ZWEI MAGAZINE - EINE WELT

Garden Living

Vom Arbeitsort zum Wohlfühlort

Im Wandel der Zeit: In früheren Zeiten waren Gärten primär für die Versorgung da und wurden lange Zeit mit ungeliebter Arbeit verbunden. Heute dagegen sind sie Oasen im hektischen Alltag, Orte der inneren Einkehr, Familientreffpunkt und immer auch Ausdruck persönlicher Vorlieben.

(Foto: www.wesco-outdoorkuechen.de)

Gärten dienten im Laufe der Geschichte unterschiedlichsten Zwecken: Neben der Selbstversorgung, wurden sie einst zu Ehren von Gottheiten angelegt, Palastgärten dienten als Statusymbole von Herrschern, Lustgärten der Zerstreuung. In erster Linie aber dienten sie als Nutzgärten. Die ersten verbindlichen Vorgaben zur Bepflanzung von Nutzgärten gehen auf Karl den Großen zurück: Er verpflichtete mit einer Landgüterverordnung die königlichen Pfalzen und Klöster insgesamt 73 bestimmte Pflanzenarten und 16 Obstbäume anzubauen, um den Herrscher und sein Gefolge auf den vielen Reisen und Heerzügen zu versorgen. Nutzgärten kam ebenso Anfang des 19. Jahrhunderts eine besondere Bedeutung zu: So linderten Armengärten die schlechte Versorgung der Arbeiter, die mit dem Beginn der Industrialisierung in die Städte geströmt waren. Während des ersten und zweiten Weltkrieges, der Weltwirtschaftskrise und der Nachkriegszeit sicherten Gärten die Versorgung der Bevölkerung und brachten Familien dank Vorratshaltung durch den Winter. Gartenarbeit war ein Muss und keine Freizeitgestaltung.
Das hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gewandelt. Heute ist Gärtnern für viele eine hippe Freizeitbeschäftigung, bei der die Work-Life-Balance stimmen muss. Daher wächst der Markt für Produkte, die die Arbeit im Garten erleichtern und den Freizeitwert erhöhen.

 

Technischer Fortschritt

Früher war die Gießkanne das wichtigste Gartengerät, um die Pflanzen zu wässsern. Allerdings war es ein mühseliges Unterfangen, jeden einzelnen Tropfen zu den Pflanzen zu tragen. Der Gartenschlauch war da schon eine Erleichterung, konnte man doch mit ihm im Garten auch entlegene Beete ohne großen Aufwand wässern. Dank der Digitalisierung kann die Bewässerung heute quasi vollautomatisch vom Handy aus oder mit Sprachsteuerung erledigt werden. Verschiedene Systeme automatisieren die Arbeit nicht nur, sondern ermöglichen gleichzeitig einen effizienten und sparsamen Umgang mit Wasser und die Nutzung von Brunnen und Zisternen, was Kosten reduziert.
Akkutechnologie vereinfacht die Arbeit nicht nur, sondern sorgt für mehr Sicherheit, denn durchschnittene Kabel einer Heckenschere oder eines Rasenmähers gehören ab sofort der Vergangenheit an. Auch vollautmoatische Mähroboter sparen dem modernen Gartenbesitzer Zeit, in der er es sich gemütlich machen kann.

Exoten auf Balkonien: Immer häufiger finden sich neben Petersilie und Schnittlauch exotische Kräuter, beispielsweise Wasabi, auf dem heimischen Balkon (Foto: Blu)

Leuchtend schön: Die Barlooon-Lampions sorgen draußen für die richtige Stimmung. Zudem sind sie robust und wetterfest. (Foto: Åke H. Nilsson)

Draußen Wohnen

Und gemütlich ist hier wörtlich zu nehmen, denn im eigenen Garten kann quasi eine komplette Wohnung inklusive Küche, Bad, Wohn- und Schlafzimmer nachempfunden werden. Modulare Loungemöbel, Daybeds, Schaukelstühle, Hängesessel, Schwebeliegen und die gute alte Hollywoodschaukel in modernem Design und vor allem aus wetterfesten Hightec-Materialien machen aus jeder Terrasse ein Refugium der Extraklasse. Zertifiziertes und recyceltes Holz, Flechtoptiken und naturnahe Farben wie Beige, Grau, Anthrazit fügen sich harmonisch in die Landschaft ein. Farbtupfer in Tomatenrot, Aqua- und Grüntönen setzen in dieser Saison Akzente. Outdoorteppiche, Solarbetriebene, dimmbare Lampen und Leuchten, offene Feuerstellen und Dekoaccessoires komplettieren die Wohlfühloase unter freiem Himmel.

Digitale Helfer: Vollautomatische Bewässerungssysteme und Pumpen, wie hier von Gardena, erleichtern die Arbeit und sparen bares Geld

HighEnd BBQ: Ob Würstchen grillen oder Mehr-Gänge-Menü: Für jeden Bedarf gibt es den passenden Grill. Der Dual Heat von Campinggaz verfügt über zwei unabhängige Temperaturzonen, so dass beispielsweise gleichzeitig Fisch und Fleisch zubereitet werden können

Scharfe Dekoration: Chilli ist ein Trendgewürz. Immer neue Züchtungen von mild bis superscharf machen auch als dekorative Kübelpflanzen eine gute Figur. Im Bild die „Kleine Perle“ (Foto: Blu)

Aus eigenem Anbau

Pflanzgefäße mit integrierten Bewässerungssystemen, neuen Haptiken und Formen setzen Highlights auf der Outdoorbühne. Bepflanzt werden sie in dieser Saison beispielsweise mit dekorativen, langblühenden Blumensorten. Neuzüchtungen legen den Fokus auf stress- und hitzeresistente Pflanzen, die sich den Klimaentwicklungen der letzten Jahre anpassen und auch mal eine kurze Trockenphase wegstecken. Im Rahmen dieser Entwicklung werden Sukkulenten zum heimlichen Trendgewächs. Und für den Anbau von Obst und Gemüse kommen immer mehr robuste, kompakte Sorten auf den Markt, die sich für Pflanzgefäße auf Balkon und Terrasse eignen und besonders lange Früchte tragen. Für gesundes Naschen zwischendurch. Damit die Bienen zum Bestäuben vorbeischauen, werden in der Nachbarschaft Inskektenfreundliche Saatmischungen angepflanzt, die auch optisch einiges hermachen.
Daneben erfreuen sich Kräuter seit Jahren wachsender Beliebtheit: Klassiker wie Peteresilie und Schnittlauch teilen sich den Balkonkasten mit immer exotischeren Gewürzen wie Koriander, Kaffir-Limette und Wasabi. Für alle, die es scharf mögen, gibt es zudem ein umfangreiches Sortiment an Chilipflanzen, deren Früchte sich nicht nur zum Kochen eignen, sondern auch sehr dekorativ sind.

Zum Kochen geht‘s raus

Apropos Kochen: Highlevel BBQ und Outdoorküchen machen das Kochen im Freien komfortabel. Von Niedertempertaturgaren, Hochtemperaturgrillen, Smoken und Plankengrillen bis hin zum Braten am Spieß an Rotisserien reichen die Möglichkeiten der Zubereitung. Und egal, ob man sich für Holzkohle, Gas-, Elektro- oder Pelletgrills entscheidet: Dank einer breiten Palette an Zubehör kann im Garten gebacken, gekocht, gebraten und geschmort werden. Im Idealfall reichen Geldbeutel und Platz für die Anschaffung einer Outdoorküche, die einer Indoor-Einbauküche in nichts nachsteht: Neben der Kochstelle verfügt sie über genügend Arbeitsfläche, Spülbecken, Beleuchtung und Kühlmöglichkeiten – dank Modulbauweisen kann sie auch in einzelnen Schritten von Jahr zu Jahr ergänzt werden.
Mit der perfekten Ausstattung kann der nächste Jahrhundertsommer also gern kommen.
Quellen: IVG, IPM, Koelnmesse, Wikipedia

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