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Metro-Konzern konkretisiert Aufteilungspläne

16. Dezember 2016, 18:08

Konkretisierte Konzernaufteilung

„Heute stellen sich zwei dynamische, in ihren Branchen bestens positionierte Unternehmen vor. Jedes dieser Unternehmen hat sich unter dem Konzerndach eine starke und zukunftssichere strategische, operative und finanzielle Position geschaffen – und als unabhängige Unternehmen nehmen wir Kurs auf nachhaltiges und gesundes Wachstum“, sagt Olaf Koch, Vorstandsvorsitzender der Metro AG, auf dem Capital Markets Day in Düsseldorf. „Unser Großhandels- und Lebensmittelgeschäft ist bereits eines der führenden internationalen Unternehmen, und wir nehmen weiter Fahrt auf in allen 35 Ländern, in denen wir mit unserem stationären und Belieferungsgeschäft aktiv sind.“

Pieter Haas, designierter Vorstandsvorsitzender der künftigen Ceconomy, sagte: „Wir sind die Nummer 1 der europäischen Consumer Electronics und haben uns mit einer umfangreichen Neuausrichtung eine hervorragende Startposition für unsere bevorstehende Selbstständigkeit geschaffen. Wir weisen zurzeit einen Jahresumsatz von 22 Milliarden Euro aus und haben fast 2 Milliarden Kundenkontakte pro Jahr. Alle unsere Stores sind jetzt voll digitalisiert und in unsere Multichannel-Strategie integriert, wir verbinden das emotionale Einkaufserlebnis in unseren Märkten mit den Vorteilen von digitalen Technologien. Mit unseren Produkten und Dienstleistungen sind wir auf allen Kanälen für unsere Kunden da und sind für sie Partner und täglicher Begleiter in der sich immer weiter digitalisierenden Welt. Wir sind also bereit! Ich bin überzeugt: Unsere besten Jahren kommen erst noch.“

Weitere Wertsteigerung erwartet

Die neue Metro AG ist ein international führender Spezialist für den Groß- und Lebensmittelhandel und besteht im Wesentlichen aus Metro Cash & Carry und Real, hinzu kommen noch Belieferungsspezialisten und weitere Gesellschaften. Metro ist in 35 Ländern mit lokalen Großhandelsgesellschaften und Belieferungsspezialisten (Classic Fine Foods, Rungis Express, Pro à Pro, Midban) aktiv. Dieses Geschäft ist in seinen Märkten exzellent positioniert – sowohl durch die führende Rolle im Selbstbedienungsgroßhandel als auch durch die wachsende Präsenz im Belieferungsgeschäft. Im Geschäftsjahr 2014/15 führte Metro Cash & Carry zur Steigerung von Wachstum und Gewinn ein neues Operating-Modell ein, mit dem die einzelnen Länder wesentlich mehr unternehmerische Freiheit und Kundenorientierung erhalten. Metro hat von der Fokussierung auf den Kundenmehrwert profitiert: Nunmehr 13 Quartale in Folge stieg der flächenbereinigte Umsatz, und die Profitabilität wurde substantiell verbessert.

Maßnahmen bei Real

Real, das zweite Geschäft unter dem neuen Dach, ist ein in Deutschland führender großformatiger Vollsortimenter (Hypermarket) im Lebensmitteleinzelhandel. Real betreibt 285 Hypermärkte in Deutschland. Nach einer Phase der Konsolidierung hat Real vor allem durch neue Marktkonzepte, eine Vereinbarung mit der Gewerkschaft und Einkaufskooperationen mit Markant und PHD die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für zukünftiges Wachstum geschaffen. Als Maßstab für die Dividendenausschüttung bestätigt der künftige Konzern eine angestrebte Bandbreite von 45 bis 55 Prozent des Ergebnisses je Aktie. 

Übrigens wurde heute auch bekannt, dass Real die Zentralslierung seiner Verwaltung in Düsseldorf und die Schließung von drei Verwaltungsstandorten – Mönchengladbach, Hannover-Linden und Wörrstadt bei Mainz – plant. Im Zuge dessen fallen wie im Oktober bereits angkündigt rund 500 Arbeitstellen weg, was einem Drittel der Verwaltungsmitarbeiter entspricht. 

Media-Saturn-Gruppe startet neu durch 

Ceconomy ist mit ihrer Tochter Media-Saturn die europäische Nummer 1 im Consumer- Electronics-Geschäft – gemessen an ihrem Umsatz von 22 Mrd. € im Geschäftsjahr 2015/16, Marktanteil, Verkaufsfläche und ihren 65.000 Mitarbeitern. Mit den starken Marken Media Markt und Saturn ist das Unternehmen in 15 Ländern vertreten, in neun davon als Marktführer. Die mehr als 1.000 Märkte wurden in den vergangenen Jahren Multichannel-fähig gemacht und auf digitale Technik umgestellt. Zusammen mit seiner starken Präsenz im Internet verzeichnet das Unternehmen heute 5,8 Mio. Kundenkontakte am Tag. In den vergangenen zwei Jahren steigerte Media-Saturn kontinuierlich den Umsatz und verbesserte die Ertragskraft. Mit seiner sehr soliden Finanzstruktur und seinem erfahrenen Management will das Unternehmen in den kommenden Jahren besonders die Internet- und online-induzierten Umsätze steigern, das Servicegeschäft ausbauen und auch die Konsolidierung in der Branche anführen. Als Dividendenmaßstab will sich Ceconomy grundsätzlich an einer Ausschüttungsquote von 45 bis 55 Ptozent des Ergebnisses je Aktie orientieren. 

Aktienrechtliche Maßnahmen 

Während die bisherige Metro AG als künftige Ceconomy AG weiterbestehen und das Consumer Electronics-Geschäft bilden soll, soll der Großhandels- und Lebensmittel-Spezialist als eigenständige, börsennotierte Gesellschaft abgespalten werden und unter dem etablierten Namen Metro firmieren. Die Trennung der Metro Group in zwei unabhängige Gesellschaften wird den Aktionären im Verhältnis 1:1 vorgeschlagen werden. Insofern erhält jeder Aktionär der bisherigen Metro AG zusätzlich zur Ceconomy Aktie eine Aktie der neuen Metro AG. Diese neuen Aktien sind für die Geschäftsjahre ab dem 1. Oktober 2016 dividendenberechtigt.

Die künftige Ceconomy wird an der künftigen Metro AG einen Anteil von zehn Prozent halten. Ein Prozent des Grundkapitals wird als Gegenleistung für die Übertragung des auszugliedernden Vermögens gewährt; die Veräußerung ist für sieben Jahre gesperrt. Die weiteren neun Prozent sind ebenfalls eine reine Finanzbeteiligung, mit der keine unternehmerische Rolle bei der künftigen Metro  AG verbunden ist. Für diese Beteiligung gilt eine marktübliche Haltefrist von sechs Monaten.

Über den Demerger soll die Hauptversammlung der Metro AG am 6. Februar 2017 abstimmen. Der Beschluss zur Trennung der Geschäfte bedarf der Mehrheit von drei Vierteln des in der Hauptversammlung vertretenen Grundkapitals. Jeder der drei Ankeraktionäre der Metro AG – sie halten gemeinsam knapp 50 Prozent der Stimmen – hat bereits seine Unterstützung zur Aufspaltung signalisiert. Außerdem haben diese Ankeraktionäre einer Halteverpflichtung (so genanntes Lock-up) mit marktüblichem Inhalt und weiteren Veräußerungsbeschränkungen zugestimmt.

Sämtliche Aktien der neuen Metro AG sollen umgehend nach Wirksamwerden des Demergers im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen werden; eine Zweitnotierung an der Börse Luxemburg ist vorgesehen. Der Vorstand der bisherigen Metro AG geht davon aus, dass beide Unternehmen die Kriterien des MDAX erfüllen und in diesem Marktsegment notieren werden. Außerdem wird für beide Unternehmen ein Investment Grade Rating angestrebt. Im Rahmen des Demergers fallen voraussichtlich Kosten für Steuern im niedrigen einstelligen Millionenbereich und Transaktionskosten in Höhe von insgesamt rund 100 Mio. Euro an.

Neu formierte Gremien

Die künftige Metro AG wird mit Wirkung der Trennung – voraussichtlich in der Jahresmitte 2017 – von einem von fünf auf vier Personen verkleinerten Vorstandsgremium unter Leitung des Vorstandsvorsitzenden Olaf Koch geführt werden. Zu den bisherigen Vorständen Pieter Boone (COO) und Heiko Hutmacher (Personal) kommt Christian Baier, bisher Finanzchef von Metro Cash & Carry, als CFO neu hinzu. Der Vorstand der Ceconomy soll aus drei Personen bestehen: Neben dem designierten Vorstandsvorsitzenden Pieter Haas und Finanzvorstand Mark Frese (beide Mitglieder des Vorstands der bisherigen Metro AG) ist Dr. Dieter Haag Molkenteller (Recht, Compliance) vorgesehen.

Als Folge der Aufteilung der Metro AG werden auch die jeweils 20 Personen starken Aufsichtsgremien der Unternehmen neu konstituiert. Einige der bisherigen Mitglieder des Metro-Aufsichtsrats sind für die Besetzung des neuen Aufsichtsgremiums der neuen Metro AG vorgesehen. Wie berichtet soll der Aufsichtsrat der neuen Gesellschaft vom bisherigen Metro-Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen B. Steinemann geführt werden. Als weitere Aufsichtsratsmitglieder und Vertreter der Anteilseigner sind folgende Personen vorgesehen: Frau Gwyn Burr, Dr. Florian Funck, Peter Küpfer, Mattheus P. M. (Theo) de Raad und Dr. Fredy Raas. Die weiteren Vertreter der Anteilseigner stehen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.

Dem Aufsichtsrat der Ceconomy soll, wie bereits berichtet, Jürgen Fitschen vorsitzen. Für den ausscheidenden Jürgen B. Steinemann wird der selbständige Unternehmensberater Dr. Bernhard Düttmann auf der nächsten Hauptversammlung zur Wahl vorgeschlagen. Mitglied des Aufsichtsrats wird auch nach der Spaltung Dr. jur. Hans-Jürgen Schinzler sein. Neu zur Wahl in den Aufsichtsrat vorgeschlagen wird Regine Stachelhaus. Sie soll für die ausscheidende Prof. Dr. Ann-Kristin Achleitner nominiert werden. Für die zur neuen Metro AG wechselnden Gwyn Burr wird Julia Goldin, Mitglied des Vorstands der Lego A/S, Billund/Dänemark, zur Wahl vorgeschlagen. Für den ebenfalls wechselnden Mattheus P. M. (Theo) de Raad wird die Britin Jo Harlow, Mitglied im Board der InterContinental Hotels, zur Wahl nominiert. Weitere Vorschläge stehen zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht fest.

 

www.metrogroup.de/