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Fico Eataly World in Bologna

Es ist eine Genussfabrik der Superlative. Auf rund 100.000 Quadratmetern eröffnete am 15. November in Bologna mit der Fico Eataly World der größte „Agri-Food“-Freizeitpark der Welt. Hier lässt sich die gesamte Wertschöpfungskette rund um nachhaltigen Genuss erleben – und noch viel mehr.

Freizeitpark voller Genuss: Auf 100.000 Quadratmetern präsentiert die Fico Eataly World das italiensche Essen

Das neue Schlaraffenland Italiens heißt „Fico“. Das Wort, das im italienischen umgangssprachlich für „voll cool“ steht, wurde aus den Anfangsbuchstaben von „Fabbrica Italiana COntadina“ zusammengesetzt, was so viel bedeutet wie italienische Landwirtschaftsfabrik. Die Idee zu diesem Namen hatte Oscar Farinetti, genialer Gründer von Eataly und Mitinitator des Projektes. Aber beginnen wir von vorne: 2012 hatte Andrea Segrè, der Generaldirektor des Centro Agro Alimentare Bologna (CAAB) die Idee zu einem großen landwirtschaftlichen Park. Diese „Zitadelle des Essens und der Nachhaltigkeit“ wurde dem Oberbürgermeister von Bologna präsentiert, der sofort grünes Licht für das Projekt gab. Aber erst die Zusammenarbeit der CAAB Manager mit dem Gründer von Eataly, Oscar Farinetti, machte das Projekt zu dem, was es heute ist.
Am 13. September 2013 wurde schließlich das „Fico Memorandum“ von dem CAAB, der Stadt Bologna, der Provinz Bologna und der Region Emilia Romagna unterschrieben.
Da man den Bürgern der Region versprochen hatte, dass Fico sie keinen Cent kosten würde, brauchte man eine solide ökonomische Basis. In einer ersten Phase wurden rund 30 Investoren gefunden, welche das nötige Startkapital von 40 Millionen Euro aufbrachten.

Neben einem breiten Angebot an Restaurants und Einkaufsmärkten, kann man in Bologna an Events sowie Workshops teilnehmen, um mehr über die italienische Esskultur zu lernen

Für die strategische Planung wandte man sich an den Kooperationspartner Eataly. Als einer der größten Vertreiber von italienischen Konsumgütern und Anhänger der Slow Food Bewegung hat er sich inzwischen weltweit, seit 2015 auch mit einer Filiale in Deutschland einen Namen gemacht. Tiziana Primori, CEO von Eataly, wurde mit der weiteren strategischen Planung von Fico und der neuen Eataly World betraut. Ziel war es – immer unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit und höchster Qualität – in diesem neu entstehenden landwirtschaftlichen Park, anschaulich darzustellen, wie in Italien das Essen vom Feld auf den Tisch gelangt. Inzwischen beteiligen sich rund 150 italienische Unternehmen an der Umsetzung der Fico Eataly World, die am 15. November 2017 offiziell eröffnet wurde.

Mehr als Pizza und Pasta

Seit diesem Zeitpunkt kann man nun in Bologna auf einer Fläche, die immerhin fast 14 Fußballfeldern entspricht, die gesamte Welt des italienischen Essens erleben – und zwar in all ihren Facetten: Rund 200 Tiere, 2.000 Nutzpflanzen, 40 Betriebe zur Weiterverarbeitung, 45 Restaurants, und sechs Lebensmittel-Märkte erlauben einen umfassenden Blick in die italienische Esskultur.

In der Fico Eatalyworld erfährt man viel über Pflanzen, die Herstellung von Nahrungsmitteln und Nachhaltigkeit. Fortbewegungsmittel ist natürlich das Fahrrad

Damit auch jeder versteht, was er hier sieht, wird das Angebot um ein breites Bildungsangebot ergänzt: Es stehen sechs Klassenräume, ein Theater, ein Kino und ein Konferenzcenter bereit. Darüber hinaus kann man sich in sechs multimedialen Lern-Stationen mit dem Verhältnis des Menschen zu den verschiedenen Elementen der Natur beschäftigen: So lassen sich Themen wie „Der Mensch und das Feuer“, „Der Mensch und die Erde“, „Der Mensch und das Meer“, „Der Mensch und die Tiere“ sowie „Der Mensch und die Zukunft“ spielerisch erfahren. In einem weiteren Bereich „Von der Erde in die Flasche“ beleuchtet man die Produktion von Wein, Bier und Olivenöl.
In verschiedenen Produktions-Workshops kann man darüber hinaus mehr über italienische Spezialitäten erfahren. So lernt man die Geheimnisse der schwarzen Salami, des Parmesans, der Pizza oder auch der Pasta kennen. Man hat Einblick in die Herstellung von Brot, Sorbets, Bier oder Likören. Man erfährt mehr über das Leben der Bienen und die richtigen Kniffe der Food Fotografie. Die Liste ließe sich endlos weiterführen und bietet für jeden das passende Angebot. Auch auf Familien wird gezielt eingegangen. Man kann mitarbeiten, die fünf Sinne aktivieren, an einem Storytelling Workshop teilnehmen oder einfach einer geführten Tour folgen. Darüber hinaus können sich Klein und Groß In verschiedenen Sportbereichen austoben, denn schließlich soll jeder irgendwann auch wieder Hunger bekommen.

 

Mehr als nur Fun

Hinter den vielen Bildungsangeboten steht mit der „Fico Foundation for Food Education and Sustainablility“ eine ganze Organisation. In Kooperation mit dem Umweltministerium und der Landwirtschaftlichen Forschungsabteilung (CREA) beschäftigt man sich mit verantwortungsvollem Konsum, gesunden Lebensmitteln und nachhaltiger Produktion. „Die Fico Foundation möchte die Grundlagen nachhaltiger Produktion anschaulich darstellen. Denn nicht nur unser Leben, sondern auch das Fortbestehen unserer Erde wird mehr denn je davon geprägt sein, wie wir Lebensmittel herstellen und konsumieren“, erklärt Andrea Segrè als Präsident der Foundation.

Mehr als nur Bologna

Damit diese Botschaft auch möglichst viele Menschen erreicht, hat man sich bewusst für den Standort Bologna entschieden. Diese Region ist nicht nur die Wiege der italienischen Esskultur, sondern liegt auch verkehrstechnisch gut angebunden im Zentrum Europas. Man rechnet mit über sechs Millionen Besuchern im Jahr. Das reicht an die Größenordnung eines Europaparks in Rust heran. Wir drücken die Daumen, dass sich viele Menschen für die Geheimnisse der Cucina Italiana begeistern werden, nicht zusletzt, damit die 3.000 Jobs, die dadurch geschaffen wurden, auch erhalten bleiben.
www.eatalyworld.de

Eataly Gründer Oscar Farinetti mit der Verantwortlichen für Fico und Eataly CEO Tiziana Primori und dem Architekten und Eataly Designer Thomas Bartoli (v.l.)

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