Coming Up

Brandheiß befeuert

Grillen liegt weiterhin im Trend: Immerhin Dreiviertel aller deutschen Haushalte grillt laut einer Nielsen Studie regelmäßig. Und um die Grillmeister bei der Stange oder vielmehr am Feuer zu halten, hat sich die Branche wieder einiges einfallen lassen wie man im September auf der spoga + gafa entdecken konnte. Ein Einblick.

Coming Up (Foto: Istockphoto.com/portostock)

Der beliebteste Grill bleibt nach wie vor der Holzkohlegrill: Viele schwören auf den unverwechselbaren Geschmack und den Spaßfaktor von offenem Feuer. Doch kann es bei einem Klassiker wie dem Holzkohlegrill noch Weiterentwicklungen geben? Ja kann es, wie Dögel in Zusammenarbeit mit Wilhelmgrill beweist. Im vergangenen Jahr stellte das Unternehmen bereits das Premium Modell eines App-gesteuerten Holzkohlgrills vor. Mit Futuro wurde auf der spoga + gafa ein zweites Modell des smarten Grills gelauncht, das in Serie produziert werden soll und so erheblich günstiger als das Erstmodell angeboten werden kann. Ebenso wie das Ausgangsmodell ist der „Futuro“ in der Lage, mit Holzkohle und Lüftungssystem einen Kamineffekt zu erzeugen und innerhalb von zehn Minuten auf bis zu 600 Grad Celsius aufzuheizen. Mithilfe der „Willhelm Grill App“ können die höhenverstellbare Glutwanne sowie die Lüftung gesteuert werden, um so die Wunschtemperatur komfortabel und präzise zu bestimmen und dauerhaft zu halten. Der Einstellbereich liegt dabei zwischen 150 und 600 Grad Celsius.Die nötige Stromzufuhr bezieht das Modell per Akku oder aus der Steckdose.

Auch Weber bringt das Grillen in Sachen Digitalisierung weiter voran: Mit dem Weber Connect HUB, an das bis zu vier Temperatur-Fühler angesteckt werden können, steht jetzt ein Grillassistent zur Verfügung, mit dem auch Grillanfängern Rezepte jenseits von Steak und Bratwurst gelingen.
Darüber hinaus hat Weber verlauten lassen, dass zum Jahresanfang der Pellet-Grill SmokeFire gelauncht werden soll, einen ersten Eindruck gibt es bereits auf Instagram. Ebenso kündigten Broil King und Moesta Pelletgrills für die kommende Saison an. Der Vorteil von Pelletgrills liegt in ihrer Vielseitigkeit – selbst Räuchern stellt kein Problem dar. Kamado Joe stellte mit Pellet Joe sogar den ersten Pellet Kamado vor.
Monolith setzt auf eine andere Technik: Mit dem Monolith Icon bringt das Unternehmen einen mobilen Keramik-Grill auf den Markt, der dank eines patentierten Systems die Möglichkeit bietet, den Deckel abzunehmen und dann mit einer Feuerplatte zu betreiben.

Stylish und funktional.Die Outdoorküche von Everdure

Raumwunder: Der zerlegbare Gasgrill Skotti ist federleicht und platzsparend zu verstauen

Feuerstelle: Auf offenem Feuer grillen, hat immer Saison. Im Bild eine Feuerstelle von Remundi

Brennendes Verlangen

Viele Hersteller zeigten Feuerstellen, an denen man sich nicht nur wärmen, sondern mit denen man auch grillen kann. Vom Luxus-Standmodell für größere Familienfeste, über mobile Geräte, die auf Rollen gezogen werden können (Ofyr) bis hin zur stylishen Tischaufsatz-Feuerstelle (Tabl‘O von Ofyr) oder dem – zugegebenermaßen nicht mehr ganz neuen aber immer noch hochaktuellen – Cube von Höfats: Alle Modelle überzeugen mit der magischen Anziehungskraft von offenem Feuer. Allen, die diese Art zu Kochen perfektionieren wollen, sei das Buch „Feuerküche, Genussvoll kochen über offenem Feuer“ aus dem atVerlag empfohlen. In dem Buch werden alte Techniken, Feuerarten und Rezepte vorgestellt.

Mobil unterwegs: Der ausziehbare Grill von Knister verfügt über einen Lenkeradapter für Fahrrad

Outdoorküchen

Doch kein Trend ohne Gegentrend: Für alle, die komfortabel alle Annehmlichkeiten einer Küche auch im Freien genießen wollen, gibt es eine Vielzahl an Outdoorküchen: von mobilen Geräten, die neben dem Grill Abfallbehälter, Platz für Utensilien, Arbeitsfläche und je nach Anbieter weitere nützliche Features verfügen, über modulare Systeme, die sich bei Bedarf um Spüle, Kühlschrank, Stauraum oder Arbeitsfläche erweitern lassen, bis hin zur installierten Außenküche aus Stein, Holz oder Edelstahl. Und auch in dieses Segment hält der Trend zur Nachhaltigkeit Einzug: Das Unternehmen Wittekind aus Löhne fertigt Möbel und Outdoorküchen aus heimischen, gebrauchtem, und längst abgewitterten Fichtenholz. So wird für die Fertigung kein Baum extra gefällt!
Mit einem Sonnensegel oder überdacht kann hier auch bei schlechtem Wetter gegrillt werden und die Küche bleibt sauber.

Impulsgeber: Die Triton Range von Landmann kommt 2020 als Triton maxX in den Handel. Im Bild die Sechs-Brenner-Variante

Kraftpaket: Infrabeam stattet seinen Infrarot-Grill mit starken 2.200 Watt aus / Feuerkochen: Ein ganzheitliches Gaumen- und Sinneserlebnis

Neue Dimension: Der digitalisierte Holzkohlegrill von Dögel

Die große Freiheit

Ein weiterer Trend sind mobile Geräte, die man überall mit hinnehmen kann. So hat Christian Battel den ersten zerlegbaren Gasgrill Skotti nach seinen Bedürfnissen entwickelt und auf den Markt gebracht. Der Grill ist nicht einmal drei Kilogramm leicht, lässt sich kinderleicht in seine Einzelteile zerlegen und kann dann in der mitgelieferten Plane transportiert werden. Für alle Abenteuerer, die auch auf längeren Touren schnell eine warme Mahlzeit zubereiten möchten. Wenn Zeit für Romantik bleibt, kann der Skotti natürlich auch als Feuerschale oder Holzkohlgrill fungieren.
Einfach transportieren lässt sich auch der kompakte „Knister“: Der Grill ist ausziehbar, so dass eine Grillfläche von 28 bis 49 x 22 Zentimetern zur Verfügung steht. Dank eines Adapters kann er wie ein Korb am Fahrradlenker befestigt werden. Ideal für den urbanen Lifestyle ist auch der transportable Gasgrill Nomadic (siehe Seite 102): ein innovativer Klappmechnismus und die kinderleichte Bedienung machen ihn zum Must have für Städter.
Und was machen Stadtbewohner, die Lust auf ein Stück Fleisch oder gegrilltes Gemüse haben und aus Rücksicht auf ihre Nachbarn oder weil es schnell gehen soll, auf einen Elektrogrill zurückgreifen wollen? Wie wäre se mit dem 2.200 Watt starken Infrarotgrill der norwegischen Firma Infrabeam? Das Kraftpaket bringt es dank seiner Heizstrahler, die sich in Glasröhren befinden, auf immerhin 300 Grad Celsius.
Die Frage, die sich im nächsten Jahr stellt ist also nicht ob, sondern wie gegrillt wird.

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