ZWEI MAGAZINE - EINE WELT

Formschön

Perfekte Ursprünglichkeit

Die neue urbane Tischkultur verbindet Perfektion mit Natürlichkeit. Material, Form und Farben mit Anleihen aus der Natur verschmelzen zu modernen Objekten für den gedeckten Tisch.

Broste Copenhagen präsentiert mit der Herbst-/Winterkollektion die neue minimalistische Geschirrserie Ellis

Bedeutete in der Generation unserer Großeltern ein perfekt gedeckter Tisch am Sonntag noch makellose Geometrie des Geschirrs in Kombination mit poliertem Silberbesteck auf vollendet gebügelten Damasttischdecken, so haben sich unsere Ansprüche zumindest für den privaten Bereich heute deutlich gewandelt.
In einer immer komplexer werdenden Welt, in der die Anforderungen im Alltag stetig wachsen, sehnen wir uns nach Einfachheit, Ruhe und Beständigkeit. Einfachheit ist dabei aber nicht gleichbedeutend mit Nachlässigkeit, Ideenlosigkeit oder gar Langeweile. Vielmehr drücken wir unsere Individualität aus, indem wir Arrangements kreieren, die perfekt zum Einrichtungsstil passen. Und genau wie bei Möbeln treten beim Geschirr, Besteck und Tischwäsche das Material, die Oberflächen und Formen in den Vordergrund. Auch wenn weißes Geschirr immer noch am häufigsten gekauft wird, sehen wir uns immer häufiger Tassen, Tellern und Schalen in organischen Formen und erdigen Farbtönen gegenüber. Von maritimen Blautönen, über Beige, Ocker und Rost bis hin zu allen Grüntönen aus Wald und Flur: Die Farben sind vorwiegend gedeckt und können aufgrund ihrer zurückhaltenden Farbgebung und Musterung harmonisch miteinander oder eben mit weißen Produkten kombiniert werden. Mix & Match nimmt der Tischdekoration die Strenge, lockert auf und unterstreicht zudem den persönlichen Geschmack. Eine moderne Leichtigkeit und urbanen Chic verleihen helle Holztische und -stühle einem Arrangement mit dunklem Geschirr.

Punkten mit Unvollkommenheit: Karaffe und Serviertablett von Dutchdeluxes / Perfekt temperiert: Weinkühler aus Naturstein von Rokstyle Living

See it!

Dazu passen auch die neuen organischen, unperfekten Formen und besonderen Haptiken. Ein Teller muss nicht mehr kreisrund sein, Dellen, asymetrische Formen und vermeintliche Makel in der Oberfläche sind gewollt. Alles sieht handgemacht aus, hat eine Seele. Farbe darf ineinander laufen, Sprenkel gehören zum Design, Pinselstriche sind sichtbar oder die Oberflächen sind nur teilweise mit Glasur überzogen. Aber das scheinbar Fehlerhafte hat keine Auswirkungen auf die Qualität und Funktionalität: Die Gebrauchsgegenstände sind robust, können größtenteils in der Geschirrspülmaschine gereinigt und manchmal auch in der Mikrowelle verwendet werden. Als Material kommen Ton, Steingut, Steinzeug, Porzellan und Naturstein zum Einsatz.

Feel it!

Doch nicht allein das Service macht einen gedeckten Tisch aus: Besonders gut zur Geltung kommen die neuen Optiken im Zusammenspiel mit Tischwäsche aus Leinen oder Hanf. Dabei muss es nicht immer eine Tischdecke sein, auch Läufer oder Platzsets geben dem Ensemble einen wirkungsvollen Rahmen. Stoffservietten verstehen sich von selbst und unterstreichen den natürlichen Charme. Schalen oder Untersetzer aus Holz, Korb oder Kork vervollständigen den natürlichen Look und bringen zudem den Trend zur Nachhaltigkeit ins Spiel. Das Tüpfelchen auf dem i sind dann Fundstücke vom vergangenen Waldspaziergang: knorrige Äste, getrocknete und mit Farbe veredelte Disteln oder ein selbst gepfückter Wiesenblumenstrauß.
In einem mit so viel Liebe zum Detail gestalteten Ambiente werden alle Sinne angesprochen. Ästhetik, Haptik, Geruch und Geschmack lassen dann auch ein gewöhnliches Vesper im Kreise unserer Lieben zu einem Festmahl werden.

Nachhaltige Geschirrkollektion „Reclay“ aus recycelter Keramik von Revol

Serax bringt mit Inku eine Geschirrserie in der Tradition japanischer Einfachheit / Die Farbpalette der Rhombe Color Kollektion von Lyngby Porzellan reicht von Flieder bis Terracotta / Textil anmutende Oberflächen: Becher der Keramikserie Cordo von ASA Selection

Zurück zur Übersicht "Themen & Trends"