···Home ··· Trends ··· Deejo: „Noch ein Messer braucht kein Mensch.“

Deejo: „Noch ein Messer braucht kein Mensch.“

Das sagt ausgerechnet Jürgen Schneider, der mit Deejo Messer verkauft. Dahinter steckt die Überzeugung: Der Markt braucht nicht mehr vom Gleichen.

Jürgen Schneider bringt als Geschäftsführer der Koriolis GmbH die Marken Deejo und Akinod in den deutschen Fachhandel. Im Gespräch erklärt er, was Paris mit gutem Design zu tun hat, warum gute Produkte allein nicht mehr reichen und warum sein Team gerne Dinge einfach mal macht.

Herr Schneider, „Noch ein Messer braucht kein Mensch“ – eine ziemlich gewagte Aussage für jemanden, der Messer verkauft.
Nur wenn man den zweiten Teil weglässt. Wir brauchen nicht noch mehr vom Gleichen. Wenn wir ein neues Produkt entwickeln, muss es einen Grund geben, warum es existiert.
Bei Deejo sind das außergewöhnliche Produktdesigns, gravierte Klingen, besondere Materialien oder innovative Verpackungen. Natürlich muss ein Messer in erster Linie hervorragend schneiden. Unser Anspruch ist deshalb nicht Design statt Funktion, sondern Design plus Funktion. Wir wollen Produkte schaffen, die man nicht nur braucht, sondern wirklich haben möchte.

Deejo kennt man vor allem für Taschenmesser. Warum jetzt Küche und gedeckter Tisch?
Weil die Idee hinter Deejo nicht am Taschenmesser hängt. Es geht darum, aus einem alltäglichen Gegenstand etwas Persönliches zu machen.
Diese Idee übertragen wir auf Küche und Tisch. Mit der Küchenmesserkollektion „Cuisine“ haben wir Chef-, Sankai- und Tranchiermesser eingeführt, dazu kommen Tafelmesser, Schälmesser und ganz aktuell unser limitiertes Damast-Tranchierset.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Artikel ins Sortiment zu stellen. Ein Produkt muss unsere Handschrift tragen. Im besten Fall sieht man es und denkt schon vor dem Blick aufs Logo: Das ist Deejo.

Woher kommt diese starke Designsprache?
Sicherlich steckt da ein gutes Stück französische Seele drin. Unser Mutterhaus sitzt in Paris, und unsere französischen Kollegen haben ein fantastisches Gespür für Design, Farben und Details.
Paris prägt: Mode, Architektur, Gastronomie, Kunst. Gestaltung ist dort überall präsent. Bei uns geht es deshalb nicht nur darum, ob etwas funktioniert, sondern auch darum, wie Materialien zusammenspielen, wie eine Gravur wirkt oder wie ein Messer auf einem gedeckten Tisch aussieht.
Wir in Deutschland bringen die Nähe zum deutschen Fachhandel und Markt ein. Diese Kombination funktioniert sehr gut.

Was braucht der Fachhandel heute von einer Marke?
Mehr als eine Preisliste und einen Karton mit Ware.
Ein gutes Produkt allein reicht heute nicht mehr. Wenn es anschließend im Regal liegt und niemand darüber spricht, haben wir nur die Hälfte unserer Arbeit gemacht.
Deshalb gehört Marketing für uns zum Produkt: Kampagnen, Sondereditionen, saisonale Themen oder Personalisierung schaffen immer wieder neue Gesprächsanlässe.
Wir wollen dem Händler nicht einfach ein Produkt ins Regal stellen. Wir wollen ihm Gründe liefern, darüber zu sprechen.

Schneiden wie eine Göttin in Frankreich: Mit seiner von japanischen Klingen inspirierten Linienführung vereint das Deejo Sankai lebendige Schärfe mit souveräner Präzision.

Wo passt die Besteck- und Accessoire Marke Akinod in diese Philosophie?
Akinod ist bunter und verspielter, die Denkweise dahinter aber sehr ähnlich. Wir beschäftigen uns mit alltäglichen Situationen – Mittagessen im Büro, Schule, Picknick oder Reise – und fragen uns: Warum müssen die Produkte dafür eigentlich langweilig sein?
Das sieht man bei unserem magnetischen Besteck, aber besonders bei unseren Lunch- und Isoliertaschen. Eine Isoliertasche muss nicht aussehen, als käme sie aus der Campingabteilung. Unsere Taschen orientieren sich an Mode, aktuellen Farben und Formen.
Vielleicht ist auch das ein bisschen Paris: Funktion ja – aber bitte mit Stil.

Sie sind in Deutschland ein kleines Team. Wie schaffen Sie diesen Aufwand?
Vielleicht gerade deshalb. Unsere Wege sind kurz. Wenn wir eine Idee gut finden, können wir schnell entscheiden und umsetzen. Wir brauchen nicht fünf Meetings und drei Hierarchieebenen.
Wir probieren gerne Dinge aus. Nicht jede Idee muss vorher in einer Excel-Tabelle bis zur letzten Nachkommastelle bewiesen sein. Manchmal muss man einfach sagen: Das ist eine gute Idee. Das machen wir jetzt.
Wir haben Lust darauf, unsere Marken weiterzuentwickeln, Marketing zu machen und gemeinsam mit unseren Händlern Geschäft zu machen. Dieses „Bock haben“, etwas zu bewegen, gehört für mich zu uns.

Was dürfen wir als Nächstes erwarten?
Stillstand jedenfalls nicht. Bei Deejo werden wir Küche und gedeckten Tisch konsequent weiterentwickeln.
Und auch bei Akinod denken wir weiter: neue Lösungen für unterwegs, neue Designs und Produkte, bei denen Mode und Funktion noch stärker zusammenkommen.
Mehr möchte ich noch nicht verraten. Nur so viel: 2027 wird für beide Marken ein ziemlich spannendes Jahr. Uns gehen die Ideen noch lange nicht aus.

Von Pariser Design und funktionalen Produkten bis zum Mut, Ideen schnell umzusetzen: Jürgen Schneider erklärt, wie Deejo und Akinod mit eigenständiger Gestaltung, Nähe zum Fachhandel und Lust am Ausprobieren neue Impulse setzen.

deejo.de
akinod.de


Aus dem Magazin

KitchenTrend Winter 2026