ZWEI MAGAZINE - EINE WELT

Fernwehküche

Der Zauber von 1001 Nacht

Der Orient ist nicht nur in Zeiten der Reisebeschränkungen durch eine Panedemie ein Sehnsuchtsort. Mit ein bisschen Fantasie und den passenden Utensilien lässt sich im Handumdrehen ein Hauch von Exotik in Küchen und Esszimmer zaubern.

Das Glockenzelt „Star Emperor“ für magische Momente www.boutiquecamping.com

Henkelbecher Asa Coppa „Marrakech“ und „Santorin“ www.asa-selection.com / Mangoholz mit Emaille-Lackierung in zartem Grün mit Blattprintwww.leonardo.de / Stilisierte Fliesen als Kühlschrankmagnete „Orient Set“www.guru-shop.de / TV-Star Sila Sahin entführt uns mit ihrem Kochbuch in die Küche des Orients www.graefe-und-unzer.de

Die gekränkte Ehre eines betrogenen Mannes und die Erzählkunst einer mutigen Frau sind die Rahmenhandlung eines Klassikers der Weltliteratur, welcher eine wahre Orient-Euphorie ausgelöst hat. Die Rede ist von den Märchen aus 1001 Nacht. Es war Schahriyâr, König einer ungenannten Insel „zwischen Indien und dem Kaiserreich China“, der über die Untreue seiner Frau so erbost war, dass er seinem Wesir den Auftrag gab, jede – in manchen Versionen war es auch nur jede dritte – Nacht eine Jungfrau zu bringen, um diese anschließend im Morgengrauen zu töten. Da die Tochter des Wesirs, Scheherazade, das Morden nicht mehr mitansehen konnte, bot sie sich dem König als Frau an. Damit sie nicht das Schicksal der anderen Jungfrauen ereilte, begann sie, am Abend eine Geschichte zu erzählen. Als sich die Nacht dem Ende zuneigte, war sie an einer solch spannenden Stelle angelangt, dass der König sie verschonte, um die Fortsetzung zu erfahren. Alle Serien-Junkies wissen, wie das funktioniert. In der orientalischen Version der Märchen brachte Scheherazade in den 1001 Nächten drei Kinder zur Welt und wurde schließlich von dem König begnadigt. In einer anderen Fassung der Märchen „bekehrte“ Scheherazade den König und er heiratete sie, wobei nicht immer Kinder im Spiel waren.

Fernwehküche in der Poterie-Kollektion aus ofenfestem Steinzeug www.lecreuset.com / Die „Valencia“-Dessins in samtig-dezenten Erdtönen www.ritzenhoff-breker.de / Laterne aus Fichten-holz mit Metallkuppel in orientalischer Optik www.gildehandwerk.com

Exotische Welten auf dem Leinenkissen „Orient“ www.santorus.com / Die Laternen „Filamento“ sind aus reinem Eisen gemacht www.hoff-interieur.de / Palmfächer „Sempai“ aus schwarzem Bambus-Geflecht www.artisanti.com / Samarkand Aquamarin www.villeroy-boch.de / Dekorativer Korkenzieher für alle Schlangenbeschwörer www.mintandmay.co.uk

Farbenfroher Spritzschutz Orientalische Kacheln aus Glaswww.wall-art.de

Die vielen verschiedenen Fassungen der Märchen aus 1001 Nacht, zeigen die Komplexität. Den Ursprung der Rahmengeschichte und einiger Tierfabeln vermutet man in Indien. Damit waren diese schon für die frühen arabischen Leser Erzählungen aus einem fernen, mysthischen Orient. Man geht davon aus, dass erst in der Spätantike unter der Herrschaft der Sassaniden die Märchen um einen persischen Teil erweitert wurden. Es folgten zahlreiche Übersetzungen. Die folgenreichste Veränderung in Europa ist dem Orientalisten Antoine Galland zu verdanken. Dieser war im Besitz einer der ältesten arabischen Versionen vermutlich aus dem Jahr 1450. Durch seine Übersetzung Anfang des 18. Jahrhunderts machte er die Geschichten „kindertauglich“, indem er alle erotischen Stellen eliminierte. Darüber hinaus erweiterte er die Sammlung um eine arabische Vorlage aus seinem Besitz: Sindbad der Seefahrer. Auch Aladin und die Wunderlampe sowie Ali Baba und die 40 Räuber übernahm er nachträglich von einem aus Syrien stammenden Märchenerzähler. Die Veröffentlichung von Galland zog zahlreiche weitere Übersetzungen (teilweise auch wieder zurück ins Arabische) nach sich. Die Märchen erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit und sind sicherlich mitverantwortlich für den besonderen Reiz, welcher der Orient auf uns ausübt.

Orient@Home

In Zeiten, in denen wir nicht reisen dürfen, holen wir den Orient einfach zu uns ins Haus. Das geht relativ stilecht. Für das Gefühl eines echten „Ortswechsels“ sorgt das Glockenzelt von Boutique Camping, das sich überall aufstellen lässt. Leinenkissen mit exotischen Motiven, ein Fächer aus Bambusgeflecht oder eine Makramee-Wanddekoration runden das Ensemble ab. Passende Laternen von Gilde oder Hoff sorgen für eine stimmungsvolle Beleuchtung und das Duftwachs „Spirit of the Orient“ für eine passende, exotische Atmosphäre. Damit wäre schon einmal die Basis für eine gelungene „Orient-Reise“ gelegt.

Waschbecken „Evelyn“ aus der Chinois-Serie www.thewaywelivelondon.com / Kaffeekanne und Pfefferstreuer „Barocco Mosaic“ von Versace www.rosenthal.de

Tapete Sundance Villa ,,The Villa“ www.mindtheg.com / Tajine mit induktionstauglichem Unterteil aus emailliertem Gusseisen und Keramik-Deckel www.spring.ch / 100 kreative Rezepte rund ums Mittelmeer mit Ali Güngörmüs www.dorlingkindersley.de

Hier wacht ein „Yogi“ über die Zahn- stocher und „Oiladdin“ über das Öl www.peleg-design.com

In der Küche lassen wir uns von den Rezepten von Ali Güngörmüs in „Mediterran“ oder Sila Sahins Orientküche inspirieren. Damit auch dort ein wenig Urlaubs-Feeling aufkommt, lassen sich die Wände mit einer Palmentapete, orientalischen Glaskacheln, Kühlschrankmagneten in Fliesenoptik oder einem farbenfrohen Waschbecken verzaubern. Natürlich darf das passende Geschirr nicht fehlen. Das Essen bereiten wir in einer Tajine von Spring zu. Wir bedienen uns Aladins Wunderlampe „Oiladdin“, um Öl auszuschütten und sind voller Bewunderung für den tapferen Zahnstocher-Yogi. Wir speisen auf den Tellern mit Blattmotiven von Leonardo oder dem ofenfesten Steinzeug von Le Creuset, erfreuen uns an der exotischen Flora und Fauna der Serie Samarkand von Villeroy & Boch, schwelgen in den maurischen Ornamenten der Serie „Valencia“ von Ritzenhoff & Breker, verlieren uns in der Schönheit von „Les reves Byzantins“ von Versace by Rosenthal und erfreuen uns an der exotischen Archiktektur von Marrrakech und Santorin auf den Henkelbechen Asa Coppa. Und natürlich darf zu einem guten Essen die passende Flasche Wein nicht fehlen. Beim Entkorken hilft uns eine Schlange, die wir ganz ohne Flötenmusik beschören konnten. Im Rausch dieser Genüsse sollte es uns sicherlich auch gelingen, den fliegenden Teppich zu starten. Damit man nicht auf dem Boden bleibt, einfach die Augen schließen!

Zurück zur Übersicht "Themen & Trends"