Handelsverband Wohnen und Büro gegen 800 Quadratmeter-Regelung
Ziel der neuen Maßnahmen soll sein, dass die Innenstädte nicht überfüllt werden, sondern die Frequenzen niedrig gehalten werden. Der Handelsverband Wohnen und Büro (HWB) kann die bekannt gegebenen Kriterien nicht nachvollziehen. Das Ziel muss sein, die Kontaktdichte von Personal und Kunden möglichst niedrig zu halten und einen hohen Standard an Hygieneregeln zu praktizieren. Mit einer Begrenzung der Verkaufsfläche wird hingegen genau das Gegenteil erreicht: Die Zahl der Menschen, die endlich wieder frei einkaufen möchten, wird damit auf nur einen Teil der Geschäfte verdichtet.
Darüber hinaus unterliegen Branchen wie der Möbelhandel, bei denen es nur vereinzelt Standorte mit weniger als 800 Quadratmetern gibt, weiterhin einem Öffnungsverbot. Auch Mehrbranchenhäuser müssen de facto – anders als Verbrauchermärkte mit Lebensmittelangebot – geschlossen bleiben. Ferner muss geklärt sein, dass die über 800 Quadratmeter hinausgehenden Flächen abgesperrt werden können, um zu öffnen.
„Es wurde die Chance für die Vorlage eines umfassenden Konzepts vertan, welches die schrittweise Rückkehr zu einem normalen Geschäftsbetrieb nach einheitlichen, diskriminierungsfreien Vorgaben für den gesamten Einzelhandel ermöglicht hätte“, so Christian Haeser, Geschäftsführer beim Handelsverband Wohnen und Büro. „Gerade die Geschäfte mit einer Verkaufsfläche über 800 Quadratmetern in und vor der Stadt können ein Höchstmaß an Hygiene und Sicherheitsabstände für die Kunden gewährleisten. Dieses Paradoxon ist unseren Mitgliedern nicht zu vermitteln“, führt Haeser fort.
