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Mann – Frau – Küche

28. Oktober 2019, 14:28

Der Mensch ist nach gängiger Lesart in die Geschlechter Mann und Frau unterteilt, die mitsamt ihren Rollenbildern in den biblischen Gestalten Adam und Eva verkörpert sind. Neben physischen und soziokulturellen Abweichungen macht eher die Gebärfähigkeit der Frau den wesentlichen Unterschied aus.

Unterschiede?

Scheinbar sind die tradierten Unterschiede durch die Evolution, sprich:durch das Fortentwickeln und Anpassen des Menschen an die Lebensräume, geprägt. So werden allgemein das angeblich bessere räumliche Verständnis des Mannes mit dem Vorteil des Überblicks als Jäger sowie die häuslichen Qualitäten und Nestwärme der Frau mit der Rolle als Hüterin des Feuers erklärt.

Doch die teilweise knappen Umfragemehrheiten bei bestimmten Aussagen zeigen, dass Frau und Mann nicht soweit voneinander entfernt sind, wie gemeinhin suggeriert wird. So zeigt sich bei einer anderen Verbraucherumfrage von You Gov Deutschland zu den beliebtesten Marken, dem ‚YouGov BrandIndex Women’s Ranking’, dass die Interessen des weiblichen Geschlechts durchaus dem üblichen Klischee widersprechen.

(…)

„Gastrosexuell“

Bestätigt diese Erkenntnis nun doch wieder ein Klischee oder fordert es die traditionelle Rolle des Mannes als Ernährer der Familie heraus, der nun ein „Territorium“ beim Kochen in der Küche oder Grillen im Garten sucht und findet? Das ist die Frage auch beim jungen Begriff des „gastrosexuellen Mannes“, den der Autor Carsten Otte in seinem gleichnamigen „Lehrbuch des Maskulinen“ geprägt hat: „Es gibt eine neue Sorte Mann. Und die denkt fast immer nur an das Eine: Kochen. Die Leidenschaft des gastrosexuellen Mannes erwacht nicht unterm Auto, sondern in der Küche.“ Demnach investieren Männer wie Otte „in ausgefallenes Kochwerkzeug, outen sich als Brotschnüffler und stecken ein Vermögen in Lebensmittel, weil ihre neue Geliebte ja nun mal die Eismaschine ist.“ Vorbild ist die deutliche Dominanz von Köchen gegenüber den wenigen Köchinnen in Kochfernsehsendungen und somit in der breiten Öffentlichkeit.

Was ist männlich?

„Was früher das Wissen über den Viertaktmotor anging, wird das technische Interesse nun eben auf Induktionsfelder, Sous-Vide-Garer und Doppel-Langschlitz-Toaster im Porsche-Design verlegt“, behauptet die Küchenexpertin Susanne Scheffer. Apropos, (…)

Die moderne Frau

Die Digitalisierung habe diesen Prozess noch verschärft, sodass der einstige Herkules zum Büromanager verkommen sei, der neue Riten suche und dessen „Krawattenknoten der Verknotung seiner Gefühlswelt“ entsprechen würde. „Alle Männer wollen Helden sein – denn Männlichkeit ,ist’ nicht. Sie muss durch bestimmte Akte, Mutproben, Prüfungen, Grenzerfahrungen immer neu veri?ziert werden“, behaupten die beiden Autoren. (…)

Und so sind doch noch archaische Muster verborgen, wie die Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK) feststellt. So bevorzugten Männer eine hypermoderne Küchentechnik und viele elektrische Küchengeräte, möglichst mit einer App steuerbar sowie eine zurückhaltend-schlichte Einrichtung. „Diese Reduktion auf das Wesentliche ist vielen Männern nicht bewusst, denn sie haben einfach keine wohnlich machenden Dekorationen im eigenen Fokus“, weiß Volker Irle, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V. (AMK).

Frauen hingegen würden eine solche Reduktion oft als Leere und sie für kühl und ungemütlich halten. „Sie wissen instinktiv, dass für eine entspannte Kommunikation eine angenehme Umgebung förderlich ist. Für Frauen gehören frische Kräuter und Farben genauso in die Küche wie atmosphärisches Licht und Gegenstände und Utensilien, die die Sinne und Gefühle ansprechen“, sagt Volker Irle. (…)

+++ Dies sind Textauszüge aus dem Bericht „Winterküche – Festmahl, SoulKitchen, Sehnsüchte“. Lesen Sie mehr in der neuen Ausgabe KitchenTrend 04 2019 oder in der  komprimierten Online-Version des Berichts, die kostenlos unter diesem Internetlink zur Verfügung steht. +++   

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