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Kleve will als erste deutsche Stadt das Kleingeld in Geschäften abschaffen

22. Januar 2016, 15:21

Bargeldversorgung im Visier

Kleve ist Sitz des gleichnamigen Kreises, Mittelzentrum und Mitglied der grenzüberschreitenden Euregio Rhein-Waal. Unter dem Titel der „ersten Stadt in Deutschland, die die 1 und 2 Cent Münzen verbannen möchte“ bezieht sich eine KCN-Mitteilung auf den angeblichen Rückzug der Bundesbank aus der Bargeldversorgung und der ohnehin hohen Belastung durch diesen Kostenposten für örtliche Banken: „Die ständig steigenden Kosten aus der Bargeldbearbeitung werden an Sie als Kunden anteilig umgelegt, so dass bereits heute, einerseits für das Beschaffen von 1 und 2 Cent Münzrollen 30 bis 50 Cents pro Rolle an Gebühren anfallen, und andererseits bei der Einzahlung wieder Gebühren pro Münze berechnet werden.“

Etablierte europäische Vorbilder

Zugleich weist das Händler-Netzwerk auf das Vorbild in den benachbarten Niederlanden hin, wonach mehr als 30 Millionen Euro im Jahr durch den Nutzungsverzicht eingespart werden könnten, sowie auf die gleiche Verfahrensweise in anderen europäischen Staaten wie Finnland, Schweden, Belgien und zuletzt Irland. Diese würden das so genannte „Schwedische Rundungs-Modell“ anwenden, bei dem die Einzelhändler die summierten Preise bei jedem Bargeldeinkauf auf volle fünf Cent runden. Eine Kartenzahlung bleibt von diesem Verfahren unberührt.

Tolerierbare Rundungsdifferenzen

Als weiteres Argument nennen die Klever Händler, dass das „rote Geld“ zu 94,5 Prozent aus Stahl und zu 5,5 Prozent Kupfer besteht und eine Ein-Cent Münze 1,65 Cent in der Herstellung kostet. „Die Münzen sollen ein gesetzliches Zahlungsmittel bleiben, die Teilnahme ist selbstverständlich freiwillig, aber wenn alles nach Plan läuft, dann werden wir die Münzen mit der Zeit so oder so vergessen. Unsere niederländischen Nachbarn runden schon seit elf Jahren auf und ab. Untersuchungen haben ergeben, dass sich die Rundungsdifferenzen am Ende wieder ausgleichen“, heißt es beim KCN.

Konsumenten hätten natürlich das Recht auf ein genaues Wechselgeld und könnten auf Wunsch das exakte Wechselgeld zurückverlangen. „Wir sind aber davon überzeugt, dass dies eine Ausnahme bleiben wird“, so das KCN. Es hat nach eigenen Angaben über 800 Händler für die langfristige Aktion angeschrieben.

Diskussion um Daseinsrecht

Fast zeitgleich hat Deutsche Bank Chef John Cryan in einem Aufsehen erregenden Vortrag beim Weltwirtschaftsforum 2016 in Davos die schleichende Abschaffung von Bargeld prognostiziert, weil es „schrecklich infeffizient“ sei. Der These, dass in zehn Jahren nur noch bargeldlose gezahlt werden würde, widersprechen andere Geldexperten. So wies Dan Schulman, Chef des Online-Zahlungsdienstleisters Paypal, darauf hin, dass immer noch 85 Prozent aller Zahlungen weltweit in Cash abgewickelt werden. Vor geraumer Zeit haben auch andere Institutionen Stellung zum weiteren Bestehen von Bargeld genommen (siehe Internetlink).

 

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