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Umfragestudie: Wer fährt auf Elektroroller ab?

15. Januar 2020, 10:47

Ein neue Zeit der Mobilität bricht an: Vor allem in Großstädten haben Nutzer die Wahl zwischen Carsharing-Anbietern, Ridesharing-Diensten, Leihfahrrädern, Elektrorollern oder -Scootern – und das ergänzend zu Bussen, Bahnen und Taxis. Wie Verbraucherinnen und Verbraucher die neuen Angebote einschätzen und wie die Anbieter potenzielle Kundengruppen erreichen können, hat die  YouGov-Analyse „Mobilität der Zukunft“ untersucht.

„Der Titel verdeutlicht: Gegenwart sind alternative Mobilitätsformen für die allermeisten noch längst nicht“: Mit dieser Aussage verweist You Gov Deutschland, dass 46 Prozent der Deutschen regelmäßig den städtischen Nahverkehr und etwa zwei Drittel ihr eigenes Auto nutzen. Demgegenüber kommen derzeit neue Mobilitätsformen nur auf Nutzeranteile im einstelligen Prozentbereich – auch wenn Miet-Räder, -Roller und -Autos vielerorts unübersehbar sind.

Mehr Nachfrage in Großstädten

Etwas besser sieht es laut den Marktforschern für die neuen Mobilitätsanbieter in Großstädten wie Hamburg, Köln, Düsseldorf, München, Frankfurt am Main, Stuttgart und Berlin aus; Hier nutzen immerhin elf Prozent Taxi-Alternativen wie Uber oder Free Now und zehn Prozent Carsharing. Leihräder sind zu sieben Prozent dabei und Elektroroller zu vier Prozent. Insgesamt setzen 22 Prozent der Großstädter auf solche alternativen Fortbewegungsmittel. Gleichzeitig sind klassische Mobilitätskonzepte hier ebenfalls stärker: Taxis und städtischer Nahverkehr werden viel häufiger genutzt als im Rest der Republik.

Für alle neuen Mobilitätsformen zeichnet sich laut You Gov Deutschland ein substanzielles Wachstumspotenzial ab. Denn mehr als ein Viertel der Großstädter können sich zukünftig die Nutzung von Carsharing oder Ridesharing vorstellen. Leihräder (49 Prozent) und Elektroroller (50 Prozent) könnten die Mobilität in deutschen Großstädten ebenfalls verändern. Während nur 21 Prozent der Großstädter angeben, in Zukunft klassische Taxiunternehmen nutzen zu wollen, kommen Alternativen bereits für 35 Prozent in Frage.

Anbieter müssen am Image arbeiten

Allerdings erscheint den Interessierten die Nutzung alternativer Verkehrsmittel oftmals noch zu kompliziert und unverlässlich. Andererseits stehen sie der technischen Komponente offener gegenüber: 84 Prozent sagen, dass Technologie ihr Leben einfacher mache – gegenüber 76 Prozent in der Gesamtbevölkerung. Sie verstehen sich dabei als Vorreiter beim Ausprobieren neuer Technologie und sind recht umweltbewusst. Ein Nutzungshindernis könnte aber sein, dass diese Vorreiter das Gefühl haben, zu viele Abonnements bei Diensten wie Spotify oder Netflix abgeschlossen zu haben. Umgekehrt lässt sich laut Yo Gov interpretieren, dass diese Gruppe mit einem deutlichen Altersschwerpunkt von 18 bis 34 Jahren leicht Abos abschließt und einem monatlichen Mobilitäts-Abo offen gegenüber eingestellt sein könnte.

Ein Drittel von ihnen findet jedenfalls die aktuellen Preise etwa für Elektroroller teuer. Die Analyse ergibt, dass die neuen Fortbewegungsmöglichkeiten bisher vor allem von Gutverdienern angenommen werden. Fazit von You Gov DEutschland: „Neue Mobilitätsdienstleister sollten also sowohl an ihrem Image arbeiten – etwa Einfachheit und Verlässlichkeit stärker betonen, als auch ihr Angebot anpassen – vor allem Preisstrukturen überdenken. Wichtiger Kommunikationskanal sind dabei Soziale Medien. Bestandskundinnen und -kunden sind überdurchschnittlich oft bei Xing anzutreffen, während an Mobilitätsangeboten Interessierte Youtube und Instagram stark nutzen“.

yougov.de

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