Retail Design-Kompass

Erleben statt einkaufen

Bei dem Retail Design-Kompass der Umdasch Shop Academy drehte sich in Düsseldorf alles um die Ladenbaugestaltung der Zukunft, eine Herausforderung, die heute wichtiger denn je ist.

Ausblick: Die Umdasch Shop Academy macht den Handel fit für neue Ladenkonzepte

Disruption ist das große Wort, das wie ein Damokles-Schwert über dem Handel schwebt. Die Zeiten sind vorbei, in denen Ware einfach auf der Fläche ausgestellt wird. Inszenierung und Emotionalisierung sind die großen Herausforderungen, vor welchen der stationäre Handel über alle Branchen hinweg steht. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass die Seminare der Umdasch Shop Academy gut ausgebucht sind. Ob Geschäftsführer oder Ladenbau- beziehungsweise Expansionsverantwortliche, alle treibt die Gewissheit um, dass der Ladenbau sich den neuen Anforderungen anpassen sollte. Dabei geht es nicht nur um die Gestaltung, sondern auch um die Integration digitaler und logistischer Schnittstellen wie wir in dem Seminar in Düsseldorf lernen durften.

Keep on moving!

Um einen Eindruck zu bekommen, wie weit sich der Handel schon bewegt hat, führte Maik Drewitz, Shop Consult Director bei Umdasch, die Seminarteilnehmer anschaulich durch die schöne, neue Welt der Stores. Monomarkenstores schießen wie Pilze aus dem Boden und selbst die „Großen“ zieht es wieder zurück in die Städte. So findet man immer mehr Möbelhäuser, Discounter oder Automobilhändler in bester Innenstadtlage mit neuen spannenden Konzepten. Erlebnis ist ein weiterer Besuchermagnet. Sei es beispielsweise die Hasewelle im innovativen Sporthaus L+T in Osnabrück, die Runbase von Adidas in Berlin oder die Chillzonen, Events beziehungsweise gastronomischen Angebote vieler innovativer Retailer.

Innovativ: Wellenreiten im Sporthaus L+T in Osnabrück

Mehrwert ist gefragt. Wer nur den Grundbedarf abdeckt, wird in dem Haifischbecken sich wandelnder Handelsstrukturen nicht überleben, so war man sich in Düsseldorf sicher. Neuerdings beobachte man auch zunehmend Dual Use Stores. Es gäbe beispielsweise Yoga Hallen in denen die passende Kleidung verkauft werde, die während des Kurses einfach unter die Decke hochgezogen wird. Das heißt, hier entstehen Konzepte, die ganz ohne Ladenbau auskommen. Auch Service sollte in Zukunft immer großgeschrieben werden. Die Kommunikation müsse auf Augenhöhe erfolgen und der Mitarbeiter sich zum Entertainer entwickeln. So punktet die eine oder andere Buchhandlung bei ihren Kunden mit handgeschriebenen Rezensionen.
Und natürlich war man sich darüber einig, dass Online nicht mehr von Offline zu trennen sei. Die Seminarteilnehmer konnten sich bei dem Orsay Store vor Ort davon überzeugen, wie man mit digitalen Spiegeln und Monitoren einen fließenden Übergang schafft. Auch der Trend von Click & Collect zu Reserve & Collect stelle den Handel in Sachen Lagerhaltung vor immer neue Herausforderungen.
Last but not least gehe es auch immer mehr um das Thema Individualisierung. So konnte man sich in dem neu eröffneten Levis Store in Düsseldorf davon überzeugen, wie Kleidungsstücke im Geschäft individuell bestickt oder bedruckt werden können.
Im weiteren Verlauf des Seminartages wies Marco Gösling, Geschäftsführer Umdasch Store Makers Construction, unter dem Stichwort „General Contracting“ auf die Tücken von Mietverträgen, Objekten und baulichen Maßnahmen hin.
Jessica Schilling aus der Geschäftsleitung der Beleuchtungsfirma Max Franke gab einen Überblick über die derzeitigen Möglichkeiten in Sachen individueller Beleuchtungskonzepte. In einer anschließenden Store Tour durch Düsseldorf konnte das gewonnene Wissen anhand praktischer Beispiele vertieft werden.

Frischegarantie: Vertical farming bei Zurheide Feine Kost im Crown, mitten in der Düsseldorfer Innenstadt

Store Check Einkaufserlebnis bei Breuninger (links) und Digitalisierung bei Orsay (rechts) in Düsseldorf

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