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Chinesische Online-Plattformen erhöhen Marktdruck

23. Juli 2018, 17:01

Der US-Anbieter Amazon führt das E-Commerce-Geschäft in Deutschland mit einem Landesumsatz von 8,8 Milliarden Euro im Jahr 2017 an. Dahinter folgen mit erheblichen Abständen die deutschen Wettbewerber Otto und Zalando mit Erlösen von 3,1 und 1,3 Mrd. Euro.

Übernahme nicht ausgeschlossen

Nun scheint die Konkurrenz aus China vor dem schon länger von Handelsexperten erwarteten Markteintritt zu stehen. Wie Richard Liu, Gründer und Vorstandschef der chinesischen Online-Plattform JD.com dem „Handelsblatt“ sagte, will sein Unternehmen bis zum Jahresende ein klare Strategie ausgearbeitet und ein Büro in Deutschland eröffnet haben. Damit will der Anbieter aus dem Reich der Mitte genauso wie der einheimische Mitbewerber Alibaba nicht mehr nur Produkte von Deutschland nach China zu verkaufen: „Ich möchte auch Produkte in Europa verkaufen.“ Der JD-Boss hält es für nicht ausgeschlossen, sich auch über die Übernahme hierzulande etablierter Unternehmen den Marktzugang zu bekommen und sich Marktanteile zu sichern. Im Interview bringt er auch eine Logistikkooperation mit DHL ins Spiel, wobei er die eigenen Umschlagzentren für besser hält.  

Vergleichszahlen im Onlinehandel

JD.com hat im vergangenen Jahr mit einem Umsatz von 55,7 Mrd. US-Dollar zwar deutlich den Rivalen Alibaba (39,9 Mrd. Dollar) hinter sich gelassen, wobei der Weltmarkt-Führende Amaazon hier nur auf einen Marktanteil von einem Prozent kommt. Wenngleich diese Umsatzgrößen nur einen Bruchteil des weltweiten Gesamtumsatzes von Amazon in Höhe von zuletzt 177,9 Mrd. Dollar darstellen, könnte der US-Konzern die Expansion der chinesischen Online-Plattformen zu spüren bekommen. Zumal Internetkonkurrent Google vor rund einem Monat 550 Millionen US-Dollar in JD.com investiert hat. Derweil baut Alibaba ein Logistikdrehkreuz im belgischen Lüttich auf und ist auch schon mit einer deutschsprachigen Internetseite vertreten. Gründer Jack Ma will sein Unternehmen zu einem globalen Netzwerk machen und nach eigenem Bekunden dafür sorgen, dass eine Lieferung innerhalb von maximal 72 Stunden erfolgt.

Deutscher Handel ist noch stark

Die Unternehmensberatung Oliver Wyman hält es in einer im Frühjahr veröffentlichten Studie für möglich, dass die beiden asiatischen Anbieter schon im Jahr 2025 über zehn Milliarden Umsatz in Europa generieren. Demnach ist der deutsche Handel derzeit noch in einer starken Position: Der Gesamtumsatz der zehn größten deutschen Handelsgruppen war zuletzt mit 380 Mrd. Euro größer als der Umsatz der zehn größten Händler aus Großbritannien (179 Mrd. Euro) und China (137 Mrd. Euro).

www.jd.com/ www.handelsblatt.com/

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