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Faber-Castell baut Klima-Engagement weiter aus
Dienstag, 14.01.2020 | 00:00

Die Faber-Castell Gruppe produziert dank eigener Wälder klimaneutral und nutzt zu 82 Prozent erneuerbare Energiequellen. Auch Deutschland und Peru haben für 2020 neue Energieverträge unterzeichnet. An ambitionierten Umweltzielen hält das Unternehmen fest – trotz stagnierender Konjunktur und Krisenmärkten in Lateinamerika.

Als 2013 ein Faber-Castell Werk in Engelhartszell vom Donau-Hochwasser erfasst wurde und Maschinenanlagen und Waren versanken, hatte das Unternehmen das Unglück nicht nur für eine Runderneuerung genutzt und die Haustechnik in einem neuen, hochwassersicheren Gebäude untergebracht, sondern es wurde mit dem Einbau von modernen Energie-Rückgewinnungssystemen in den Produktionshallen und Büros zum Selbstversorger in Sachen Heizkraft. Strom bezieht das Zweigwerk seither zu 100 Prozent aus nachhaltigen Quellen. Mittlerweile nutzen die Faber-Castell Werke gruppenweit zu über 82 Prozent thermische und elektrische Energie aus regenerativen Quellen. Das Stammhaus im mittelfränkischen Stein ist dank einer Wasserturbine seit Jahrzehnten Ökostrom-Produzent. Besonders Lateinamerika nimmt im Bereich Energiebedarf eine führende Rolle ein. Brasilien, weltgrößter Bleistiftproduzent und Exporteur von Schreib- und Zeichengeräten in über 70 Länder, hat 2006 begonnen, Energie aus erneuerbaren Quellen zuzukaufen. Seit 2019 setzt das Werk ausschließlich Ökostrom ein und hat sich auch durch ambitionierte Umweltziele im Bereich der Abwasser- und Abfallentsorgung maßgeblich verbessert.

CO2-neutrale Produktion durch eigene Aufforstung
Die weltweiten Faber-Castell Produktionsgesellschaften in neun Ländern fertigen dank der 10.000 Hektar firmeneigenen Kiefernforste in Brasilien klimaneutral. Dies ist einmalig in der Branche. Die 100 Prozent FSC-zertifizierten Wälder liefern den Rohstoff für das brasilianische Bleistiftwerk und decken 87 Prozent des weltweiten Holzbedarfs der Faber-Castell Gruppe. Das darüber hinaus verwendete Holz ist ebenfalls FSC- und PEFC-zertifiziert, so dass die eigenproduzierten 2,3 Milliarden Blei- und Farbstifte in der Gruppe zu 100 Prozent aus nachhaltigen und damit nachwachsenden Quellen stammen.

Faber-Castell veröffentlicht regelmäßig seine gruppenweiten Umweltkennzahlen und stellt somit Transparenz in Sachen Nachhaltigkeit her. Mit dem Einsatz von 82 Prozent umweltfreundlicher Energieträger und der nachweislich klimaneutralen Produktion durch eigene Wälder hat das Unternehmen ein Alleinstellungsmerkmal. Der hohe Anteil erneuerbarer Energien – und damit der Vorsprung bei der positiven Klimabilanz – soll weiter ausgebaut werden: Für 2020 haben Deutschland und Peru Verträge mit Ökostrom-Lieferanten unterzeichnet, allein Peru rechnet mittelfristig mit einer Halbierung der CO2-Emissionen.

Hohe Umweltziele trotz Umsatzrückgang
Faber-Castell hat sich auch weltweit zum Ziel gesetzt, den Anteil an Kunststoff bei Verpackungen zu reduzieren und für Produkte zunehmend Recyclingmaterialien einzusetzen. Trotz abflauender Konjunktur hält das Unternehmen an ambitionierten Umweltzielen fest. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 18/19 erwirtschaftete die Gruppe einen Umsatz von 587,5 Mio. Euro (Minus 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Währungsbereinigt ergibt sich ein leichtes Plus von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Besonders erfreulich entwickelt sich der chinesische Markt, auf dem unsere Potenziale aus unserer Sicht noch nicht gehoben haben“, sagt Vorstandsvorsitzender Daniel Rogger. Für das laufende Geschäftsjahr 19/20 erwartet Rogger Umsätze auf Vorjahres-Niveau, insbesondere angesichts der für die Gruppe bedeutenden Märkte in Lateinamerika, die von politischen und wirtschaftlichen Krisen betroffen sind: „Derzeit ist die Lage dort unübersichtlich. Chile und Peru hatten bis Mitte 2019 erfreulich gewirtschaftet, jetzt müssen wir die Entwicklungen abwarten, das gilt auch für die Märkte in Argentinien, Kolumbien und Brasilien.“ Südamerika spielt für die Faber-Castell Gruppe eine zentrale Rolle und ist für circa 45 Prozent des Umsatzes verantwortlich. Vorstandsvorsitzender Rogger gibt sich zur zukünftigen Entwicklung zuversichtlich: „Mit unserem Fokus auf Kreativprodukte, unserer dezentralen Organisationsstruktur und soliden Finanzkennzahlen sind wir gewappnet für ein schwieriger werdendes Marktumfeld. Wir glauben, dass wir gerade mit unseren Umweltthemen, die uns vom Wettbewerb differenzieren, beim Verbraucher punkten können – nicht nur in Europa, sondern zunehmend auch in Asien und Amerika.“


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