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Søstrene Grene in Leipzig

Dänisches Unternehmen eröffnet erfolgreich Stores in Deutschland, den jüngsten in Leipzig. Interior Produkte in skandinavischem Design bilden den Schwerpunkt, der Einkauf wird zum Erlebnis für alle Sinne.

Alle zwei bis drei Wochen wird das Sortiment erneuert

„Wir versuchen ein Erlebnis zu verkaufen und beim Kunden so viele Sinne wie möglich anzusprechen. Sie bewegen sich durch den Laden wie durch ein Labyrinth, Balance ist gefragt und an jeder Kurve gibt es etwas Neues zu entdecken, wird eine Geschichte der Geschwister Grene erzählt. Klassische Musik ertönt, der Tee duftet, wir sind mittlerweile ein Treffpunkt“, beschreibt Mogens Link Schmidt (Geschäftsführer Germany Nord) den Erfolg der Søstrene Grene Filialen in Deutschland. Im dänischen Unternehmen, 1973 in Aarhus gegründet, ist man selbst überrascht, wie gut die Produkte im südlichen Europa ankommen. Im Frühjahr 2016 eröffnete die erste Filiale in Hamburg, danach ging es Schlag auf Schlag. Im November 2017 kam ein neuer Store (der 21. Shop in Deutschland) in Leipzig dazu, den Mogens Link Schmidt als Joint-Venture Partner verantwortet. „Im Norden kennt man Søstrene Grene eher, viele haben uns während des Urlaubes in Dänemark besucht. Aber wir sind auch im Süden sehr erfolgreich“, freut sich der Store-Manager. Gut 300 Quadratmeter Fläche bietet das Geschäft im Leipziger Paunsdorf Center. Fokussiert werden hauptsächlich Frauen als Kunden. Sie werden durch die Bereiche Interior, Büro, Hobby und Kunst, Party, Geschenkverpackungen, Schreibwaren, Küche und Food gelotst und verweilen im Schnitt rund 15 Minuten im Laden. Søstrene Grene verdient über Menge und Frequenz. Viele, günstige Produkte in typisch skandinavischen Design, die das Zuhause „hyggelig“, also gemütlich und behaglich machen, gibt es zu kaufen. Logistisch ist die Menge eine große Herausforderung, 20 Paletten kommen pro Wochen und müssen verarbeitet werden. In den gut gefüllten Regalen sind softe Pastell-Farben vorherrschend, alle Produkte sind ausgepackt und sollen ausdrücklich angefasst und befühlt werden, die Haptik spielt eine große Rolle. Alle zwei bis drei Wochen wird das Sortiment komplett erneuert, damit die Stammkunden immer wieder etwas zu entdecken haben und sich inspirieren lassen. Der Besuch im Laden soll einer Entdeckungsreise gleichen und überraschen.

21 Filialen in Deutschland

„An der Foodabteilung arbeiten wir noch, das wird noch ergänzt um die Superfood-Produkte und um Bio-Produkte, denn nur Bonbons und Lakritze sind für die öko-bewussten Käufer nicht ganz das Richtige“, gibt Mogens Link Schmidt zu.
Bereits vor vier Jahren lag er dem CEO Mikkel Grene in den Ohren und wollte eine Filiale in Deutschland eröffnen. Doch weder Logistik noch Beschilderung waren soweit. Er blieb hartnäckig und brachte das Thema immer wieder auf den Tisch. Sein Bauchgefühlt gepaart mit Informationen sowie seiner Erfahrung als Konzeptverantwortlicher der Grene Stores weltweit gaben ihm schließlich Recht: Søstrene Grene wurde vom Erfolg schier überrannt.

Überzeugt: Mogens Link Schmidt, Geschäftsführer Germany Nord Søstrene Grene / Die Fassade des ersten Shops in Dänemark

Hygge: Ob Tee oder Kerzen, gemütlich bis in die Dose

Nur im stationären Handel

Es gibt bei Søstrene Grene nie einen Aus- oder Abverkauf. Alle Produkte werden direkt zum bestmöglichen Preis verkauft, der mit den Lieferanten ausgehandelt wird. Die Marge ist dabei für das Mutterunternehmen und den Store fast gleich. Am meisten gefragt sind Interior- Produkte, aber auch DIY ist ein großer Bereich. Hin und wieder produziert Grene auch ein Möbelstück (Hocker, Stuhl, Beistelltisch) in kleiner Auflage. Der aktuelle Velour-Stuhl war beispielsweise in Leipzig bereits nach acht Minuten ausverkauft.
Online gibt es die Produkte nicht. Søstrene Grene setzt ganz bewusst auf den stationären Handel und macht damit sehr gute Erfahrungen. Manchmal stehen die Kunden sogar Schlange, wenn sie wissen, dass ein neues Möbelstück rauskommt. „Wir wollen, dass sich die Menschen Zeit nehmen, etwas selbst zu schaffen. Gegründet hat das Unternehmen Inge Grene, die heute mit 90 Jahren noch immer täglich ins Büro kommt und jedes Produkt begutachtet. 40 Prozent der Ware ist Eigendesign und wir wollen das noch steigern“, erzählt Schmidt..Inge Grene’s Ehemann war Balletttänzer und hatte die Idee, im Laden eine Geschichte zu erzählen und klassische Musik zu spielen. Nach dem Vorbild ihrer zwei Nichten schuf sie die beiden erfundenen Schwestern Ana und Clara Grene, aus denen Søstrene (Schwestern) Grene wurde. Beide haben sehr unterschiedliche Charaktere und ihre Geschichten werden im Laden auf Tafeln erzählt. „Für mich sind diese Schwestern lebendig und ich frage mich oft, was würde Ana wohl zu diesem Produkt sagen“, lacht Mogens Link Schmidt: „Wir sind ein Familienunternehmen mit flachen Hierarchien und sehr engagierten Mitarbeitern.“ Das Konzept geht jedenfalls auf: Die Søstrene Grene Läden sind eine kleine Welt voll Schönheit, nun auch in Deutschland.
www.sostrenegrene.com

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