf eine nordisch schicke Küchenmaschine, eine Filterkaffeemaschine mit durchdachten Details sowie eine elektrische Kaffeemühle, die im Deckel gleich eine Milligramm genau Waage für die Kaffeebohnen integriert. Gastroback präsentierte eine neue, programmierbare Siebträgermaschine mit Touchscreen und ausgefeilten Details sowie integrierter Mühle. Neu im Sortiment bei Gastroback sind zudem ein vielseitiger Brotbackautomat sowie einen 8 in 1 Multifunktionskocher. Russell Hobbs schärft dagegen anlässlich des 70. Geburtstags das Markenbild unter dem Claim „We get life“. Die Haushaltsgeräte sollen so praktisch wie möglich sein und so mehr Zeit für das Leben verschaffen. Herausgekommen sind spannende Produkte im zurückgenommen Retro-Design mit vielen Funktionen, so wie die Filterkaffeemaschine mit Cold Brew-Funktion oder dem Toaster mit unterschiedlichen Röstfunktionen.
Es gab und gibt also viel von den Dingen zu entdecken, die auf der IFA ausgestellt waren.


ifa-berlin.de