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Villeroy & Boch: Jahresprognose bestätigt

30. Juli 2026, 18:45

Der Vorstand der Villeroy & Boch Aktiengesellschaft bewertet die wirtschaftliche Lage des Konzerns in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2026 trotz eines weiterhin von geopolitischen Spannungen geprägten Marktumfelds insgesamt als noch befriedigend. Der Konzernumsatz lag im ersten Halbjahr 2026 bei 635,8 Millionen Euro und damit um 12,4 Prozent unter dem Vorjahreswert von 725,8 Millionen Euro. Bereinigt um Wechselkurseffekte sowie um die zum 1. Oktober 2025 veräußerten nordeuropäischen Marken Gustavsberg und Vatette beträgt der Rückgang 7,4 Prozent. Erfreulich entwickelte sich dagegen der Auftragsbestand: Er stieg gegenüber dem Jahresende 2025 um 49,5 Millionen Euro auf 199,9 Millionen Euro.

Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern belief sich auf 34,5 Millionen Euro nach 47,8 Millionen Euro im Vorjahr. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus der im Vorjahr vorgenommenen Desinvestition sowie den Auswirkungen des geopolitischen Konflikts am Persischen Golf. Das Konzernergebnis lag bei minus 6,8 Millionen Euro gegenüber plus 13,8 Millionen Euro im Vorjahr; maßgeblich hierfür waren überwiegend nicht zahlungswirksame steuerliche Sondereffekte.

Bad & Wellness

Der Unternehmensbereich Bad & Wellness erzielte einen Umsatz von 504,4 Millionen Euro gegenüber 594,1 Millionen Euro im Vorjahr, was einem Rückgang von 15,1 Prozent entspricht; portfolio- und währungsbereinigt beträgt der Rückgang 9,4 Prozent. Während der Umsatz in Europa, dem Nahen Osten und Afrika vor allem desinvestitionsbedingt sowie durch den Nahost-Konflikt um 14,5 Prozent zurückging, verzeichneten einige Märkte wie Italien, Bulgarien und Ungarn ein erfreuliches Wachstum. Die Regionen Asien-Pazifik und Amerika wiesen bei rückläufiger Baukonjunktur einen Rückgang von 21,3 Prozent auf. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern des Bereichs lag bei 29,5 Millionen Euro gegenüber einem angepassten Vorjahreswert von 43,0 Millionen Euro.

„Das aktuelle weltwirtschaftliche Umfeld stellt die gesamte Branche vor erhebliche Herausforderungen, und auch der Villeroy & Boch Konzern bleibt davon nicht unberührt. Dennoch sind wir überzeugt: Die breitere Aufstellung durch die Akquisition von Ideal Standard wird unser Geschäft gerade in herausfordernden Zeiten mittel- und langfristig stärken“, erläutert der Vorstand für Bad & Wellness, Georg Lörz.

Dining & Lifestyle

Der Unternehmensbereich Dining & Lifestyle behauptete sich mit einem Umsatz von 130,0 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau von 130,4 Millionen Euro; währungsbereinigt ergibt sich sogar ein leichtes Plus von 0,8 Prozent. Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung im E-Commerce mit einem Umsatzplus von 16,1 Prozent. Leichte Rückgänge in Europa, dem Nahen Osten und Afrika von 1,0 Prozent wurden durch Zuwächse in Asien-Pazifik und Amerika teilweise kompensiert. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg leicht auf 5,0 Millionen Euro gegenüber 4,8 Millionen Euro im Vorjahr.

„Das Ergebnis im Geschäftsbereich Dining & Lifestyle ist angesichts des herausfordernden Marktumfelds besonders erfreulich. Der Beitrag unserer erfolgreichen Neueinführungen und auch das starke E-Commerce-Wachstum zeigen, dass wir nah an den Bedürfnissen unserer Konsumentinnen sind“, kommentiert Doktor Peter Domma, Vorstand für Dining & Lifestyle und Chief Digital Officer.

Ausblick für das Gesamtjahr 2026

Das globale Marktumfeld bleibt von geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit geprägt; eine weitere Eintrübung im zweiten Halbjahr ist nicht auszuschließen. Vor diesem Hintergrund bestätigt der Vorstand der Villeroy & Boch Aktiengesellschaft die Prognose für das Gesamtjahr 2026 mit einem erwarteten operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 75 Millionen Euro.

Die gedämpfte Dynamik wird temporär durch den strukturellen Effekt aus der Veräußerung des nordeuropäischen Geschäfts der Marken Gustavsberg und Vatette zum 1. Oktober 2025 verstärkt, weshalb Nettoumsatz und operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern auch im dritten Quartal des Jahres 2026 deutlicher unter dem Vorjahr liegen werden.

„Das wirtschaftliche Umfeld bleibt außergewöhnlich volatil. Wir gehen davon aus, dass sich die geopolitischen Spannungen auch im weiteren Jahresverlauf auf unser Geschäft auswirken werden und begegnen dieser Unsicherheit mit einer entsprechend vorsichtigen Planung. Der solide Auftragsbestand sowie die stabile Entwicklung im Bereich Dining & Lifestyle zeigen jedoch die grundsätzliche Stärke unseres Geschäfts“, so Finanzvorstand Doktor Markus Warncke.

villeroy-boch.de

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