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Zukunftsinvestition von Jura in Hightech-Labor

11. November 2019, 15:43

Zukunftsprojekt

„Prozessoptimierungen und Automatisierung werden die Laborkapazität verdreifachen und schneller zu aussagekräftigen Resultaten führen. Die Steigerung der Innovationskadenz wird es uns erlauben, Weiterentwicklungen noch schneller auf den Markt zu bringen“, begründet der Bauherr das Vorhaben. Zum symbolischen Baustart stellte Emanuel Probst das zukunftsweisende Projekt vor. Geschwindigkeit und kompromisslose Qualität seien im Wettbewerb die entscheidenden Erfolgsfaktoren, so Emanuel Probst. Deshalb werde die Laborkapazität verdreifacht. Digitalisierung und Automatisierung erlaube es den Entwicklungsteams, sich konsequent auf ihre Kernaufgaben zu fokussieren. Auch fördere der Jura Campus aktiv den Dialog und den Know-how-Transfer zwischen einzelnen Entwicklungsgruppen. „Das Resultat wird eine Beschleunigung von Innovationen sein“, ist der Jura-Chef überzeugt.

Der zum Spatenstich anwesende Solothurner Landammann Roland Fürst knüpfte beim Thema Innovation an und betonte, wie wichtig für Unternehmen die Fähigkeit sei, sich an die weltweiten Rahmenbedingungen anpassen zu vermögen. Jura habe dies geschafft. Mehr noch, der Hersteller habe aus dem „Gebrauchsgegenstand“ Kaffeemaschine ein gefragtes Accessoire gemacht, das sogar auf Selfies von Weltstars im Hintergrund zu sehen sei. Fürst war beeindruckt vom Campus-Projekt und erfreut über das klare Bekenntnis zum Standort. Auch der Niederbuchsitener Gemeindepräsident Markus Zeltner gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass Jura „am besten Standort der Schweiz“, wie er mit leichtem Augenzwinkern sagte, dieses Grossprojekt realisiere. In einer Zeit, in der die time-to-market immer kürzer werde, steige die Wichtigkeit eines professionellen Qualitätsmanagements. Qualität und hervorragende Dienstleistungen führten letztendlich zu Kundenzufriedenheit und -treue und dies wiederum zum Erfolg.

Industrie 4.0

Bei der Neu- und Weiterentwicklung von Kaffeespezialitäten-Vollautomaten spielen Dauer-tests eine ausschlaggebende Rolle. In möglichst kurzer Zeit sollen die realen Betriebsbedingungen während eines gesamten Produkte-Lebenszyklus realistisch simuliert werden. Dabei fallen Abertausende von Datensätzen für jedes einzelne Gerät an. Eine der wesentlichen Prozessinnovationen im Campus sind digitalisierte Abläufe. Ganz zu Beginn erfolgt eine Identitätserfassung der Geräte sowie die Zuteilung auf einen Trolley. Darauf verweilen die Geräte während der gesamten Entwicklungs- und Testphase. Ab dem Einchecken können alle involvierten Stellen jederzeit im „Skylab“, einer Art Flugradar, sämtliche Funktionen und Messwerte der Geräte einsehen – vollautomatisch, vollständig und in Echtzeit. „Damit hält bei uns Industrie 4.0 Einzug“, verrät Emanuel Probst.

Um exakt zu analysieren, wie sich einzelne Bauteile nach Jahren des Betriebs verhalten, werden im Herzstück des Jura Campus im Endausbau 102 automatisierte Prüfplätze zur Ver-fügung stehen. In wenigen Monaten simuliert jeder einzelne davon Jahre des Einsatzes im Haushalt. Die Zufuhr von Wasser und Kaffeebohnen erfolgt an den einzelnen Stationen genauso automatisch wie das Wegführen des Kaffeesatzes. Einmal in Betrieb, werden die Dauertests im Campus jährlich rund 75 Tonnen Kaffeebohnen verbraucht. Damit dürften rund zehn Millionen Tassen Kaffee, Cappuccino, Latte macchiato, Cortado und andere Spezialitäten zubereitet werden. Abfall entsteht dabei nicht, denn schon seit Jahren arbeitet der Hersteller mit einem Landwirt in der Region zusammen, der den Kaffeesatz kompostiert und aus ihm wertvolle Nahrung zur Bodenverbesserung gewinnt.

 

Klimatest

Reale Bedingungen werden hier nicht nur quantitativ, sondern auch klimatisch herrschen. „Wir sind heute in rund 50 Ländern weltweit tätig“, zeigt Emanuel Probst auf. „Vom hohen Norden bis in den tiefen Süden. Deshalb brauchen wir die Möglichkeit, unsere Vollautomaten auch unter härtesten Bedingungen testen zu können.“ Klimaräume werden dies möglich machen. Modernste Sensorik liefert dabei immense Datenmengen, die, von intelligenter Software ausgewertet, zur Optimierung selbst kleinster Details dienen.

Langfristig könne nur erfolgreich sein, wer sowohl seine Produktivität als auch seine Produkt-qualität permanent steigere, ist Probst überzeugt. Mit seinem Campus-Konzept gehe Jura einen wichtigen Schritt in eine digitalisierte Zukunft. Eine offene Architektur mit lichtdurchfluteten Räumen und gläsernen Wänden greift die Thematik der Transparenz auf, die der Hersteller seit der Einweihung der gläsernen Service- Fabrik im Jahre 2003 auch bautechnisch verfolgt. Ganz klar, der Jura Campus soll dereinst als Innovations-, Qualitäts- und Technologiezentrum eine Strahlkraft weit über die Wirtschaftsregion Solothurn hinaus entwickeln, aus der Schweiz in die Welt.

Fakten

Jura Campus

Architektur: Candio Architekten AG, Zürich

Bauingenieur/-leitung: H. Katzenstein AG, Solothurn

Aushub: Sutter Bauunternehmung AG, Hellsau

Hochbau: Sterki Bau AG, Solothurn

Spatenstich: 25. Oktober 2019

Baubeginn: November 2019

Fertigstellung: Herbst 2021

Bauvolumen: 25.000 Kubikmeter

Investition: 20 Mio. CHF

Jura-CEO Emanuel Probst begrüsst die Gäste zum Startschuss des Projekts Jura Campus (Foto: Jura Elektroapparate)

so.ch/startseite/ de.jura.com/de

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