Befremdlich? Karstadt will von Amazon-Service profitieren
Demnach arbeitet die deutsche Einzelhandelskette eng mit den US-Amerikanern zusammen und ermöglicht es dessen Online-Kunden künftig, ihre Ware auch im Warenhaus selbst an einem sogenannten Amazon Counter abzuholen und damit über einen weiteren Serviceweg zu verfügen. Bei „Exciting Commerce“ ist deshalb die Rede von Karstadt als „Deutschlands erstem Amazon Hub“. Der Branchendienst findet es – mit Fotonachweis aus dem Kaufhaus am Münchener Stachus – „bemerkenswert, wie Karstadt Amazon und seine Services im kompletten Haus bewirbt“. Bei dem journalistischen Text klingt dieser Satz eher im Sinne des Adjektivs „befremdlich“ durch.
Das „Manager Magazin“ verweist bei dem für Deutschland neuen Angebot, das Amazon vorläufig noch als Test deklariert, auf bereits vorhandende ähnliche Services des Online-Handelsriesen in Großbritannien, Italien und den USA. Als Vorteil könne gelten, dass man dieser Marktmacht ohnehin nichts entgegen stellen könne und deshalb lieber als „Frenemy“ mit ihr kooperiere, die Kunden auf dem Abholweg spontan Produkte bei Karstadt kaufen und Kaufhäuser Flächen in unattraktiv hoch liegenden Etagen vermieten könnten, so das Wirtschaftsmagazin. Es zeigt aber auch am Beispiel des US-Kaufhausunternehmens Kohl, dass sich die Erwartungen an mehr Attraktivität, Rentabilität und Frequenz der Handelsimmobilien durch Drittanbieter nicht unbedingt erfüllen. Außerdem zitiert das Magazin die Expertenmeinung vom „Trojanischen Pferd“ Amazon.
