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Russischer Investor übernimmt Real

19. Februar 2020, 13:50

Die SCP Group werde für die Steuerung aller Geschäftsbereiche von Real verantwortlich sein und gemeinsam mit ihrem strategischen Partner, der X+Bricks Group, die Neupositionierung des Immobilienportfolios betreuen. Metro erwarte einen Netto-Mittelzufluss in Höhe von rund 300 Millionen Euro nach Abschluss der Transaktion. Der Abschluss der Veräußerung stehe unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Regulierungs- und Wettbewerbsbehörden, heißt es in einer Ad-hoc-Mitteilung des Metro-Konzerns.

Tragfähiges Konzept definieren

Nach Vollzug der Transaktion wird SCP Group gemeinsam mit der X+Bricks Group, einem auf Einzelhandelsimmobilien im Lebensmittelsegment spezialisierten deutschen Investor, einen Prozess starten, der für alle Real-Standorte ein tragfähiges Konzept für die Zukunft definieren wird. Der Großteil der heutigen Real-Märkte soll, vorbehaltlich der Entscheidungen der zuständigen Aufsichtsbehörden, in unabhängigen Transaktionen an andere Einzelhandelsunternehmen veräußert oder teilweise in kleinere Flächen für unterschiedliche Nutzungen aufgeteilt werden.

Weiterhin ist geplant, einen Kern von Real-Märkten weiterzubetreiben, der 50 Filialen umfasst und für 24 Monate unter der Marke Real geführt wird. Für jeden Standort werden mögliche Optionen geprüft. Nur wenn weder ein Weiterbetrieb noch eine Fortführung durch ein anderes Einzelhandelsunternehmen eine wirtschaftliche Perspektive eröffnen, ist eine Schließung des jeweiligen Standorts nicht ausgeschlossen.

SCP Group geht davon aus, dass die Zahl der zu schließenden Standorte inklusive des erwähnten Real-Kerns bei rund 30 Warenhäusern liegen wird. Der neue Inhaber plant, das Digitalgeschäft von Real weiterzuverkaufen.

Administration und Mitgliedschaften

Die Real-Hauptverwaltung wird bis auf Weiteres für den Prozess der Umsetzung der Standort-Konzepte wichtige Aufgaben übernehmen. Im Zuge der geplanten Verkleinerung des Filialportfolios soll auch die Hauptverwaltung entsprechend angepasst werden. Real bleibt Mitglied in der Retail Trade Group RTG und der Markant Handels- und Industriewaren Vermittlungs AG. Die Metro wird auf Basis von Dienstleistungsverträgen für einen Übergangszeitraum mit ihren Querschnittsgesellschaften entsprechend des künftig anfallenden Bedarfs Dienstleistungen für Real erbringen.

Konzentration auf Großhandel

Metro-Vorstandschef Olaf Koch erklärt zu der Transaktion: „Ich danke der Geschäftsführung und den Mitarbeitern von Real für ihr enormes Engagement über die vielen Jahre bei Metro, insbesondere aber seit Start des Verkaufsprozesses. Real hat zuletzt mit dem Markthallen-Konzept, dem überaus erfolgreichen Online-Marktplatz real.de sowie mit einem vollautomatisierten Convenience-Store (Emmas Enkel) vielversprechende Geschäftsmodelle entwickelt und damit seine Innovationsfähigkeit bewiesen. Uns ist wichtig, dass der größte Teil der heutigen Real-Standorte auch in der Zukunft im Einzelhandel weiterbetrieben werden wird. Viele der erfahrenen und qualifizierten Real-Mitarbeiter haben eine gute Chance auf Weiterbeschäftigung und alle Mitarbeiter sind als Folge der gemeinsamen Anstrengungen mit dem Gesamtbetriebsrat sozial abgesichert. Unsere Partner SCP Group und die X+Bricks Group bringen die Erfahrung und das Netzwerk mit, um im Sinne der Mitarbeiter eine wirtschaftlich tragfähige Weitervermarktung der Real-Standorte sicherzustellen. Auf dem Weg der Metro zum reinen Großhändler stellt die Veräußerung von Real die letzte große Portfoliotransaktion dar, nachdem wir zuvor Galeria Kaufhof verkauft und uns von MediaMarkt und Saturn getrennt haben. Jetzt kann sich Metro vollständig auf das Kerngeschäft konzentrieren.“

Gemeinsames Engagement

Marjorie Brabet-Friel, CEO der SCP Group, erklärt: „Heute haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht, der den Weg ebnet, um für die Real-Standorte das bestmögliche wirtschaftlich tragfähige Konzept für die Zukunft zu finden. Mit der X+Bricks Group vereinen wir ein sehr engagiertes Team mit hoher Einzelhandels- und Immobilienkompetenz sowie einer langfristigen Vision für Real und seine Standorte. Wir sind zuversichtlich, für die meisten Standorte individuelle Lösungen zu finden, die von den örtlichen Gegebenheiten abhängen werden. Die Zukunft der Mitarbeiter von Real ist uns sehr wichtig, und wir werden versuchen, Schließungen und Entlassungen so weit wie möglich zu vermeiden. Unser weiteres Vorgehen hängt jedoch auch von dem gemeinsamen Engagement aller Parteien ab. Dies erfordert einen konstruktiven Dialog mit allen Beteiligten: mit den Beschäftigten, der kommunalen Politik sowie den Eigentümern der Einzelhandelsimmobilien – und natürlich mit Betriebsräten und Gewerkschaften. Deshalb werden wir die kommenden Wochen und Monate nutzen, um mit allen relevanten Parteien hoffentlich fruchtbare Gespräche zu führen.“

Europäisches Konglomerat

Die Transaktion ist bei der Europäischen Kommission angemeldet worden. Der Vertragsschluss steht laut den Beteiligten unter dem Vorbehalt der finalen Zustimmung des Board of Directors der börsennotierten Sistema PJSFC, einer russischen Beteiligungsgesellschaft mit Stammsitz in Moskau. Diese steht hinter der SCP Group, die nach eigenen Angaben im Jahr 2009 gegründet wurde „mit russischem institutionellen Kapital im Rücken“ und Büros in Großbritannien (London) und Luxemburg.

Der Vollzug der Vereinbarung erfolgt nach Genehmigung durch die zuständigen Behörden.

thescpgroup.com/ www.metroag.de

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