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Trendwende: Im Internet informieren, im Laden kaufen

8. Dezember 2014, 10:50

Schon im laufenden Weihnachtsgeschäft zeigen sich die geänderten Einkaufsgewohnheiten der Verbraucher und die vielfältigen „Multichannel“-Auftritte der Händler. Wie das Gutschein-Internetportal deals.com in Zusammenarbeit mit dem Center of Retail Research in einer Umfrage ermittelt hat, wird jeder sechste Euro zu Weihnachten über mobile Computer ausgegeben. Die Forscher schätzen, dass der E-Commerce-Anteil am gesamten Weihnachtsumsatz in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahr von 14 Prozent auf fast 16,7 Prozent steigt.  

In diesem Zusammenhang betont Rainer Gallus, Geschäftsführer des Handelsverbands NRW, dass „auch kleine Händler da mithalten müssen. Sie müssen nicht gleich einen Online-Shop anbieten, aber mit Adresse, Informationen zu Parkmöglichkeiten, Öffnungszeiten und Sortiment im Internet vertreten sein“. Das ist laut Werner Reinartz, Professor am Seminar für Handel und Kundenmanagement der Universität Köln, umso wichtiger, da sich der Trend gedreht habe und sich die Kunden heutzutage im Internet informieren und dann die favorisierten Produkte lieber im Ladengeschäft kaufen würden. Nach Angaben des Handelsexperten hat sich diese Konsumentengewohnheit in den Jahren 2008 bis 2013 von über 23 auf rund 32 Prozent verstärkt.

„Umgekehrt ist aber der Anteil der Käufer, die sich beim Händler vor Ort beraten lassen und dann online gekauft haben, in derselben Zeit von 27,2 auf 11,4 Prozent abgerutscht. Online ist der neue Showroom“, sagte Werner Reinartz dem Magazin „IHK plus“. Der Professor leitet aus dieser Entwicklung die Erfolgsstrategie von Händlern ab, die Vorteile aus dem stationären Handel mit dem Online-Geschäft klug zu verzahnen.

„E-Commerce zieht Umsätze aus den Läden, durch Vernetzungen verlagern sie sich aber wieder zurück“, beobachtet NRW-Handelsverbands-Geschäftsführer Rainer Gallus. Zwar können sich kleinere Fachhändler den Umsatz nicht voll zurückholen, aber sie können bei ihren Kunden durch viel Eigeninitiative punkten. Ein Beispiel ist das Pilotprojekt „Online City Wuppertal“, bei dem 30 lokale Einzelhändler ihren Kunden ein besonderes Angebot machen: Die Kunden können hier online bestellen und erhalten dann die Ware auf Wunsch gegen eine Gebühr von 5,95 Euro nach Hause geliefert – und das möglichst schon am gleichen Tag.