ZWEI MAGAZINE - EINE WELT

Gut aufgelegt

Schön auf dem Teppich bleiben!

Viele Menschen haben es sich während der Pandemie zuhause gemütlich gemacht und sich neu eingerichtet. Vor allem Teppiche erfreuen sich bei der Neugestaltung großer Beliebtheit. Dabei liegen nicht nur großformatige Florteppiche im Trend, sondern auch Bettvorleger, Läufer oder Matten.

Harmonisch und energiegeladen: Kollektion „Mix“ im neuen Teklan Design von Heymat

Nicht jedem wird der rote Teppich ausgelegt, aber jeder kann sich für seine vier Wänden einen passenden Fußbodenbelag aussuchen. Es zeichnet sich für 2021 ein klarer Trend zum Teppich ab, und zwar nicht nur im Wohnzimmer, sondern tatsächlich in beinahe jedem Raum. Ob Brücke, Bettvorleger, Flokati, Läufer, Matte oder eben der gute alte Teppich: Damit lässt sich einer Wohnung schnell und unkompliziert ein neuer Look verpassen, es können schadhafte Stellen im Dielenboden kurzerhand verdeckt und mit wenig Geld ein großer Nutzen erzielt werden. Sogar im Badezimmer kommt ein Teppich in Mode, zumal sich die Bäder immer mehr in einen privaten Spa-Bereich verwandeln, zu dem ein hochwertiger, weicher Teppich ebenfalls beiträgt, der das Wohlgefühl verstärkt. Auch in der Küche kommen Läufer ins Spiel und im Schlafzimmer haben klassische Bettvorleger die Nase vorn.

Sorgen für Atmosphäre

Die meisten Menschen bedecken den Fußboden nicht mehr komplett mit Teppichauslegware, sondern bevorzugen heute Teppiche, welche in unterschiedlichen Größen oder Formen lose auf den bestehenden Holz- oder PVC-Boden gelegt werden. Der flauschige Bodenbelag wärmt die Füße, kommt also auch dem Barfußtrend zugute, und macht sich einfach überall sehr gut.
Ähnlich wie Tapeten, sind Teppiche echte Eyecatcher und singuläre Statements, die ein starkes Ambiente schaffen und individualisieren. Sie verleihen den Räumen gleich eine ganz eigene Atmosphäre. Immer beliebter wird, gerade in Pandemie-Zeiten, in denen sich das gesamte Leben zuhause abspielt, der Teppich sogar als Aufenthaltsort, um darauf Musik zu hören, zu spielen oder einfach nur die Seele baumeln zu lassen, in einer Art „Shavasana“, der Schlussentspannung im Yoga, alle Viere von sich gestreckt auf dem weichen Hochflor liegend. Als Alternative zum statischen Sitzen bieten Teppiche viele Möglichkeiten, im Schneidersitz, dem Dehnsitz, im Stütz oder im Liegen, so können Haltungen variiert und nicht wenige Tätigkeiten trotzdem ausgeführt werden.

Skandinavische Bio-Teppiche von Gudrun Sjödén / Die Schwedin Alfhild Külper hat diese flauschigen Kreationen handgemacht / Ausdrucksstarker Teppich „Flora Backyard“ des spanischen Labels Nanimarquina (Foto: Albert Font)

Im Sommer werden Terrasse, Balkon oder Garten das verlängerte Wohnzimmer. Neben Loungemöbeln gehören auch die Outdoor-Teppiche zu den angesagten Trendprodukten. Sie schützen vor den kalten Fliesen und bieten zudem eine clevere Möglichkeit, den Gartendreck schon abzustreifen, bevor man die Innenräume betritt. Meist sind die Outdoor-Teppiche Schmutzfang, zudem rutschfest und aufgrund der extrem robusten Kunstfasern sehr langlebig.
Vor allem in Kinderzimmern kommen Teppiche als Kuschelplätze, Spieloasen und Lernwiesen zum Einsatz. Wer kennt nicht die Rennstrecken für kleine Autofahrer, die Buchstabenteppiche, Zahlen zum Hüpfen oder einfach die Lieblings-tiere in Teppichform zum Knuddeln.
Die ersten Teppiche wurden vor rund 10.000 Jahren hergestellt. Nomaden und Bauern schützten sich damit vor kalten Wintern. Dazu wurde geschorene Schafwolle immer wieder nass gemacht und zusammengedrückt, solange bis eine Art Filzteppich entstand. Vor allem im Orient wurden Teppiche entweder gewebt oder auch geknüpft. Neben den Luxusteppichen gab es früh schon einfache Varianten, die nicht nur als Bodenbelag dienten, sondern auch als Beutel für Lebensmittel, als Pferdedecke oder Wandbehang, zum Verschönern der Räume genutzt wurden. Es gab sehr unterschiedliche Orientteppiche, manche so klein wie ein Taschentuch als Gastgeschenk, andere bis zu mehreren Tausend Quadratmetern groß für Paläste. Sie bestanden aus Wolle, Seide oder Ziegenhaar, waren mal dünn gewebt oder mit dickem Flor. Im Orient hatten Teppiche nicht zuletzt durch die Geschichten aus 1000 und einer Nacht von den fliegenden Teppichen oder durch die religiöse Nutzung als Gebetsteppiche eine starke Bedeutung. Nach Europa schipperte Alexander der Große bereits im dritten Jahrtausend vor Christus die ersten Teppiche. Seither brach der Teppichhandel nicht ab und große Reisende wie Marco Polo hatten ebenfalls Teppiche im Gepäck. Über die Seidenstraße gedieh der Teppichhandel. Spanien entwickelte sich unter Einfluß der Mauren zum ersten europäischen Teppichzentrum. In Frankreich wurden die Gobelins gewebt. Während der Industrialisierung und mit der Erfindung mechanischer Webstühle entstanden auch hierzulande Teppichfabriken. Bis heute haben sich Teppiche in Europa etabliert und erfreuen sich neuerdings starker Nachfrage.

 

Die dänische Marke Hay setzt auf kräftige Farben

Motiv Damaris aus dem Hause Efia, Bezug über www.heine.de / Die Teppiche von PAD sind so praktisch wie vielfältig / „Hello stranger“ von Circu / Teppichfliesen mit Kaschmir-Ziegenhaar von Tretford sind schnell austauschbar, da sie ohne Klebstoff lose verlegt werden können

Das kleine Schwarze: Teppiche von Pappelina

Prints setzen Akzente

Flauschige Teppiche bringen das richtige Maß an Gemütlichkeit. Und je größer und flauschiger, desto besser: Am liebsten so, dass die gesamte Familie auf dem Teppich chillen kann. Dekorative Prints setzen dabei die Akzente, die Palette reicht über üppige Blumen, exotische Vögel bis hin zu klaren, geometrischen Formen. Ob sanfte Farben oder ausdrucksstarke Töne, die Bandbreite kennt auch bei der Farbpalette kaum eine Grenze. Hochflorteppiche kombiniert mit Poufs oder Sitzsäcken sorgen für ein hyggeliges Ambiente. Felle können dann zusätzlich nochmal Wärme ausstrahlen. Ob gewebt, geknüpft oder maschinell hergestellt, die Oberflächen variieren stark. Bouclé-Teppiche bestehen aus geschlossenen Garnschlingen oder Faserschlingen, deren kleine Schlingenkrümmungen nach oben ragen. Velour-Teppiche bestehen dagegen aus geschnittenen Fasern, die nach oben offen sind. Der Cut-Loop mischt Bouclé mit Velour zu einer Art Relief aus Schnitt und Schlinge. Die verwendeten Materialien unterscheiden sich ebenfalls. Manche Teppiche sind aus Jute, Hanf, Seegras, Sisal, Kokos, andere aus Baumwolle, Wolle oder Kunstfasern. Immer stärker rücken nachhaltig recycelte Wolle und umweltverträgliche Materialien in den Fokus. Was die Formen betrifft, hat sich im Laufe der Jahre einiges verändert. Längst ist der Teppich nicht mehr nur rund oder rechteckig. Vielfältige, organische oder ovale Formen sind ebenso im Angebot wie außergewöhnliche geometrische Figuren. Daneben sind starke Farben angesagt, welche dem Boden einen besonderen Touch verleihen! Kunden sind, was Teppiche angeht mutig und wählen gerne mal ausdrucksstarke, bunte Varianten.

Im Deutschen kommt dem Teppich sogar sprachlich eine besondere Bedeutung zu, denn nicht umsonst raten wir den Mitmenschen „Auf dem Teppich zu bleiben“ und meinen damit, sie sollen realistisch handeln oder warnen davor nichts „unter den Teppich zu kehren“, wenn keine Geheimnisse an einem nagen sollen. Und der rote Teppich wird symbolisch für berühmte Stars und Persönlichkeiten ausgerollt. Der Teppich als magischer Ort kommt im Märchen vor und der berühmte Theaterregisseur

„Floralia“ designt von Serena Confalonieri für Carpet Edition / Rund, unkompliziert und stylisch: Teppich von Rivièra Maison / Cordoba Outdoor-Teppich von Rivièra Maison / Schöne, rutschfeste Fußmatten von wash+dry

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