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Verheiratet mit … – dem Kochgeschirr

Die Aussteuer ist zwar aus der Mode gekommen, aber ein wirklich gutes und praktisches Kochgeschirr soll auch heute fast ein ganzes Leben lang halten. Was sind die wichtigsten Kriterien, worauf achten Produkttester und Verbraucher noch?

Für Kochgeschirr gilt fast das Gleiche wie beim Lieblingsmenschen: Auf die Praxiserfahrungen kommt es an (Foto: Istockphoto.com/dorian2013)

Kochgeschirr kann ein profanes Thema, aber auch mit Emotionen verbunden sein. Als Küchenbesitzer oder Gast kommt kein Mensch um Kochtöpfe, Pfannen und sinnliche Genüsse herum. Die flache Gefäßvariante ist immer noch für einen müden Witz gut, aber auch für eine Medienschlagzeile à la „Frau schlägt Ehemann mit Bratpfanne“ und sogar Futter für Gerichtsprozesse um derart praktizierte Tötungsdelikte. Ebenso steht die hohe Variante für tradierte Vorstellungen wie zum Beispiel die Aussteuer.
Die Frage, ob der Bräutigam eher an der Mitgift als an der Braut interessiert ist, kleidete der englische Philosoph und Staatsmann Francis Bacon vor rund 400 Jahren in den Sinnspruch „Die Wahrheit ist eine Braut ohne Aussteuer.“ Heutzutage wird wesentlich weniger, aber zumeist aus Liebe geheiratet, und die jungen Leute haben schon meist für ihren Haushalt, den sie als Single oder in einer räumlich getrennten Partnerschaft begonnen haben, die Grundausstattung zusammen. Wenngleich heute das Thema der Aussteuer nur noch selten im Internet zu finden ist – dann eher in Form einzelner Einträge etwa zu Tischwäsche oder Bettwaren im Online-Portal Statista.de – und Hochzeitstische die Geschenkewünsche des Brautpaares am realistischsten widergeben, bleibt Bacons Ausspruch modern.

Große Markentreue

Wer nämlich keine Aussteuer, aufgezwungenen Geschenke und böse Produktüberraschungen mag, geht selber und ohne Festanlass auf die Suche und orientiert sich an Testvergleichen und Nutzerkommentaren. Zu Kochgeschirr ist in letzter Zeit einiges veröffentlicht worden. So hat eine im Spätherbst 2016 veröffentlichte Online-Umfrage des Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ) mit 1.828 Auskunftgebern ergeben, dass die Konsumenten großen Wert auf Langlebigkeit und Markenqualität legen. Bei den einzelnen Kriterien steht die Produktqualität an vorderster Stelle und auch das Produktsortiment und Preis-Leistungsverhältnis sind besonders gefragt. „Rund 89 Prozent der Kunden zeigen sich mit der Qualität ihrer Markentöpfe und -pfannen zufrieden. Insbesondere Design, Langlebigkeit und Handhabung der Produkte schätzen die Verbraucher positiv ein“, sagt DISQ-Geschäftsführer Markus Hamer.
Demnach hat ein Viertel der Befragten beim Kauf des Kochgeschirrs vergleichsweise tief in die Tasche gegriffen und zwischen 100 und 200 Euro investiert. Fast 97 Prozent der Befragten würden wieder Töpfe und Pfannen ihrer favorisierten Marke wählen. Dabei weist Marktforscher Markus Hamer auf ein interessantes Detail hin: „Die drei topplatzierten Marken schneiden nicht nur in den wichtigen Bereichen Preis-Leistungs-Verhältnis und Produktqualität ausgezeichnet ab, sie sind auch die einzigen, die zudem in puncto Image ein sehr gutes Kundenurteil erzielen.“

„Exotische“ Anbieter wie AEG demonstrieren die Kompatibilität ihres Kochgeschirrs mit den eigenen Induktions-Herdfeldern (Foto: Markenvertrieb AEG/Electrolux Deutschland GmbH)

Übrigens haben sich laut der DISQ-Umfrage nur sieben Prozent der Teilnehmer schon einmal über das Kochgeschirr ihrer Marke geärgert. Mehr Informationen über das gesamte Ranking der Kundenzufriedenheit und das Abschneiden der einzelnen Marken in den Teilkategorien Preis-Leistungsverhältnis, Produktqualität, Design und Gewährleistung/Garantie sind unter dem Internetlink http://disq.de/2016/20161007-Marken-Toepfe-Pfannen.html zu finden.

Unterschiedliche Qualität

Die Markenqualität eines Herstellers lässt sich aber nicht unbedingt auf einen Nenner bringen wie zuletzt Recherchen und Labortests des NDR-Verbrauchermagazins „Markt“ zeigten. Die Fernsehredakteure nahmen preisreduzierte Kochgeschirr-Sets unter die Lupe und deckten auf, dass a. einige Schnäppchen b. oftmals abseits des Herstellerkatalogs c. wohl zu dauerhaft und vermeintlich reduzierten Verkaufspreisen d. vor allem in Kauf- und Möbelhäusern erhältlich waren. Dass einzelne Hersteller in Eigenregie in Deutschland produzieren und gleichzeitig bestimmte Produktserien bei Fertigern in Billiglohnländern in Auftrag geben, ist heute allerdings keine Überraschung mehr, da bei den Übersichten zu den wichtigsten Merkmalen der Produktausstattung wie etwa hitzeresistenten Griffen/Deckeln auch auf das Herstellerland hingewiesen wird. Neben dem „Made in Germany“ Siegel kann es dann zum Beispiel bei ein und demselben Markenanbieter auch Produktserien geben, die in China hergestellt werden.
Diese Serien können dann laut NDR-Labortest dünnere Edelstahlwände oder Sandwichböden aufweisen, müssen aber bei der Fernost-Produktion zwangsläufig nicht schlechter als andere Produkte sein wie Tests anderer Publikationen zeigen. Die Kritik der Verbrauchermagazin-Journalisten, dass manche Markenhersteller die Konsumenten wider besseren Wissens stets mit der herausragenden Herkunft des Unternehmens – etwa deutschen Qualitätseigenschaften – ködern und bei der externen Produktion irreführen, findet sich auch in Nutzerkommentaren im Internet wider. So zeigen sich Endkunden eines französischen Traditionsherstellers beim Blick auf die Unterseite eines Topfs angesichts des Vermerks „Made in China“ überrascht. Dieser Herkunftshinweis scheint gegenüber dem dick eingestanzten Hersteller-namen und den Angaben zu rostfreiem Stahl und Induktionseignung nicht gerade zufällig so schwach und dünn eingestanzt, dass er mit bloßem Auge kaum zu erkennen ist.

DISQ-Geschäftsführer Markus Hamer: Mehrere bevorzugte Kriterien (Foto: Deutsches Institut für Service-Qualität GmbH & Co. KG)

Einzelne Produktmerkmale

Auch die Stiftung Warentest vergleicht in ihrer „Test“-Ausgabe vom Januar 2017 die unterschiedliche Produktqualität und Produktionsherkunft bei identischen Herstellern von Topfsets auf Aluminium- oder Edelstahl-Basis. Im Testbericht über die „Hohe Kunst des Heißmachens“ stehen weitere Merkmale im Mittelpunkt wie etwa das Gewicht und die kochfeldgerechte, weil energieeffiziente Größe der Töpfe, die Komposition und Stärke der Materialien sowie die Ebenheit des Produkts, die davon abhängige Wärmeverteilung und Erhitzungszeit, der äußere Hitzeschutz und die gute Stapelbarkeit sowie die Anbrenngefahr bei bestimmten Speisen und die Praxis