Burnt Orange

Trendfarbe des Winters

Wir kennen Orange vor allem als sehr intensive und leuchtende Farbe. Jetzt wird sie von den Interieur-Spezialisten in einem dunkleren, wärmeren Ton eingesetzt. Da diese Version fast etwas verbrannt wirkt, spricht man auch von „Burnt Orange“. Die Bandbreite reicht dabei von Braun-Varianten bis hin zu einem rötlichen Kupfer-Orange. Damit passt die neue Trendfarbe hervorragend zur Herbst- und Winterzeit: Sie verleiht einem Raum Wärme und Gemütlichkeit, ohne aufdringlich zu wirken. Wie auch andere erdige Farbtöne – etwa Gelb-, Rot- und Senftöne – hat Burnt Orange eine beruhigende und ausgleichende Wirkung.

Das zeigt etwa die handgefertigte Leuchte „Leimu“ von Iittala. Mit ihrem Kupfer-Orange sorgt sie für ein besonders sanftes Licht und einen fast schon goldenen Glanz. Designer Magnus Pettersen ließ sich von der modernen Architektur, insbesondere der Kombination aus Beton und Glas, inspirieren. Er entwarf Leimu als wunderschönes Zusammenspiel von warmen und kühlen Elementen. Leimu ist wie eine Flamme geformt – ein Designelement, das mit der Kupfer-Orange-Optik besonders zur Geltung kommt.
Ein gelungenes Beispiel für das Zusammenspiel unterschiedlicher Orange-Töne ist der „Sumo Pouf“ von Normann Copenhagen: Der untere Teil wird geprägt von einem intensiven hellen Ton, während der Hocker weiter oben mit einem kraftvollen, gedeckten Orange überzeugt. Nicht nur die Farben, sondern auch Stoffbezüge und Knöpfe kombiniert der Designer Simon Legald spielerisch miteinander. „Nahtführung, Polsterung und Knöpfe spielen in einem ansonsten schlichten Design eine wichtige Rolle. Ich habe auch ganz bewusst mit der quadratischen Formgebung gebrochen und die Optik weich und ansprechend gestaltet“, erzählt der Designer. Dank seiner ansprechenden Gestaltung kann Sumo als Verlängerung des Sofas, als Sitzmöbel im Schlafzimmer oder als Schemel im Flur genutzt werden.

Goldener Glanz: Der Farbton Kupfer-Orange sorgt für ein besonders sanftes Licht (Iittala)

Wilder Westen: Das Sideboard Tomahawk (Kare) überzeugt im Santa Fé-Stil / Farbspiel: Bequem: Der „Sumo Pouf“ von Normann Copenhagen / Retro-Glamour: Eine Reminiszenz an die 70er Jahre: der Sessel „Living Vegas“ (Kare)

Auch der Teppich „Barli“ von Urbanara zeigt, wie harmonisch dezente und kräftige Orangetöne zusammenwirken. Hinzu kommen zarte Grau-, Blau- und Beigetöne, die das Farb-Ensemble auf ausgewogene Weise abrunden. Für Spannung sorgt das dynamisch wirkende geometrische Muster. Wer die Motive mal wechseln möchte, sollte den Teppich aus Schur- und Baumwolle einfach umdrehen: Hier zeigt sich das handgewebte Exemplar mit fröhlichen Streifenmustern.
Wer sich mit der Farbe Orange beschäftigt, kommt natürlich auch an den 70er Jahren nicht vorbei. Damals verkörperte Orange das Auffällige, Gewagte, Neue und Kreative. Kein Wunder also, dass der Farbton heute immer mal wieder mit anderen Retro-Elementen des aufregenden Jahrzehnts in Verbindung gebracht wird. So setzt beispielsweise Kare bei seinem Sessel „Living Vegas“ nicht nur ein gedecktes Orange ein, sondern präsentiert als weitere Elemente weichen Samt sowie raffinierte kreisrunde Steppmuster. Auch der messingfarbene Rahmen aus gebürstetem Edelstahl sorgt für extravaganten Retro-Glamour.

 

Powerfarbe Burnt Orange

Und auch bei einem Klassiker aus den 50er Jahren darf Burnt Orange nicht fehlen: Die berühmten „Eames Chairs“ von Charles und Ray Eames schmücken sich ebenfalls mit dem erdigen Farbton. Damit treffen Zeitgeist und Tradition aufeinander: Nachdem die Designer seit 1948 Experimente mit Sperrholz und Aluminiumblech geführt hatten, kamen die ersten Modelle schließlich 1950 auf den Markt. Die Stühle gingen damals als erste seriell hergestellte Kunststoffstühle in die Möbelgeschichte ein.

 

Wende-Talent: Teppich „Barli“ von Urbanara kann man von beiden Seiten nutzen

Farb-Wunder: Dreamteam Orange und Türkis (Ames)

Zeitgeist und Tradition: Der Eames Chair ist ein Klassiker, der in den 50er Jahren gestaltet wurde

Aber natürlich kann man die vielseitige Power-Farbe auch für andere Stile und Epochen verwenden: Etwa für den Ethno-Trend, der beispielsweise vom Sideboard „Tomahawk“ repräsentiert wird. Das Möbelstück von Kare spricht alle an, die außer einem gedeckten Orange auch andere Erdtöne lieben und vom rustikalen Santa Fé-Lifestyle träumen. Ein echtes Schmuckstück, das viel Freiraum braucht.
Das deutsche Unternehmen Ames, das seine Wurzeln in Kolumbien hat, schwört auf die energiegeladene Farbe Orange und bringt sie vor allem in den Möbeln ihrer „Caribe“-Linie zum Ausdruck. Hier wird modernes Design mit traditioneller Handwerkskunst vereint. Die Tische und Stühle entstehen dank einer alten Webtechnik, die Kunststofffäden mit Stahlrohr verbindet. Der orangefarbene Dining Chair zeigt übrigens ganz deutlich, dass man Orange gut mit Türkis kombinieren kann. Und das, obwohl beide Farben von allen komplementären Farben im Farbkreis den höchsten Kontrastwert haben: Orange gehört zu den warmen und Türkis zu den kalten Tönen. Aber wie heißt es doch so schön: Gegensätze ziehen sich an!
Das gilt auch für die hölzernen Kerzenständer „Blossom“ von Applicata: Hier ergänzen sich die Kerzenhalter in Orange mit den andersfarbigen Produkten aus der Blossom-Familie auf harmonische Weise. Die zierlichen Formen enden in Halterungen, die Lilien, Tulpen und Rosen nachempfunden sind. Stellt man die unterschiedlich farbigen Kerzenhalter zusammen, wirkt dies wie ein schöner Blumenstrauß.
Sigrid Brauer

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