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GfK-Gruppe verzeichnet rückläufige Geschäftszahlen

12. August 2016, 8:29

Anlaufprobleme bei Projekten

„Das zweite Quartal war enttäuschend. Wir mussten hier auch Vorsorgemaßnahmen für Verzögerungen bei Wachstumsinitiativen im Sektor Consumer-Choices vornehmen. Unser Fokus liegt jetzt auf der Überwindung der Anlaufschwierigkeiten dieser Projekte und der Verbesserung des Auftragseingangs im Sektor Consumer Experiences. Die darüber hinaus angestoßenen Kostensenkungen und Ressourcenanpassungen werden im zweiten Halbjahr einen positiven Beitrag leisten. Sehr erfreulich ist, dass sich unser Cashflow positiv entwickelt hat“, kommentiert der noch amtierende GfK-Vorstandsvorsitzende Matthias Hartmann die Zwischenbilanz.

Der Umsatz der Gruppe betrug in der ersten Jahreshälfte 721,7 Millionen Euro. Insgesamt ist der Umsatz der GfK Gruppe damit um 3,4 Prozent zurückgegangen. Währungseffekte hatten daran mit minus 2,4 Prozentpunkten einen deutlichen Anteil. Das angepasste operative Ergebnis ging gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12,3 Millionen Euro auf 58,9 Millionen Euro zurück. Die Marge lag bei 8,2 Prozent nach 9,5 Prozent im ersten Halbjahr 2015.

Abgeschwächte Auftragslage

Der Sektor Consumer Experiences verzeichnete einen organischen Umsatzrückgang von 7,8 Prozent im ersten Halbjahr aufgrund eines schwachen Auftragseingangs in der traditionellen Auftragsforschung (Ad Hoc Research). Er lag damit unter den Erwartungen. Der hieraus entstandene Rückgang des angepassten operativen Ergebnisses konnte durch bereits angestoßene Ressourcen- und Kosteneinsparmaßnahmen nicht vollständig ausgeglichen werden.

Im operativen Geschäft arbeitet die GfK-Gruppe nach eigenen Angaben daran, die Effizienz weiter zu erhöhen. Demnach kommen die Verlagerungen der Operations-Tätigkeiten in die Global Service Center gut voran. Der Auftragseingang und der Umsatz in der Auftragsforschung (Ad–Hoc-Geschäft) lagen aber in der ersten Jahreshälfte deutlich hinter der Vorjahresperiode zurück. Dies führte auch zu einer Reduzierung der Zukunftserwartungen. Eine daher erfolgte Überprüfung der bilanzierten Firmenwerte im Consumer-Experiences-Sektor machte eine Abschreibung von 139 Millionen Euro erforderlich. Die Firmenwerte im Sektor Consumer Choices sind von der Wertberichtigung nicht betroffen.

Belastete Marge 

Der Sektor Consumer Choices wächst weiterhin organisch, ist jedoch in seiner Marge durch Verzögerungen bei Fernsehforschungsaufträgen und anderen Wachstumsinitiativen sowie den Ergebnissen des inzwischen verkauften Bereichs Pflanzenschutz und Tiergesundheit stark belastet. Der Sektor verfügt mit seinem solide wachsenden Point of Sales Measurement unverändert über ein Stammgeschäft, das durch neue Produktkategorien, Industrien und Services weiter ausgebaut und um Online-Auswertungsmöglichkeiten ergänzt wird.

Im Bereich Media Measurement belasten die Anlaufschwierigkeiten der neuen Verträge, vor allem bei dem Fernsehforschungsauftrag in Brasilien, das Ergebnis. Hierfür wurden die notwendigen Adjustierungen vorgenommen und Vorsorgemaßnahmen getroffen. Mit der am 1. Juli begonnenen Veröffentlichung der Einschaltquoten und der Akkreditierung durch den brasilianischen Normenkontrollrat CENP ist man in Brasilien einen großen Schritt vorangekommen. Seitdem wurden mit einem weiteren TV-Sender und einer Werbeagentur zwei Neukunden gewonnen. Verhandlungen mit weiteren TV-Sendern und Werbeagenturen laufen. Gleichzeitig wird das GfK-Crossmedia-Link-Produkt in weiteren Ländern eingeführt und so zu einem wichtigen digitalen Standbein. 

Negative Währungseffekte 

Die Regionen Lateinamerika und Zentral Osteuropa/META hatten gute organische Wachstumsraten zu verzeichnen, denen aber bereits wie im Vorquartal hohe negative Währungseffekte entgegenstanden. In den reifen Märkten Süd- und Westeuropa sowie Nordamerika war die Entwicklung dagegen rückläufig. 

Den Ausblick hat GfK angesichts der genannten Herausforderungen und der Zahlen des ersten Halbjahres deshalb am 5. August angepasst: „Abhängig von der Entwicklung im Auftragseingang des Consumer-Experiences-Sektors und den Fortschritten bei den Wachstumsinitiativen des Consumer-Choices-Sektors sind auch ein Umsatzwachstum unterhalb des Marktes und eine niedrigere Marge als im Vorjahr für das Jahr 2016 nicht auszuschließen“, heißt es abschließend bei der Nürnberger Unternehmensgruppe. 

 

www.gfk.com/de