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Smartes Licht

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Lichtsteuerung per App, OLEDs und kabelloses Laden von Handys auf Leuchten: Der Markt von Lampen und Leuchten birgt noch viel Potential und Wachstum. Im Einzelhandel setzten sich LEDs durch.

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Auch die Lampen und Leuchten sind im digitalen Zeitalter angekommen: Licht lässt sich inzwischen über Gesten oder Apps steuern. Klassische Lichtschalter sowie die Glühbirne gehören bald endgültig zum alten Eisen. Ein sanftes Wischen mit der Hand über den Fuß der Tischleuchte genügt, um diese anzuschalten oder zu dimmen. Mittels App können alle Leuchten aus der Ferne geschaltet werden. Kabellose Beleuchtungssysteme lassen sich über Tablets und Smartphones steuern wie zum Beispiel das Hue-System von Philips oder Lightify von Osram.

LED weiter im Vormarsch

Die Leuchtdioden kurz LED (light-emitting diode) spalten nach wie vor die Geister. Zwar haben sie eine lange Lebensdauer und sind langfristig günstiger sowie umweltschonender, doch nicht jeder mag sich mit dem Nachfolger der Glühbirne anfreunden. Eine LED-Leuchte gibt rund 25.000 Stunden lang Licht, das reicht meist über 30 Jahre, muss also theoretisch nur sehr selten gewechselt werden. Als effiziente Punktlichtquelle eignen sich LED in Shops, auf Straßen, aber auch im privaten Wohnen und in Hotels. Mit den RGB-LED lassen sich Millionen Farben erzeugen. Im Einzelhandel setzt sich die LED langsam durch: Fast 60 Prozent der Händler statten ihre Märkte bei Neu- und Umbauten komplett mit Leuchtdioden aus. Das EHI Retail Institute hat dieses Jahr einen Leitfaden zum Einsatz von LED im Handel publiziert und seine Checkliste aktualisiert. Und auch die Organisatoren der „Light Middle East“ Messe in Dubai sehen weltweit einen starken Wachstumsmarkt für LED sowie smarte und intelligente Lichtführung. Durch die kleinen LEDs hat sich das Design der Leuchten stark verändert. Neuerdings erobern auch OLEDs den Markt, diese werden aus mehreren organischen (daher auch das O), halbleitenden Schichten aufgebaut, LED dagegen aus anorganischen. Es sind Flächenstrahler, die ein weiches, diffuses Licht abgeben und bisher vorwiegend für dekorative, atmosphärische Bereiche eingesetzt werden. Der erwartete Hype von OLEDs bleibt momentan noch aus, konstatierte auch die Fachmesse Light & Building, die sich dieses Jahr über Rekordzahlen freute. Großes Thema war der Mensch mit seinen biologischen Lichtbedürfnissen. Dieser Ansatz, genannt Human Centric Lighting, umfasst Beleuchtungslösungen, die dem natürlichen Tageslichtverlauf und damit dem ursprünglichen biologischen Rhythmus des Menschen nachempfunden sind. 

Leuchtende Trends

Nicht nur Technik, auch Design entwickelt sich stetig weiter: Das 2004 von Felix Severin Mack gegründete Esslinger Designlabel „Frau Maier“ hat mit seinen farbenfrohen Leuchten in klarer Formsprache Erfolg und ist in über 25 Ländern vertreten. Hängeleuchte „Pascha“ wird gerne im Objektbereich eingesetzt und Stehleuchte „SlimSophie“ verkauft sich im privaten Bereich richtig gut. Gefragte Farben sind derzeit Hellblau und Mintgrün, wobei auch alle Metalltöne wie Kupfer, Silber und Gold gut ankommen. Mit den LEDs hadern jedoch einige noch, wie Felix Severin Mack erläutert: „Unsere Kunden möchten irgendwie beides: Halogen einsetzen können, LED aber auch, darum haben wir einen Dimmer, der beides kann. Die Angst vor kaltem Licht ist groß, aber nicht berechtigt, wenn sich Kunden an 2700 Kelvin orientieren, sind sie mit Sicherheit zufrieden. Obwohl alle wissen, dass es bald keine Halogenlampen geschweige denn Glühbirnen mehr geben wird, möchten sie diese Leuchtmittel so lange erhalten wie es geht.“

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Auf die Frage, wie sich die Leuchtmittel künftig entwickeln, meint Felix Severin Mack: „Ich hoffe, die Hochvolt LEDs werden besser und sicherer, dann fällt der Kosten und Systemausfallfaktor LED Treiber (Vorschaltgerät) weg, gleichzeitig werden OLEDs natürlich kommen und ein neues Feld für Gestaltung bieten. Grundsätzlich ist die Wärme und Feuchtigkeitsresistenz von LEDs ein Problem, hier wird ständig verbessert und ich bin sicher, dass Leuchten perspektivisch kleinere Kühlkörper brauchen werden, also noch feiner und eleganter werden können. Trotzdem wird eine Leuchte ein dekoratives Element bleiben: Deckenspots werden sich mehr und mehr verkleinern, Steh und Hängeleuchten aber nicht, da sie ja raumbildend wirken sollen und über das reine Lichtsteuern hinausgehen. Wir werden zukünftig eine etwas ironische Entwicklung haben: Wir könnten die Leuchten kleiner entwerfen, wegen kleiner Leuchtmittel, werden aber um diese kleinen Leuchtmittel mehr und mehr Material packen, um die Leuchte, groß, wertig und attraktiv zu machen.“

Modernes in neuer Form

Das schottische Unternehmen Design LED hat bei dem Ingenieurbüro für Mechatronik 2RPS eine neue Verbindung für LED-Module in Auftrag gegeben. Nun liegt ein wasserdichter, staubresistenter, IP67-geprüfter Stecker vor, der sich dank Klick-System leicht montieren lässt.
Der Hersteller &Tradition verbindet Althergebrachtes mit moderner Technologie: Die Designer griffen auf die Form eines Melkschemels für die Tischleuchte „Milk“ zurück. Forscarini setzt auf bekannte Formen aus Architektur: „Binic“ bedeutet auf Bretonisch „Leuchtturm“. Designerin Ioanna Vautrin hat sich für „Binic“ von der Seefahrt inspirieren lassen.

Andere nutzen spezielle Textilien, damit ihre Leuchten weich und flauschig aussehen wie beispielsweise „Mamacloud“ von Belux. Nordische Designer nutzen Algen, um daraus Lampenschirme zu machen. Und mit der Pflanzenleuchte „Mygdal“ des deutschen Design-Duos Nui Studio wird die physikalische Ähnlichkeit zwischen Sonnen- und LED-Licht genutzt: Im Inneren herrscht ein komplett autonomes Ökosystem, die Pflanze wird eingesetzt und von Glas umschlossen. Nun kann sie auf natürliche Weise Photosynthese betreiben.
TaoTronics macht dagegen Leuchten mit USB-Anschluss, um das Handy aufzuladen. Ganz ohne Kabel funktionierts, wenn die Smartphones Qi-ladefähig sind. So nennt sich die Technik, die es ermöglicht, Handys kabellos aufzuladen. Manche Leuchten haben integrierte Ladestation im Fuß. Die Symbiose aus LED-Technik mit Akkutechnologie sorgt für einen neuen Umgang mit Lichtquellen und bietet noch Potenzial!

Biotop: Pflanzenleuchte „Mygdal“ von Nui Studio nutzt Ähnlichkeit zwischen Sonnen- und LED-Licht

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