Baumarktbranche hat Traumstart
Deutliches Plus
Besonders bei Saatgut und Lebendgrün stiegen die Umsätze teils drastisch an, was natürlich auch dem hochwinterlichen Vergleichszeitraum im Vorjahr geschuldet ist. Der deutliche Umsatzzuwachs lässt sich quer durch alle „grünen“ Sortimente bis hin zu Gartenmöbeln, aber auch in anderen Warengruppen feststellen. Nun hofft die Branche auch im weiteren Jahresverlauf auf gute Rahmenbedingungen, um die positive Umsatzentwicklung zu festigen.
Dominiert wurde das Wetter besonders ab Februar 2019 durch ein äußerst stabiles Hochdrucksystem – phasenweise machte schon die Bezeichnung eines Betonhochs die Runde. Kein Wunder also, dass der letzte reine Wintermonat deutlich wärmer als der langjährige Mittelwert (in den Jahren 1961 bis 1990, um plus 3,5 Grad Celsius) ausfiel. Trotz einiger Sturmtief-Ereignisse reihte sich auch der März mit einer Temperatur-Abweichung von mehr als +3 Grad in diese Serie ein – was diese ungewöhnlich frühe Schönwetterphase zur Folge hatte.
Frühe Saison
Nach mehreren wetterbedingt eher ungünstigen Jahresstarts in Folge kann sich der deutsche Baumarkthandel diesmal besonders über den frühen Saisonauftakt im Garten freuen“, so Dr. Peter O. Wüst, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Heimwerken, Bauen und Garten (BHB). „Die Bedeutung der Gartensortimente am Gesamtumsatz hat in den vorausgegangenen Jahren beständig zugenommen, die Bau- und Gartenmarktkunden sind durchaus bereit, in die hochwertige Ausstattung ihrer ‚Outdoor-Wohnzimmer‘ zu investieren. Die deutsche Baumarkt-und Gartenbranche war für den Frühstart sehr gut sortimentiell aufgestellt und hatte sich optimal bevorratet, so dass hier bereits wesentliche Abverkäufe erfolgen konnten“, betonte Peter O. Wüst.
Vor dem Hintergrund, dass sich das erste Quartal mittlerweile als eine der wichtigsten Umsatzphasen im Jahreslauf etabliert hat, sei diese Entwicklung besonders wichtig für die
Gesamtentwicklung. Für das Geschäftsjahr 2019 hatte der BHB für Deutschland zu Jahresbeginn ein Umsatzwachstum von 1,5 Prozent, auf bereinigter Fläche von 1,3 Prozent prognostiziert. Insgesamt stieg der Gesamtbruttoumsatz des deutschen Bau- und Gartenmarkthandels im Dreimonats-Vergleichszeitraum zum Vorjahr um 10,5 Prozent (4,15 Mrd. Euro). Auf vergleichbarer Fläche konnte ein Umsatzanstieg von 9,9 Prozent generiert werden.
Markttreiber
Während der Januar mit einem Plus von 0,3 Prozent (1,16 Mrd. Euro) noch verhalten startete, sorgte der Februar mit einem Plus von 10,8 Prozent (1,22 Mrd. Euro) schon für gute
Stimmung beim DIY-Handel (Do-it-Yourself). Der März brachte mit warmen und sonnigen Tagen und einem erneuten Umsatzanstieg um 18 Prozent (1,78 Mrd. Euro) dann den endgültigen Durchbruch.
Die Treiber für diesen ungewöhnlich starken Anstieg lassen sich – wie erwähnt – fast ausschließlich in den Gartensortimenten verorten. Hier zeigen sich die Zuwächse gegenüber dem Vorjahreszeitraum zum Teil exorbitant:
1. Gartenchemie/Erden/ Saatgut: 75,3 Prozent
2. Gartenmöbel: 41,4 Prozent
3. Lebend Grün: 35,7 Prozent
4. Gartenausstattung: 31,5 Prozent
5. Gartengeräte/Be- und Entwässerung: 30,3 Prozent
Bei den anderen Warengruppe stachen besonders Bauchemie/Baumaterial (17,1 Prozent) und Holz (15,1 Prozent) heraus. Auch hier förderte das gute Wetter frühe Heimwerker- und
Bauaktivitäten der Baumarktkunden. Nur zwei Warengruppen konnten in diesem ungewöhnlichen Quartal nicht wachsen. Allerdings verbuchten die Produkte der Warengruppen Sanitär/ Heizung (minus ein Prozent) und Wohnen/ Dekoration (minus 0,4 Prozent) auch nur minimale Rückgänge.
Nachbarländer
Auch in Österreich und der Schweiz konnten sich die Branchenhändler über den gelungenen Jahresstart freuen. Dabei verlief die Entwicklung in beiden Ländern analog zu Deutschland, wenn auch teils mit veränderten Steigerungsraten: In Österreich legte der Handel mit Bau- und Gartensortimenten im ersten Quartal 2019 sogar um 13,3 Prozent auf 520,8 Mio. Euro zu. Auf vergleichbarer Fläche ergibt das ein Plus von 12,6 Prozent. Wie erwartbar, sind auch hier die Gartensortimente für den Zuwachs verantwortlich. Am stärksten legten dort Gartenchemie/ Erden/ Saatgut mit 80,7 Prozent und Gartenmöbel mit 63,2 Prozent zu. Rückgänge gab es bei Sanitär/Heizung (minus drei Prozent) oder Elektro (minus zwei Prozent).
In der Schweiz erreichten die Bau- und Gartenmarktbetreiber in den drei ersten Monaten des Jahres einen Umsatzanstieg gegenüber dem Vergleichszeitraum 2018 um 10,1 Prozent (621,2 Mio. Euro). Auf vergleichbarer Fläche bedeutet dies einen Anstieg um 8,8 Prozent.
