NIQ-Studie: In Heidelberg fast jeder vierte Haushalt jünger als 30
In Heidelberg gibt es bundesweit die meisten jungen Haushalte. In 23,76 Prozent aller Haushalte ist der Haushaltsvorstand unter 30 Jahren, was mehr als dem Doppelten des Bundesdurchschnitts entspricht. Das zeigt die neue Studie „NIQ Bevölkerungsstrukturdaten 2025“, die die regionale Verteilung von Familien-, Alters-, Einkommens- und Bebauungsstrukturen in Deutschland ausweist.
Deutschlandweit liegt der Anteil der Haushalte, in denen der Haushaltsvorstand – also die Person mit dem höchsten Nettoeinkommen – unter 30 Jahren ist, bei lediglich 11,21 Prozent. Den größten Anteil machen hingegen Seniorenhaushalte aus: In 37,93 Prozent aller Haushalte ist die Person mit dem höchsten Nettoeinkommen 60 Jahre oder älter. Im bundesweiten Durchschnitt ist der Haushaltsvorstand 52,51 Jahre alt.
Alexandra Deutsch, NIQ-Expertin im Bereich Geomarketing, erklärt: „Unsere Bevölkerungsstrukturdaten zeigen, dass der Haushaltsvorstand in Deutschland insgesamt immer älter wird – ein Trend, der sich seit Jahren durch niedrige Geburtenraten und eine steigende Lebenserwartung verstärkt. Gleichzeitig machen Universitätsstandorte wie Heidelberg sichtbar, wie stark Bildungszentren junge Haushalte anziehen. Diese Städte profitieren nicht nur von Studierenden, sondern auch von jungen Berufstätigen in der frühen Karrierephase, die ihre erste eigene Haushaltsgründung vollziehen. Für Handel, Immobilienwirtschaft und kommunale Planung entstehen dadurch sehr unterschiedliche regionale Anforderungen – je nachdem, ob junge oder ältere Haushalte dominieren.“
Junge Haushalte vor allem in Universitätsstädten
Ein Blick auf die Top 10 der deutschen Stadt- und Landkreise zeigt, dass vor allem Städte mit großen Universitäten bei den jungen Haushalten dominieren. Mit 23,76 Prozent liegt Heidelberg dabei klar auf dem ersten Platz und 112 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Auf Rang zwei folgt Regensburg, wo in 22,46 Prozent aller Haushalte der Haushaltsvorstand unter 30 Jahren ist. In allen Städten der Top 10 liegen die Anteile junger Haushalte mindestens 57 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.
Insgesamt weisen 105 aller 400 deutschen Stadt- und Landkreise einen überdurchschnittlichen Anteil an jungen Haushalten auf. Die wenigsten Haushalte, in denen der Haushaltsvorstand unter 30 Jahren ist, sind hingegen in ländlichen Gebieten zu finden. Den letzten Platz belegt der Landkreis Spree-Neiße, wo junge Haushalte lediglich 4,92 Prozent ausmachen.
Seniorenhaushalte vor allem auf dem Land und im Osten
Passend dazu konzentrieren sich Haushalte, in denen der Haushaltsvorstand 60 Jahre oder älter ist, vor allem auf ländliche Regionen und den Osten Deutschlands – nicht zuletzt, weil jüngere Bewohner in den vergangenen Jahrzehnten verstärkt in wirtschaftlich stärkere Ballungszentren abgewandert sind. Der Landkreis Spree‑Neiße, der bei den jungen Haushalten deutschlandweit den letzten Platz belegt, führt dagegen die Rangliste der Seniorenhaushalte an. Dort ist in jedem zweiten Haushalt (50,14 Prozent) die Person mit dem höchsten Nettoeinkommen über 59 Jahre alt. Auch im zweitplatzierten Erzgebirgskreis ist in der Hälfte aller Haushalte der Haushaltsvorstand 60 Jahre oder älter. Beide Kreise liegen damit rund 29 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.
Insgesamt verzeichnen 281 von 400 Kreisen einen überdurchschnittlichen Anteil an Seniorenhaushalten. Heidelberg liegt hier mit 28,81 Prozent auf dem letzten Platz und 26 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.
