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Villeroy & Boch: Zwischenbericht

24. Oktober 2023, 22:46

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2023 erzielte der Villeroy & Boch-Konzern einen währungsbereinigten, das heißt zu Währungskursen des Vorjahres ermittelten, Konzernumsatz (inkl. Lizenzerlöse), der hauptsächlich konjunkturbedingt um 8,8 Prozent unter dem Vorjahr lag. Der nominale Konzernumsatz in Höhe von 650,6 Millionen Euro lag um 77,7 Millionen Euro bzw. 10,7 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. In der Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) wurde ein Umsatzrückgang von 13,0 Prozent bzw. 76,4 Millionen Euro verzeichnet. Dies ist insbesondere auf die schwache Entwicklung in Zentraleuropa zurückzuführen, wo ein Umsatzrückgang von 13,5 Prozent bzw. 32,9 Millionen Euro hingenommen werden musste. Dagegen ist die gute Entwicklung in Südeuropa mit einer Umsatzsteigerung von 9,6 Prozent bzw. 3,1 Millionen Euro hervorzuheben. In Übersee konnten die Umsatzerlöse in China, vor allem bedingt durch ein gutes Projektgeschäft, um 13,1 Prozent bzw. 8,9 Millionen Euro gesteigert werden. Dadurch ist es gelungen, den Umsatzrückgang in Übersee auf 0,9 Prozent bzw. 1,3 Millionen Euro zu begrenzen.

EBIT: 56,8 Millionen Euro

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2023 wurde ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) in Höhe von 56,8 Millionen Euro erzielt, welches um 11,7 Prozent unter dem Vorjahr (64,3 Millionen Euro) lag. Dabei konnte der umsatzbedingte Ergebnisrückgang nur teilweise durch Kosteneinsparungseffekte sowie Erträge aus Fremdwährungsabsicherungen kompensiert werden.

Das im EBIT enthaltene nicht-operative Ergebnis in Höhe von -1,0 Millionen Euro umfasst einen Ertrag aus einer Teilrealisierung eines Veräußerungserlöses aus dem Verkauf unserer ehemaligen Werksimmobilie in Luxemburg, dem im Wesentlichen leicht höhere Aufwendungen im Zusammenhang mit einer Beteiligungsabschreibung sowie aus Projektaufwendungen im Zusammenhang mit der Akquisition von Ideal Standard gegenüberstehen.

Entwicklung in den Unternehmensbereichen

Der Unternehmensbereich Bad & Wellness erzielte in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2023 einen Umsatz, der währungsbereinigt vor allem konjunkturbedingt um 11,5 Prozent unter dem stark verlaufenen Vorjahr (506,3 Millionen Euro) lag. Der nominale Umsatz in Höhe von 435,8 Millionen Euro lag um 13,9 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Dabei musste in allen Geschäftsfeldern ein Umsatzrückgang hingenommen werden. Dies zeigt sich hauptsächlich im Geschäftsfeld Sanitärkeramik (-39,9 Millionen Euro) bedingt durch die baukonjunkturelle Abkühlung in Europa sowie im Geschäftsfeld Wellness (-14,4 Millionen Euro), wo die Umsatzentwicklung unter einer Kaufzurückhaltung litt. Bei den Neuheiten, wie beispielsweise den WCs mit neuer TwistFlush-Spültechnologie, konnte eine positive Marktresonanz festgestellt werden. Im asiatischen Markt wurden hingegen mit marktspezifischen Produkten, insbesondere unseren Dusch-WCs ViClean, deutliche Umsatzzuwächse durch ein anhaltend gutes Projektgeschäft erzielt. Der Unternehmensbereich Bad & Wellness schloss die ersten neun Monate 2023 mit einem operativen Ergebnis (EBIT) von 45,7 Millionen Euro (Vorjahr: 53,9 Millionen Euro) ab. Dabei konnten umsatzbedingte Ergebniseinbußen nur teilweise durch rückläufige Einkaufpreise, vor allem im Bereich der Energiekosten, kompensiert werden.

Der Unternehmensbereich Dining & Lifestyle erzielte in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2023 einen währungsbereinigten Umsatz, der ebenfalls konjunkturbedingt um 2,7 Prozent unter dem Vorjahr (219,5 Millionen Euro) lag. Der nominale Umsatz in Höhe von 212,3 Millionen Euro lag um 3,3 Prozent bzw. 7,2 Millionen Euro unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Hinsichtlich der Umsatzentwicklung ist das Projektgeschäft im Hotel- und Restaurantbereich, in dem sich stark auf das gehobene Segment fokussiert wird, mit einer Umsatzsteigerung von 1,6 Millionen Euro hervorzuheben. Des Weiteren konnte auch in den Einzelhandelsgeschäften ein leicht über dem Vorjahr liegender Umsatz in Höhe von 61,8 Millionen Euro erreicht werden. Eine gegenläufige Umsatzentwicklung zeigte sich im E-Commerce-Geschäft (-8,0 Millionen Euro), das sich weiterhin dem allgemeinen Trend im Online-Handel nicht entziehen konnte. Der Unternehmensbereich Dining & Lifestyle schloss mit einem operativen Ergebnis (EBIT) von 12,1 Millionen Euro ab und lag somit leicht unter dem Vorjahr (12,6 Millionen Euro).

Investitionen

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2023 wurden Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 24,6 Millionen Euro getätigt (Vorjahr: 18,6 Millionen Euro). Davon entfielen 16,9 Millionen Euro auf den Unternehmensbereich Bad & Wellness sowie 7,7 Millionen Euro auf den Unternehmensbereich Dining & Lifestyle. Im Unternehmensbereich Bad & Wellness wurden insbesondere WC-Druckgusspressen und eine Photovoltaikanlage in Ungarn, eine Waschtisch-Druckgussanlage in Rumänien, eine neue vertikale Formungsmaschine in Belgien sowie neue Formen für das Wellness-Werk in den Niederlanden angeschafft. Im Unternehmensbereich Dining & Lifestyle wurde im Wesentlichen in die Modernisierung und Neuanschaffung von Produktionsanlagen und Presswerkzeugen in Merzig bzw. Torgau sowie in die Modernisierung von eigenen Einzelhandelsgeschäften investiert. Darüber hinaus wurde das Standortentwicklungsprojekt „Mettlach 2.0“ fortgesetzt.

Ausblick für das Gesamtjahr 2023

Das Marktumfeld bleibt weiterhin von außergewöhnlich hoher Unsicherheit geprägt. Dies betrifft vor allem die weitere Baukonjunkturentwicklung und die negativen Auswirkungen auf die Investitionsbereitschaft aus weiter steigenden Zinsen. Zudem kann sich eine neuerliche Eskalation im Handelsstreit und im politi-schen Konflikt zwischen den USA und China negativ auswirken.
Aufgrund der sich im dritten Quartal 2023 weiter verschärfenden baukonjunkturellen Entwicklung in Europa sowie aufgrund von negativen Währungseinflüssen erwartet der Vorstand der Villeroy & Boch AG, dass sich die zum Halbjahr angepasste Prognosebandbreite mit einer Verminderung des Konzernumsatzes (zu Währungskursen des Vorjahres) um 3,0 Prozent bis 6,0 Prozent sowie des operativen EBIT um 5,0 Prozent bis 10,0 Prozent durch die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des vierten Quartals auf den unteren Bereich weiter verengt. Die operative Nettovermögensrendite wird aufgrund der angepassten Ziele in einem Korridor zwischen 23 Prozent und 25 Prozent erwartet. Die Prognose zu den Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte bleibt bei voraussichtlich 50 Millionen Euro bestehen.

villeroy-boch.de