ZWEI MAGAZINE - EINE WELT

„Graspapier“

Im grünen Bereich

Was für eine grandiose Erfindung: Indem man einen Teil der Holz-Zellstoffe bei der Papierherstellung durch Gras ersetzt, spart man Energie, Wasser sowie Chemikalien und reduziert auch noch die CO2 Emissionen. Wir sprachen mit Uwe D’Agnone, CEO und Gründer der Creapaper GmbH und Erfinder des „Graspapiers“.

Wie entstand die Idee, aus Gras Papier herzustellen?
>> Ich habe Ende 2012 einen Fernsehbericht über die Herstellung von Papier gesehen und war erschrocken über den immensen Energieverbrauch und die Umweltbelastung durch die Herstellung von Papier aus dem Rohstoff Holz. Da ich schon viele Jahre im Bereich von nachhaltigen und ökologischen Produkten selbständig war, habe ich mir Gedanken gemacht, ob man mit anderen Rohstoffen ökologischer arbeiten könnte. Dabei habe ich unter anderem mal nicht nach oben geschaut nach allem, was hoch wächst, sondern auch nach unten –und bin auf Gras gekommen. Eine extrem schnell nachwachsende Pflanze, die mehrmals im Jahr geerntet werden kann. Denn im Vergleich zu einem Baum, der zur Nutzung als Papierrohstoff gefällt werden muss, wächst die Graspflanze nach dem Schneiden weiter – es ist ein wenig so wie Haare schneiden. <<

Was ist das Besondere von Graspapier? 
>> Im Vergleich zur Frischfaser aus Holz spart die Herstellung der Grasfaser bis zu 75 Prozent der CO2-Emissionen. Wir reduzieren den Verbrauch von Wasser um 99 Prozent, den Einsatz von Energie um 90 Prozent und benötigen keine Chemie. Die Transportwege von Holz werden von rund 4.000 Kilometer bei Gras auf einen Radius von unter 250 Kilometer reduziert. Nimmt man nun diese Grasfaser als Rohstoff für ein Papier, mischt man es mit Frischfasern aus Holz oder Altpapier und so entsteht das derzeit ökologischste Papier der Welt! <<

Flora & Fauna nachhaltig und hübsch: Das Geschenk-Graspapier von Creapaper mit Blumen-Motiven und Schmetterlingen

Der Erfinder des „Graspapiers“: Uwe D’Agnone, CEO von Creapaper

Für welche Sortimente eignet sich Graspapier? 
>> Eigentlich für jede Art von Papier oder Verpackung. Hauptsächlich findet Graspapier derzeit Verwendung für Verpackungen im direkten Lebensmittelkontakt (zum Beispiel Obst- und Gemüseschalen) und als Ersatz für Single use Plastics (zum Beispiel Plastiktüten, Strohhalme, Kaffeebecher etc.) in der Systemgastronomie oder im Einzelhandel. <<
 
Wie kann der Handel von der neuen Papiersorte profitieren? 
>> Graspapier ermöglicht den direkten Umstieg von plastikbasierten Verpackungen auf nachhaltige, faserbasierte Lösungen. Ebenso ersetzen wir Altpapierprodukte, die aufgrund des neuen Verpackungsgesetzes nicht mehr für den Einsatz im direkten Lebensmittelkontakt erlaubt sind. Und nicht zuletzt: Eine Graspapiertüte statt einer Plastiktüte ist der perfekte, nachhaltige Ersatz und darüber hinaus ein Statement für jeden Retailer und jedes Markenartikel-Unternehmen, das es ernst meint mit Umweltschutz und CO2-Reduzierung! <<
 
Haben Sie ein persönliches Lieblingsprodukt? 
>> Jedes neue Produkt ist „mein Lieblingsprodukt“. Vor Kurzem haben wir die ersten funktionalen Graspapierprodukte präsentiert, zum Beispiel ein Wrappaper für Burger im Fastfood-Bereich, die bereits sehr erfolgreich bei McDonalds getestet worden sind. Mein Favorit ist der neue Strohhalm aus Graspapier, den wir liebevoll „Grashalm“ nennen – da werden wir in Kürze eine Version präsentieren, die sich im Vergleich zu den anderen derzeit auf dem Markt verfügbaren Papierhalmen deutlich in ihrer Haptik unterscheidet und vor allem nicht mehr so unangenehm an der Lippe kleben oder nach Papier schmecken. Das wird ein Super-Produkt. Da freue ich mich schon drauf! <<
www.creapaper.de

Zurück zur Übersicht "Themen & Trends"