ZWEI MAGAZINE - EINE WELT

Affen-Spektakel

Exotische Üppigkeit

Dschungelmotive begleiten uns nun schon länger beim Wohnen und der Trend hält an. Die Kombination aus Natürlichkeit und exotischer Üppigkeit finden wir einfach besonders reizvoll. Jetzt kommt ein neuer Eyecatcher ins Spiel – Affen.

Ein Affe mit großem Blatt auf dem Kopf wird zur BlickfangSchüssel bei Hoff Interieur

Eine grüne Üppigkeit mit großem Blattwerk und ein paar exotische Blumen in farbenfroher Pracht dazwischen – so stellen sich viele das Paradies vor. Mit Dschungelmotiven verbinden wir zum einen eine unberührte wilde Natur, was unsere Sehnsucht nach Natürlichkeit stillt, aber auch eine fremde Exotik, die den Globalisierungs-Trend aufgreift. Dschungel-Motive beziehen sich also direkt auf zwei Megatrends, so dass nachvollziehbar ist, dass sich dieser Trend so lange hält. Damit dieser Trend aber immer wieder eine neue Facette bekommt, denn schließlich wollen wir nichts kaufen, was wir schon im Schrank haben, wechseln die Protagonisten dazwischen. Erst flogen Papageien und Kakadus durch das Grün, dann schritten Tiger majestätisch zwischen den Bäumen und jetzt schauen uns frech schwingende Affen entgegen. In der chinesischen Astrologie war 2016 das Jahr des Affen, so dass da bereits einige interessante Designexponate erschienen sind, aber erst jetzt weitet sich der Trend so richtig aus. Manche zweifeln vielleicht, ob Affen wirklich so eine breite Masse ansprechen können, und denken, dass die haarigen Verwandten doch eher etwas für die junge Zielgruppe sind. Übersehen wird dabei aber, dass Affen schon auf historischen Tapeten zu sehen sind, und dass sie je nach Material und Darstellungsart nicht nur niedlich, sondern sogar klassisch elegant aussehen können.

Affige Deko

Hierzulande löst der Affe teils negative Assoziationen aus, besonders bei Erwachsenen. Da bezeichnet man als „affig“ Übertriebenes, Albernes bis hin zu Arrogantem. Ist man wie „vom Affen gebissen“ oder wie ein „wilder Affe“, dann verhält man sich wild und ungezügelt. Im Orient wird er dagegen wegen seiner vielseitigen Fähigkeiten verehrt. Der heilige Affe Hanuman ist in Indien eine hinduistische Gottheit mit der Gestalt eines Affen. Im Epos Ramayana tritt er als treuer Helfer des Gottes Rama auf und heute gehört Hanuman zu den populärsten Hindu-Göttern. Im alten Ägypten wurde Thot verehrt. Mit Ibiskopf oder in Paviangestalt war Thot der ägyptische Gott des Mondes, der Magie, der Wissenschaft und der Weisheit. Der Affe ist ein spielfreudiges, gewitztes und kluges Wesen, das neugierig und mutig die Welt ergründet, weshalb Kinder ihn so lieben. Und da er sich auch sehr gut als Druckmotiv eignet und auf vielen Produkten eine gute Figur macht, sollte man seine Vorurteile noch einmal überdenken und sich vom Charme dieses Gesellen einfangen lassen.

Ambiente Europe hat erkannt, dass Orang-Utans zwischen üppigem Dschungelgrün nicht nur sehr gut Servietten, Kerzen und ein kleines Tablett schmücken, sondern sogar Shopper und Kosmetiktasche, die nun neu das Sortiment bereichern. Figürliche Produkte sind die letzten Jahre in unserem im Moment vorherrschendem Dekorationshoch wieder wichtiger geworden und da ist es klar, dass nun auch Deko-Affen wichtig werden. Der belgische Hersteller Fancy Home Collection verbindet dabei die Affen mit einem zweiten angesagten Trend, nämlich samtige Oberflächen, indem er Schimpansen aus Resin mit einer grün beflockten Oberfläche zeigt. Aber nicht nur als Dekorations-Element machen Affen eine gute Figur, sondern auch als Möbel. Bereits 2015 wurde der Beistelltisch Monkey von BD Barcelona in Mailand während der Designweek vorgestellt. Entworfen wurde er von Jaime Hayon, der als Material Architekturbeton gewählt hat, so dass eine interessante Spannung zwischen dem Material und dem Motiv aufgebaut wird. Wie schön, dass hier Funktion mit einer Prise Humor angereichert wurde, die überall, selbst auf der Terrasse, zum Hingucker wird, denn Monkey in grau ist für den In- und Outdoorbereich geeignet.

Ein Orang-Utan schmückt bei Ambiente Europe den gedeckten Tisch und neu auch Taschen

Kecker Diener: Der Beistelltisch Monkey wurde bereits 2015 von Jaime Hayon für BD Barcelona entworfen

Wildes Leuchten

Ebenfalls 2015 hat Seletti die Monkey Lamp auf den Markt gebracht, die nicht nur in Wohnzimmern zum Eyecatcher wurde, sondern auch in Schaufenstern und den Innenräumen von Geschäften. Die Leuchte ist dabei recht lebensecht und detailliert in Affenform nachgearbeitet. In verschiedenen Versionen sitzt oder steht der Affe oder hängt gar akrobatisch an einem Seil und hält dabei immer eine Glühbirne in der Hand. Der italienische Designer Marcantonio Raimondi Malerba, der die Monkey Lamp erdacht hat, ist in Sachen kreativer Lichtgestaltung in einer ganz eigenen Liga unterwegs. Nach dem doch recht großen Erfolg dieser eher speziellen Leuchte kam dann 2019 ein Nachfolger auf dem Markt – die Monkey Chandelier. Hier haben gleich mehrere kleine Affen schelmisch einen Kronleuchter übernommen. In komplett schwarz oder weiß ist der Kronleuchter aus Resin trotz der Farbreduktion ein wahrer Hingucker im Raum. Mittlerweile gibt es noch viele weitere Leuchten, die ebenfalls eine Affenform aufgreifen. Mit goldenem Leuchtenfuß zeigt sich die Tischleuchte Gorilla von Kare Design. Ein kräftiger haariger Kerl sitzt da auf dem Boden und über ihm schwebt ein Leuchtenschirm aus schwarzem Polyestergewebe, der innen die goldene Farbe wieder aufgreift und somit das Licht noch mehr zum Strahlen bringt. Der Leuchtenfuß ist aus Polyresin und hat eine stattliche Höhe von 70 Zentimetern. Aber auch Kerzenleuchter bekommen mit Affen eine neue interessante Aussage. Bei Gift Company chillt bei einem Drei-Arm-Leuchter ein Schimpanse ganz entspannt unter Palmen. Mit einer Höhe von 41 Zentimetern sorgt dieser Kerzenständer aus Polyresin in Altsilber Finish auf jeden Fall für Aufmerksamkeit auf einer gedeckten Tafel.

Stattlich: Bei der Tischleuchte Gorilla von Kare Design wird ganz klassisch gold mit schwarz kombiniert / Die Monkey Chandelier ist der Nachfolger zur Monkey Lamp der avantgardistischen Marke Seletti / Tropic Time: Dschungelfeeling auf dem Tisch bringt der Kerzenleuchter mit Schimpanse von Gift Company

Textiles Affentheater

Die neue Chinoiserie Kollektion von Milou Milano erzählt exotische Geschichten auf reinem Leinenstoff. Inspiriert vom Porzellan des 18. Jahrhunderts und der auch damals orientalischen Faszination wird hier das Motiv in einer zeitgenössischeren Stimmung neu interpretiert. Das Ergebnis ist ein ironischer und extravaganter Toile de Jouy, bei dem auf blumenberankten Ästen lustige Affen und elegante Tiger sitzen. Mit Tischläufern, Tischsets und Servietten kann man hier eine elegante, verzauberte Dschungelwelt auf dem Tisch erschaffen. Bei der neuen Kollektion von pad geht es ebenfalls exotisch und wild zu. Schlangen, Tiger, Colibris und eben auch Affen zieren Kissen und Decken in bunten Mustern und exotischer Farbigkeit. Die Kissenhülle Monkey aus reiner Baumwolle gibt es dabei in Petrol, Taupe und Apricot und die Decke Monkey in Grau und Blau. So kann man mit ein bisschen Textil dem Wohnbereich einen exotischen Touch verleihen.

Klassiker: Die Chinoiserie Collection von Milou Milano ist ein klassischer und doch moderner Toile de Jouy

Tropisch Abhängen: Der Spider Monkey von Plant Animals bringt Dschungel- Feeling in die Topfpflanze

Indoor-Dschungel

Zimmerpflanzen sind seit einiger Zeit wieder total angesagt beim Interior-Styling. Mit den Plant Animals aus Messing von Another Studio wird aus jeder normalen Zimmerpflanze ein kleiner Indoor-Dschungel. Schlangen schlängeln sich da elegant über die Blätter, ein Faultier hängt gechillt am Ast herunter, ein Orang-Utan scheint sich von Ast zu Ast zu schwingen und ein Spider Monkey hängt kess an seinem Schwanz kopfüber herunter. Eine witzige kleine Dekoration für den Großstadt-Dschungel und auch originelles Geschenk für Pflanzen liebende Freunde. Another Studio ist eine Londoner Designboutique, die 2009 von Aimée Furnival mit dem Ziel gegründet wurde, schön gestaltete Haushaltswaren und Geschenke herzustellen. Vanessa Mitrani ergänzt ihre White-Kollektion, die ein poetisches Bestiarium seit Jahren fortsetzt, um die Serie „Swing“. In der geblasenen Glasvase schaukeln da zwei nette Affen aus Bronze geschmeidig auf Lianen. Ein Becher und ein Becher-Set runden die Kollektion ab, welche mit dem altmodischen Charme von Gravuren spielt, die jedoch nun auf leichte und transparente Formen angewendet werden.

Kids World

Kinder lieben Affen. Es macht ihnen großen Spaß zuzuschauen, wie sich diese fröhlich durch die Bäume schwingen oder auf dem Rücken ihrer Eltern zu reiten scheinen. Die Kinderzimmerwand darf von daher gerne mit solch einem haarigen Freund geschmückt werden. Photolini bietet ein Poster mit einem Affen-Portrait in Aquarelltechnik an. Die Posterrahmen sind hier aus MDF gefertigt und wirken dank 14 Millimeter schmaler Leiste modern schlicht und zurückhaltend, denn das Bild soll hier der wichtige Protagonist sein. Jeder Rahmen ist mit einer bruchsicheren Acrylglasscheibe ausgestattet, die eine matte Oberfläche hat, um eine Spiegelung des Motivs zu verhindern, und hat eine stabile Rückwand mit Aufhänger. Kuscheltiere dürfen in keinem Kinderzimmer fehlen und halten teils auch Einzug in die Wohn- und Schlafzimmer Erwachsener. Gerade die gehäkelte Variante eines Affen lässt dabei gerne die Herzen von Groß und Klein höher schlagen. Wer sich das selber Häkeln nicht zutraut, kann dabei zum Beispiel auf den Affen aus Baumwolle von Ib Laursen zurückgreifen, den es mit Schal in Hellblau oder Hellrosa gibt.
Ein wahres Affen-Theater zieht da gerade in unsere Wohnräume ein. Gorillas, Schimpansen, Orang-Utans und andere Gesellen bevölkern nun mit Leuchten, Vasen und Figuren sowie als Druckmotive unsere vier Wände und setzen damit beim tropischen Dschungel neue Akzente.
TRENDagentur Gabriela Kaiser,
www.TRENDagentur.de

Das Kinderposter Affe von Photolini zeigt sich in angesagter Aquarell-Optik

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