ZWEI MAGAZINE - EINE WELT

Friesland Porzellanfabrik

Im Aufschwung

Bei Friesland Porzellan in Varel erfolgt ein großer Teil der Produktion, etwa 60 Prozent, nach wie vor in Handarbeit und wird nicht ausgelagert, das heißt eine Herstellung nur in Norddeutschland - Friesland. Made in Germany! Die Geschichte der Porzellanfabrik ist so spannend wie ein guter Krimi, beziehungsweise wie die Historie des Porzellans an sich.

Porzellan ist vielseitig, langlebig und hygienisch. Es hat drei Rohstoffe: Quarzsand, Feldspat und Kaulin (weiße Tonerde), ist also ein reines Naturprodukt. Die Geschichte des Porzellans ist so spannend wie ein Thriller: Erfunden in China, seit 1710 geheim auch in Deutschland gefertigt, gelang durch entflohene Mitarbeiter und Spionage die Rezeptur dann doch nach draußen. Auch die Vergangenheit der Porzellanfabrik Friesland war geprägt von spannenden Momenten. 2018 stand die Porzellanfabrik kurz vor dem Aus, doch die Schließung konnte abgewendet werden. 2019 ergab sich ein Zusammenschluss mit der niederländischen Unternehmensgruppe „Royal Tableware Group“. Dazu gehören neben der Friesland Porzellanfabrik in Varel die Firmen Royal Boch, eine belgische Steingutfabrik, die 1841 gegründet wurde, Royal Goedewaagen mit Sitz im niederländischen Friesland, schon im 16. Jahrhundert bekannt für seine traditionelle Handwerkskunst, Albarello, eine Fliesenfabrik, die auf jahrhundertalte Weise klassische Fliesen herstellt und die Marke Walküre, die hochwertiges Porzellan für die Gastronomie produziert. Nachdem Walküre 2019 Insolvenz angemeldet hatte, hat die Friesland Porzellanfabrik die Marke übernommen.

„Ecco-Sylt“ überzeugt mit sanft geschwungener Zeichnung und modern abstrahierter Meeresbrise

Schicke Henkel bei der Serie „NYNY“ von Walküre, die zu Friesland gehören

Düne, Welle und Meer: Strand-Stimmung pur auf den neuen „Friesen“ Bechern

GESCHIRR MIT GEFÜHL

Seit dem Neustart unter der niederländischen Unternehmensgruppe ist eine enorme Wandlung erfolgt. Die Produktion startete wieder durch, Kunden konnten zurückgewonnen werden, der Porzellanfilter hat endlich seinen Namen Friesland erhalten und wird weiterhin in seiner Urform mit der Hand in Gipsformen gegossen. Klassiker wie „Ammerland Blue“ oder „Jeverland Kleine Brise“ sind ungebrochene Bestseller. Es kommen ständig neue Dekore dazu: Die „Ostfriesische Rose“ wurde dieses Jahr mit einem modernen Erscheinungsbild neu herausgebracht und das Volldekor „Sylt“, welches mit seiner Haptik den Sand, die Gischt, das Meer und die Dünen auf den Tisch bringt – also Geschirr mit Gefühl. Als nächstes kommen die „Friesland-Becher“ mit Dekoren aus der nordischen Heimat der Porzellanfabrik auf den Markt. Mit den großen Bechern (0,5 Liter) holt man sich die Nordsee nach Hause. In Kürze folgt ein farbenfrohes, familienfreundliches Porzellan, als Hommage an die 90er, mit dem Dekorname „Fantasia“. Die farbigen Henkel, mit Hand bemalt, bieten die Möglichkeit, das eigene Lieblingsdekor zu wählen. „Delfter Blau“ schließt diese Neuheiten-Welle ab, dieses Dekor auf der Tee-Form „Atlantis“ entstand in Zusammenarbeit mit der Schwesterfirma Royal Goedewaagen.

Es ergeben sich viele Synergieeffekte in dieser Unternehmensgruppe. Ob Porzellan für die Familie, für das Büro, für Hotels, Gaststätten oder Bäckereien, Steingut (Ceracron) für Liebhaber der traditionellen Lebensweise, aber auch bunte Farben (Happymix), es ist alles vorhanden. Auch die alte Entstehungs-Geschichte mit den Kaffeekannen und -filtern ist weiterhin ein wichtiges und immer noch beliebtes Thema. Nicht zu vergessen die Utah-Teekanne (Utah-Teapot), sie gehört zu den ältesten (seit 1954) und bekanntesten 3D-Modellen der Computergrafik, zu sehen in Filmen wie „Monster AG“, „Toystory“ oder „Die Schöne und das Biest“. Diese Teekanne wird auch jetzt noch unverändert in Varel produziert.
www.friesland-porzellan.de

Überwiegend in Handarbeit entstehen die Friesland Porzellan Produkte

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