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Imm Cologne: Die Gewinner des 17. Pure Talents Contest
Mittwoch, 15.01.2020 | 00:00

Die Preisträger des 17. Pure Talents Contest wurden auf der internationalen Einrichtungsmesse Imm Cologne bekanntgegeben. Im Rahmen der Preisverleihung auf dem Veranstaltungsforum The Stage (Halle 3.1) vergaben die Jury und Matthias Pollmann, Geschäftsbereichsleiter Messemanagement bei der Koelnmesse, insgesamt drei Preise, zwei Special Mentions und der erstmals ausgelobte Audience Prize.

Die Preisträger wurden aus den 20 nominierten Entwürfen ausgewählt, die in der Sonderausstellung des Pure Talents Contest auf in Halle 3.1 zu sehen sind. Einen Tag vor Beginn der Messe konnten die Designer der Jury ihre Entwürfe life präsentieren. Viele der ausgewählten Nominees legten dieses Mal den Fokus auf Nachhaltigkeitskonzepte, indem sie durch Materialwahl und -behandlung, Transportierbarkeit oder die Bewusstmachung unseres Umgangs mit Ressourcen auf das Thema aufmerksam machen. Aber auch Mobilität und Flexibilität der Einrichtung beschäftigte die Nachwuchsdesigner.

Einfach und genial

Den ersten Preis vergab die Jury an Marie Kurstjens und Iva Coskun (Deutschland) für ihren zusammenklappbaren und universell einsetzbaren Tisch Levi. Auf den ersten Blick wirkt Levi wie ein normaler, simpler Tisch mit einer Holzplatte auf einem Metallgestell. Doch durch ein gelenkartiges Scharnier kann das Gestell in allen möglichen Winkeln aufgestellt und arretiert werden, um Platten verschiedener Formate aufzunehmen – vom Esstisch-Quadrat bis zum Arbeitsplatz-gerechten Rechteck. Levi steht laut Jury für eine Tendenz zu transportoptimierten Flat Pack-Produkten, die bei den Wettbewerbsbeiträgen auffällt. Viele Produkte kommen auch gezielt dem Bedarf nach flexiblem Einsatz im täglichen Gebrauch wie auch bei Umzügen entgegen. „Der Tisch wirkt so einfach und selbstverständlich, als gäbe es ihn schon seit Jahren. Dabei ist es ein neues Produkt. Das an sich ist schon eine ästhetische Qualität“, kommentiert Johannes Hünig die Entscheidung der Jury.

Der zweite Preis geht an Omit – einen nicht-elektrischen, handbetriebenen Staubsauger, entworfen von Hiroyuki Morita (Japan). Anwendungen wie etwa Kühlschränke oder Staubsauger sind eng mit der Einrichtung verbunden. Omit zeigt, dass auch Anwendungen ohne smarte Technik und Energie machbar sind. Philippe Malouin: „Omit ist ein sehr intelligenter Entwurf; mit der innen liegenden Mechanik und der Gestaltung des Gehäuses verkörpert die Designerin für mich die ideale Mischung aus Erfinder und Designer.“ „Omit ist auch ein Zeichen gegen die um sich greifende Elektrifizierung einfachster Handgriffe – wie beispielsweise einer elektrischen Pfeffermühle“, findet Sebastian Herkner, und Suvi Saloniemi betont: „Er ist einfach gut gestaltet, sodass er für eine spontane Nutzung auch gut in einem offenen Regal liegen kann, ohne negativ aufzufallen.“

Auch der dritte Preis geht an ein Produkt, das Energie zum Thema macht – dieses Mal in Form von Licht. Die Leuchte Jojo, entworfen von Sofia Souidi (Deutschland), wird durch Ziehen an einer Schnur gestartet und mit der Zeit dunkler, bis sie gänzlich erlischt; durch die Veränderung des Lichts soll ein Zeitgefühl beim Nutzer erzeugt werden. „Jojo ist auf eine fast poetische Weise sehr intuitiv und bringt einen zum Lächeln“, ergänzt Johannes Hünig.

Instagram-Abstimmung

Der in diesem Jahr zum ersten Mal ausgelobte Audience Prize geht als Ergebnis des Instagram Votings an den Flow Chair von Fillip Lenarick (Polen) – ein weiteres Flat Pack-Produkt, einfach zusammenzubauen und komfortabel, ein Sitzmöbel, das gut in ein modernes, luftiges Interieur passt.

Dieses Jahr vergab die Jury gleich zweimal eine Special Mention: Zum einen an Aspirator von Qing Deng (China) – eine Art Sitzsack, der durch Schallwellen aufgeblasen wird, die durch Schreien in einen Trichter ausgelöst werden. „Aspirator erinnert in seiner Ästhetik an die 60er-Jahre, vom Konzept her aber an den Performance-Charakter mancher Designs aus den 90er-Jahren, von dem wir heute wieder mehr brauchen könnten“, urteilte die Jury. Die zweite besondere Erwähnung erhält According to the Grain, ein Sitzmöbel zur Würdigung der Materialität von Holz, entworfen von Sho Ota (Japan). Die härteren Äste des Holzes werden durch Sandstrahlen der weicheren Teile herausgearbeitet, wodurch trotz der herausragenden Ast-Rudimente eine insgesamt weiche Oberfläche entsteht. „Der Entwurf hebt etwas hervor, was wir sonst als angeblichen Materialfehler verstecken. Und obwohl es unbequem aussieht, sitzt man auf Bank und Hocker erstaunlich komfortabel“, ist sich die Jury einig. Suvi Saloniemi: „Es ist ein Möbel, das uns denken und fühlen macht und uns anhält, uns unsere Beziehung zu den Objekten bewusst zu machen, die wir nutzen.“

Pure Talents Contest

Der Nachwuchswettbewerb für Designer bestätigte mit 862 Produkteinreichungen aus 59 Nationen wieder sein internationales Renommee. Im Herbst kam die jährlich neu zusammengestellte Jury des Pure Talents Contest in Köln zusammen, um die Produkteinreichungen aus aller Welt zu sichten. 20 Produkte wurden für die Sonderausstellung nominiert, wo sie von ihren Designern präsentiert werden. Die Ausstellung des Pure Talents Contest in Halle 3.1 zieht jedes Jahr während der Imm Cologne Design-Interessierte und Design-Macher an.

Entsprechend seinem hohen Anspruch an Qualität und Internationalität war auch die Jury des Pure Talents Contests 2020 wieder hochkarätig besetzt: Dieses Mal mit den Designern Sebastian Herkner (Deutschland), Philippe Malouin (Großbritannien), Designerin Gesa Hansen (Deutschland/Dänemark), dem Art Director von Cappellini, Giulio Cappellini (Italien) sowie dem Ideat-Redakteur Johannes Hünig und der Chefkuratorin des Design Museums Helsinki, Suvi Saloniemi.

Der von der Koelnmesse zum 17. Male ausgelobte und organisierte Wettbewerb richtet sich speziell an Gestalter, die sich noch im Studium befinden oder ihre Ausbildung gerade erst beendet haben. Er gehört zu den weltweit renommiertesten internationalen Wettbewerben für junges Design.

Sonderausstellung des Pure Talents Contest auf der Imm Cologne 2020 (Foto: Koelnmesse)


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