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BVDM: Hohes Interesse an Küchen und Möbeln

25. Januar 2017, 10:42

Mittelstand behauptet sich

Wie die Kölner Geschäftsstelle des BVDM miteilt, hat das Thema Wohnen und Einrichten in Deutschland traditionell einen hohen Stellenwert. Die Deutschen liebten es, es sich zu Hause schön zu gestalten, Gäste zu empfangen und gemeinsame Abende in behaglichem Ambiente oder auch beim gemeinsamen Kochen zu verbringen.

Die Möbel- und Küchenbranche ist immer noch eine typische, mittelständische Einzelhandelsbranche, auch wenn die Konzentration fortschreitet. Vertriebsformen jeglicher Art begegnen sich hier im Wettbewerb. Vom Mitnahmemarkt über das spezialisierte Fachgeschäft bis hin zum großen Wohnkaufhaus und dem Onlinehandel reicht das vielseitige Angebot. Der Verbraucher kann frei wählen, wo er sich für seine Bedürfnisse am besten beraten und bedient fühlt, ob für ihn der Preis oder eine gute Auswahl und eine fachkundige Beratung im Vordergrund stehen.

Dank starker Einkaufsverbände, zu denen zwischen 80 und 90 Prozent aller Handelsbetriebe mit mehr als 60 Prozent Anteil am Branchenumsatz gehören, können laut BVDM in dieser Branche auch kleinere und mittlere Unternehmen erfolgreich arbeiten. Nur ein Viertel des Umsatzes macht der SB-Bereich aus, einschließlich des Anteils der branchenfremden Vertriebswege wie Baumärkte für den Bereich der Klein- und Mitnahmemöbel. Discount-Verhältnisse wie bei Gütern des täglichen Bedarfs sind bei Möbeln nicht vorstellbar.

Die Konzentration im Handel entwickelt sich weiter: Die Top-Ten im deutschen Möbelhandel erwirtschafteten im Jahr 2016 bereits über 50 Prozent des Branchenumsatzes und haben damit weiter Marktanteile hinzugewonnen. Befeuert wird das Wachstum im Wesentlichen durch die Übernahme bestehender Unternehmen. Der Flächenzuwachs hat sich im vergangenen Jahr abgeschwächt. Insgesamt verfügt der deutsche Möbelhandel über 23 Millionen Quadratmeter Verkaufsfläche. Hiervon werden 5,7 Millionen Quadratmeter – das ist ein Viertel der Fläche – von 165 Häusern mit mehr als 25.000 Quadratmetern Verkaufsfläche betrieben.

Online-Handel wächst weiter 

Die Vertriebsform der online bestellten Möbel gewinnt an Bedeutung. Über 2,3 Milliarden Euro brutto, also sieben Prozent des Gesamtumsatzes wurden 2016 mit Möbeln und Küchen erwirtschaftet. Eine insgesamt sehr dynamische überproportionale Steigerung. Aber hier dominieren noch auf den Distanzhandel spezialisierte Unternehmen, weniger der beratende, stationäre Handel. Dieser hat sich inzwischen jedoch auch online als komplementären Vertriebskanal entwickelt. Dies ist deutlich an den Multichannel-Aktivitäten der Marktführer zu erkennen, die entweder ihre bisherigen Bemühungen intensivieren oder in den Online-Vertrieb eingestiegen sind. Es wird allerdings auch immer deutlicher, dass es zumindest bei komplexen planungs- und beratungsintensiven Produkten nicht völlig ohne stationäre Präsenz geht. Der traditionelle Handel ist daher gefordert, sich den Herausforderungen des Online-Handels zu stellen, seine Kernkompetenzen, die Beratung, individuelle Planung und die fachgerechte Lieferung und Montage der Möbel und Küchen mit den Tools des Onlinehandels zu verbinden. Probate Hilfsmittel wie die Toolbox des Handelsverbandes Deutschland (HDE) helfen den Mitgliedsunternehmen des BVDM, sich auf dem schwierigen Parkett des Online-Handels von Anfang an sicher zu bewegen.

Küchenmöbel stärkstes Segment 

Betrachtet man die Sortimentsbereiche, so sind Küchenmöbel mit 28 Prozent Umsatzanteil nach wie vor die stärkste Warengruppe, gefolgt von Polstermöbeln mit 20 Prozent sowie Wohnzimmermöbel mit 12 Prozent und Schlafzimmermöbeln mit 11 Prozent. Besonders Boxspringbetten sind unverändert ein absoluter Verkaufsschlager, allerdings zu Lasten der Schlafzimmerkastenmöbel. Neben den großen Wohnkaufhäusern zählen die spezialisierten Fachgeschäfte zu den Gewinnern der Branche. Im Küchenhandel werden über 40 Prozent des Küchenabsatzes von Küchenspezialhäusern und Küchenfachmärkten erwirtschaftet, in keinem anderen Sortimentsbereich ist dies so stark ausgeprägt.

Neue Verordnung erhöht  Bürokratie 
Exemplarisch für die Regelungswut der europäischen Bürokratie ist die Novelle der Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung, nach der sämtliche Geräte in ein neues Klassifizierungssystem eingeordnet werden müssen. In Ausstellung, Werbung und Webshop müssen in kürzester Frist alle Energieklassen ausgetauscht werden. „Der Austausch ist personell und fehlerfrei in den diskutierten Fristen nicht zu machen,“ kritisiert BVDM-Hauptgeschäftsführer Thomas Grothkopp, „die neue Systematik ähnelt der bisherigen, was die Verbraucher irritieren wird. Sie wird in einigen Jahren wiederum abgelöst werden müssen.“ Der BVDM fordert ausdrücklich die Lieferanten auf, die neuen Etiketten sowohl in gedruckter Form wie auch elektronisch zur Verfügung zu stellen und den Handel dabei zu unterstützen, die korrekten Label zu identifizieren.

Herausforderung Möbellogistik 
Der physische Transport der Möbel von der Industrie zum Handel und von dort zum Kunden wird eines der großen Branchenthemen der nächsten Jahre sein. Da Industrie wie auch Handel und Möbelspeditionen dies erkannt haben, haben sich deren Verbände AMÖ, BVDM und VDM zusammengefunden und das Projekt „ZIMLog“, Zukunftsinitiative Möbellogistik, ins Leben gerufen. Hierbei werden auf Basis einer zuvor durchgeführten wissenschaftlichen Untersuchung gemeinsam mit Unternehmen aus Industrie, Handel und Speditionen Szenarien und Lösungsansätze für die Herausforderungen in der Transportlogistik, vom Fahrermangel über funktionierende EDV-Erfassungssysteme bis hin zu komplexen Verteilsystemen, entwickelt. Erste verwertbare Ergebnisse in Form eines einheitlichen Datenstandards wie auch verschiedener Handlungsempfehlungen werden im Laufe des Jahres 2017 vorliegen und der Branchenöffentlichkeit vorgestellt werden.

Positive Erwartungen für 2017 

Die Erwartungen für das Jahr 2017 sind optimistisch. Der BVDM sieht vor allem langfristige Trends, die sich positiv auf die Branche auswirken: Von Januar bis Oktober 2016 wurde in Deutschland der Bau von 308.700 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das 23,4 Prozent oder 58.500 Wohnungen mehr als in den ersten zehn Monaten des Jahres 2015. Die im Jahr 2010 begonnene positive Entwicklung bei den Baugenehmigungen im Wohnungsbau setzt sich somit fort. Von den in den ersten zehn Monaten 2016 genehmigten Wohnungen waren 259.400 Neubauwohnungen in Wohngebäuden (plus 20,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum). Dieser starke Zuwachs zeigte sich vor allem in Mehrfamilienhäusern (plus 26,9 Prozent beziehungsweise plus 29.500 Wohnungen).

Die Anzahl genehmigter Wohnungen in Zweifamilienhäusern stieg um 12,9 Prozent beziehungsweise 2.200 Wohnungen und in Einfamilienhäusern um 1,1 Prozent beziehungsweise 800 Wohnungen. Prozentual am stärksten stiegen die Baugenehmigungen für Wohnungen in Wohnheimen um 140,3 Prozent beziehungsweise einem Plus von 12.200 Wohnungen. Zu dieser Kategorie zählen unter anderem Flüchtlingsunterkünfte. Damit wurden von Januar bis Oktober 2016 mehr Wohnungen in Wohnheimen (20.900 Wohnungen) genehmigt als in Zweifamilienhäusern (19.100 Wohnungen). Ohne Berücksichtigung der Wohnungen in Wohnheimen stiegen die Baugenehmigungen in neuen Wohngebäuden um 14,1 Prozent, was ein sehr respektabler Wert ist, wenn man berücksichtigt, dass dieser Wohnraum möbliert werden muss und sich hier ein großes Potenzial für Neuanschaffungen entwickelt.

 Küchen sind gefragt - Foto: Miele

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