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GPK-Branche traf sich in Frankfurt

29. Juni 2022, 13:19

Der Handelsverband Koch- und Tischkultur (GPK) hatte am 23. Juni nach Frankfurt zum Gipfeltreffen geladen. In einem Konferenzraum in Halle 3 auf dem Messegelände Frankfurt, trafen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie und Handel erstmals nach der Pandemie wieder persönlich zum Austausch. Der Gesprächsbedarf war groß, wie die rege Beteiligung der über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigte. Nachdem Julia Uherek & Philip Ferger (beide Vice President Consumer Goods Fairs Messe Frankfurt) das Konzept der kommenden Ambiente unter dem Titel „Die Messe der Zukunft – Marktplatz für Handel & Industrie“ dargestellt hatten, entspann sich eine Diskussion über die Öffnung der Messe für Endverbraucher. Während die Industrie sich überwiegend dafür aussprach, lehnte der Handel eine solche Veränderung eher ab und äußerte Bedenken. Von Seiten der Messe gibt es Überlegungen in der Stadt Events für Endverbraucher anzubieten, aber es sind noch keine Entscheidungen diesbezüglich getroffen. Die immens hohen Hotelkosten während der Ambiente waren ebenso Thema wie der Wunsch, dass diese Messe auch für Start-Ups zugänglich bleiben solle. Claus Tormöhlen, Head of Brand Management Nextrade, stellte die Vorteile der Online-Plattform Nextrade dar, die 365 Tage im Jahr dem Handel eine Ordermöglichkeit biete und die Messe somit virtuell verlängere. Auf dem Podium diskutierten anschließend unter der Moderation von Christian Haeser,
Geschäftsführer Handelsverband Koch‐ und Tischkultur: Marlene Berz, Siller & Laar GmbH & Co. KG, Michael Eichinger, Zwiesel Kristallglas AG, Nicola Hoffmann, Räder GmbH und Maximilian Schreiner, Max Schreiner GmbH & Co. KG. Auch in den Pausen wurden die Gespräche lebhaft fortgeführt. Es ging unter anderem um die Problematik, dass manche Marken ihre Waren direkt im eigenen Online-Shop günstiger verkaufen, als diese im Fachhandel angeboten werden. Bemängelt wurden zudem Lieferschwierigkeiten, der Handel bekomme die Ware oft erst später und müsse den Kunden vertrösten, wohingegen die Lieferzeiten online deutlich kürzer seien. Manche Marken prüfen die Möglichkeit, Dropshipping einzuführen.

Das Fachgeschäft als Wohnzimmer?

Auch die Industrie kämpft mit Preissteigerungen (für die Produktion von Glas und Keramik wird viel Gas benötigt, das deutlich teurer und knapper wird, außerdem haben sich die Preise für benötigte Rohstoffe wie Lithium extrem verteuert), daher können die Endpreise mittelfristig nicht gehalten werden. Nach der Pause stellte Boris Hedde, Geschäftsführer Institut für Handelsforschung Köln, einige Ergebnisse der Branchenstudie „Quo vadis, GPK‐Fachhandel?“ vor. Wenig überraschend waren die Kernbedürfnisse der Kunden, die – laut Studie – hochwertige sowie langlebige GPK-Produkte schätzen und diese auch im Internet suchen. Beim Kauf im Fachhandel erwarten die Kunden freundliche, den individuellen Bedürfnissen angepasste sowie kompetente Beratung. Die Ware sollte im Kontext ihrer Lebenswelt präsentiert werden und zum Kauf anregen.

Anschließend erarbeiteten die Tagungsteilnehmer in kleineren Gruppen konkrete Lösungsmöglichkeiten für den Handel, wie dieser smarter werden könne oder eine Lebenswelt schaffen, Mitarbeiter motivieren und Ware ansprechender präsentieren könne. Es komme weniger auf das einzelne Produkt an, als auf die atmosphärische Darstellung im Kontext sowie eine gutes Storytelling. Inspiration und Trends seien gefragt, nach dem Motto: Gönn dir was, solle der Kunde zum Kauf angeregt werden. Das GPK-Fachgeschäft solle gewissermaßen als Wohnung inszeniert, Lebenswelten abbilden (einen Bereich zum Verweilen, einen Hobbyraum als Werkstatt, eine Küche für Events und Aktionen sowie smarte Lösungen anbieten. Wie das große Thema Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft in der GPK-Branche umgesetzt werden könne, war ebenfalls Thema. Vorschläge wie Leihservice, „Pimp your plate“ (Workshop zum Bemalen, Besprühen des alten Geschirrs) oder eben das Herausstellen der Langlebigkeit vieler Produkte sowie eine transparente Kommunikation seitens der Industrie und gelebte Wertschätzung wurden debattiert. Die lebhafte Diskussion machte den Gesprächsbedarf deutlich. Dass endlich wieder Austausch möglich war, sowie ein „wir schaffen das nur gemeinsam!“ stimmte den Handel positiv. Christina van Dorp, Präsidentin Handelsverband Koch‐ und Tischkultur, sah in diesem Format eine große Chance zu offeneren Gesprächen und meinte, dass die nächste Tagung, die für 2023 geplant sei, auf jeden Fall etwas anders organisiert werde als vor der Pandemie. Wir sind jedenfalls gespannt!

hwb.online