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GfK-Studie: Konsumentenlaune steigt unablässig

27. Januar 2017, 11:57

Laut GfK SE in Nürnberg legt zu Beginn des Jahres 2017 die ohnehin schon gute Konsumstimmung noch einmal auf breiter Front zu. So klettert die Konjunkturerwartung mit ihrem vierten Anstieg in Folge auf den höchsten Stand seit eineinhalb Jahren. Im Sog besserer Einkommensaussichten legt die Anschaffungsneigung im Januar spürbar zu. Der Start in das Jahr 2017 ist somit aus Sicht der Verbraucher in vollem Umfang gelungen.

Vierter Anstieg in Folge

Der steigende Konjunkturoptimismus, der seit Herbst letzten Jahres zu verzeichnen ist, setzt sich auch im neuen Jahr fort. Nach einem Plus von 5,2 Zählern klettert der Konjunkturindikator auf 21,6 Punkte. Dies ist bereits der vierte Anstieg in Folge und zugleich der höchste Stand seit Juni 2015. Damals wurden 24,9 Punkte gemessen. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres steht derzeit ein Zuwachs von mehr als 17 Zählern zu Buche.

Die Konsumenten sehen die deutsche Wirtschaft auch weiterhin auf einem soliden Wachstumskurs. Unterstützt wird diese Einschätzung durch die kürzlich veröffentlichten ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Demnach ist das preisbereinigte BIP 2016 um 1,9 Prozent gestiegen. Dies ist der stärkste Zuwachs seit 2011, als 3,7 Prozent gemessen wurden.

Damit trotzen die Konsumenten nach wie vor dem Gegenwind, den die Verunsicherung über den künftigen Kurs des neuen US-Präsidenten und den Brexit ausgelöst hat. Zudem hat offenbar der Terroranschlag vor Weihnachten in Berlin den Konjunkturoptimismus nicht nachhaltig beeinträchtigt. Die Konsumenten beurteilen die stabile Lage auf dem Arbeitsmarkt mit steigender Beschäftigung und damit einhergehend auch guter Einkommensentwicklung als deutlich wichtiger.

Stabile Einkommenserwartung

Nach den deutlichen Zuwächsen zum Jahresende 2016 legt die Einkommenserwartung zu Jahresbeginn mit einem moderaten Zuwachs nach. Der Indikator gewinnt 2,7 Punkte hinzu und weist nun 58,3 Zähler auf. Damit kann der leichte Aufwärtstrend gefestigt werden. Im Vorjahresvergleich liegt die Einkommensstimmung um gut 11 Zähler höher.

Die Gründe für den ausgeprägten Einkommensoptimismus liegen auf der Hand. Aufgrund der ausgezeichneten Beschäftigungsentwicklung besteht ein beträchtlicher Spielraum für Einkommenszuwächse bei den Arbeitnehmern. Und da sich der Beschäftigungsaufbau auch in diesem Jahr fortsetzen wird, können die Arbeitnehmer davon ausgehen, dass auch sie davon profitieren werden. Entsprechend hoch sind demnach auch ihre Erwartungen.

Aufgrund der zuletzt gestiegenen Inflation in Deutschland droht jedoch verstärkt Gegenwind für die realen Einkommen. So ist – durch höhere Energie- und Nahrungsmittelpreise – im Dezember 2016 die Inflation auf 1,7 Prozent hochgeschnellt.

Steigende Anschaffungsneigung 

Nachdem die Anschaffungsneigung im Dezember vergangenen Jahres moderate Einbußen hat hinnehmen müssen, verzeichnet sie zu Beginn dieses Jahres spürbare Zuwächse. Der Indikator gewinnt 9,6 Zähler hinzu und klettert auf 57,6 Punkte. Er verbessert damit sein ohnehin schon sehr hohes Niveau.

Die Konsumlaune ist auch nach Weihnachten ungebrochen und zeigt sich von ihrer besten Seite. Diese hohe Konsumneigung spiegelt sich auch in der Realität wieder. So stiegen die realen privaten Konsumausgaben nach den ersten vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr um 2 Prozent. Dies ist exakt die Prognose der GfK von Anfang 2016.

Eine hohes Beschäftigungsniveau, spürbar steigende Einkommen sowie niedrige Zinsen haben die Konsumfreude der Deutschen im Wesentlichen beflügelt.   

Aufwärtstrend festigt sich

Für Februar 2017 prognostiziert der Gesamtindikator 10,2 Punkte nach 9,9 Zählern im Januar. Mit dem dritten Anstieg in Folge setzt das Konsumklima seinen moderaten Aufwärtstrend fort. Damit sind gute Voraussetzungen für das Konsumjahr 2017 geschaffen.

Wenn auch die inländischen Rahmenbedingungen, wie hohe Beschäftigung und steigende Einkommen bei niedrigen Zinsen, günstig bleiben werden, so bedrohen dennoch verschiedene Risiken die gute Konsumstimmung. Neben der Unsicherheit über den künftigen Kurs der neuen US-Administration und Wahlen in wichtigen europäischen Ländern, wie Frankreich, Deutschland und (vermutlich) Italien, könnten eine steigende Inflation sowie beginnende Brexit-Verhandlungen die Konsumfreude eintrüben.  

Genaue GfK-Prognose

Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima Maxx“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und ausführlich kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte. Die GfK-Konsumklimastudie wird seit 1980 durchgeführt.

Das Konsumklima bezieht explizit auf die gesamten privaten Konsumausgaben. Der Einzelhandel macht jedoch – je nach Abgrenzung – lediglich etwa 30 Prozent der privaten Konsumausgaben aus. Der Rest sind Dienstleistungen, Reisen, Miete, Gesundheitsdienstleistungen sowie der gesamte Wellness-Bereich. GfK prognostizierte für das Jahr 2016 einen Anstieg des privaten Konsums von 2,0 Prozent und traf damit auf den Punkt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg der private Konsum im Jahr 2016 real um 2,0 Prozent. Auch hierbei geht es nicht um die Einzelhandelsumsätze, sondern um die gesamten Konsumausgaben der Verbraucher.

Gutachter-Qualität

Die Anschaffungsneigung ist – wie alle anderen Indikatoren auch – ein Stimmungsindikator. Sie fragt, ob die Verbraucher es derzeit für ratsam halten, größere Anschaffungen zu tätigen. Selbst wenn sie dies mit „Ja“ beantworten, müssen noch zwei weitere Voraussetzungen für einen Kauf vorhanden sein: Der Verbraucher muss das nötige Geld für eine solche größere Anschaffung besitzen und auch eine Notwendigkeit für diese Anschaffung sehen. Zudem handelt es sich hier tatsächlich ausschließlich um langlebige Gebrauchsgüter, die auch ein größeres Budget erfordern.

Die Ergebnisse der Stimmungsbefragung stammen aus monatlich durchgeführten persönlichen Interviews bei etwa 2.000 Personen, die repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland sind. Dieses Befragungsinstrument unterliegt ständigen Qualitätskontrollen, vor allem auch im Hinblick auf seine Repräsentativität. Die ausgesprochen hohe Qualität dieser Erhebung zeigt sich laut Index-Herausgeber auch daran, dass sie für Umfragen im Bereich der empirischen Rechtsforschung anerkannt ist. Das heißt, die Ergebnisse haben Gutachterqualität und müssen jeweils vor Gericht standhalten.

 

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