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Studie: Onlinehändler müssen Payment-Mix besser regeln

5. Juli 2017, 10:48

Verschiedene Zahlungsvorlieben

Die Länderunterschiede bei den Zahlungsvorlieben sind laut ECC-Interentblog mitunter massiv: Wo in Asien und Afrika das Bezahlen mit dem Smartphone schon Alltag ist, haben deutsche Konsumenten hierbei noch Vorbehalte. In den Niederlanden oder Schweden greifen Konsumenten auch beim Shoppen am Point of Sale selbstverständlich zur Kreditkarte, deutsche Shopper zahlen lieber mit Schein und Münze.

Wie groß die Unterschiede bei den Zahlungspräferenzen im internationalen Vergleich sein können, zeigt schon ein Blick auf die Online-Shopper im D-A-CH-Raum. Trotz geographischer Nähe und gleicher Sprache unterscheiden sich die Präferenzen von Deutschen, Österreichern und Schweizern in puncto Online-Payment erheblich.

Rechnung, Kreditkarte & Co.

So ist die Rechnung zwar das Lieblingszahlungsverfahren der Online-Shopper aller drei Nationen, bei den schweizerischen Konsumenten ist diese jedoch noch wesentlich beliebter: Mehr als 60 Prozent der Online-Shopper in der Schweiz zahlen am liebsten per Rechnung – in Deutschland und Österreich sind es jeweils nur ca. 40 Prozent. PayPal kann sich in Deutschland Platz zwei der Lieblingszahlungsverfahren sichern: 29 Prozent der deutschen Konsumenten zahlen ihren Onlinekauf am liebsten mit PayPal. In Österreich (11,8 Prozent) und der Schweiz (13,2 Prozent) gilt das jedoch nur für rund jeden Achten. Auch die Lastschrift, eine wichtige Zahlungsoption in Deutschland, kommt gerade für die Schweizer kaum in Frage.

Die Kreditkarte hingegen ist in den deutschen Nachbarländern beliebter und belegt dort den zweiten Platz der präferierten Optionen beim Online-Shopping. Auch was die Nutzungshäufigkeit betrifft, ist die Kreditkarte im D-A-CH-Raum ganz weit oben: Kein anderes Zahlungsverfahren wird dort so häufig eingesetzt wie die Kreditkarte. Dies liegt unter anderem daran, dass Schweizer und Österreicher aufgrund des eingeschränkten Angebots im eigenen Land vermehrt Waren im Ausland bestellen und hierfür oft die Kreditkarte benötigen, da beispielsweise der Rechnungskauf für ausländische Käufer nur selten zur Verfügung steht. Auch regionale Payment-Lösungen spielen eine Rolle und sollten von Händler im Blick behalten werden. So nutzen Österreicher beim Online-Shopping auch die EPS-Onlineüberweisung (2,8 Prozent) und Schweizer das Angebot der PostFinance E-Finance (5,4 Prozent).
Cross-Border-Händler brauchen mehr als das Standardpaket

Zahlungspräferenzen anpassen

Trotz unterschiedlicher Zahlungspräferenzen der Online-Shopper im D-A-CH-Raum, steuert nur knapp ein Drittel der befragten deutschen Cross-Border-Händler ihren Payment-Mix länderspezifisch aus. 68 Prozent der Händler bietet in allen Ländern den gleichen Payment-Mix an. Die Relevanz der länderspezifischen Aussteuerung des Payment-Angebots scheint Onlinehändlern nicht bewusst zu sein, denn seit 2015 hat sich diesbezüglich nichts getan. Cross-Border-Händler müssen jetzt aktiv werden. Wer als deutscher Onlinehändler ausländische Märkte erobern möchte, muss neben Zollbestimmungen, anderen Mehrwertsteuersätzen und unterschiedlichen Währungen auch die spezifischen Payment-Präferenzen der Konsumenten im Blick haben. Denn auch im Ausland gilt: Ist das gewünschte Zahlungsverfahren nicht vorhanden, wird der Kauf im schlimmsten Fall abgebrochen.

Mehr über Angebot und Nachfrage von Zahlungsverfahren können im kostenfreien Management Summary heruntergeladen werden. Die vollständige Studie ist direkt über den IFH-Shop (Institut für Handelsforschung) zu bestellen.

www.ifhkoeln.de