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Formex: Mut zum eigenen Stil

19. Oktober 2026, 18:00

Personalisierte Feeds versprechen uns, mehr von dem zu zeigen, was uns gefällt. Gleichzeitig sehen Millionen von Menschen dieselben Bilder, Farben und Gegenstände. Nach Jahren voller Mikrotrends und einer zunehmend vereinheitlichten Ästhetik wächst die Sehnsucht nach dem Persönlichen, dem Handgemachten und nach Dingen, die Zeit zum Entstehen hatten. Wenn die Formex vom 19. bis 21. Januar 2027 ihre Tore öffnet, steht die Messe unter dem Motto More of You.

Der Algorithmus prägt unseren Geschmack

Mit jedem Klick lernt der Feed mehr darüber, was uns gefällt, und zeigt uns immer mehr davon. Je präziser die Auswahl wird, desto weniger Raum bleibt für Unerwartetes. Studien deuten darauf hin, dass solche Feeds dazu führen können, dass sich unsere Entscheidungen immer stärker ähneln. Was sich persönlich anfühlt, muss also nicht unbedingt individuell sein. Diese Frage reicht weit über die Inneneinrichtung hinaus. Auch in der Mode wird zunehmend darüber diskutiert, wie Empfehlungen, Influencer und soziale Medien das prägen, was wir als unseren eigenen Geschmack empfinden.

„Wir sind von mehr Auswahlmöglichkeiten umgeben als je zuvor und sehen gleichzeitig so vieles, das sich gleicht. Mit More of You möchten wir den persönlichen Geschmack in den Mittelpunkt stellen und zeigen, was passiert, wenn Menschen beginnen, freier zu wählen“, sagt Sonja Björk Ebert, Projektleiterin der Formex.

Zeit ist der neue Luxus

Die gleiche Suche nach etwas Persönlicherem zeigt sich auch bei den Dingen, mit denen wir uns umgeben. Pinselstriche, unregelmäßige Nähte, Patina und kleine Abweichungen erzählen von der Handarbeit und der Zeit, die in einem Gegenstand stecken. Perfektion ist nicht mehr automatisch die begehrenswerteste Eigenschaft. Persönlicher Geschmack kann ebenso gut in der Verbindung von Vertrautem und Unerwartetem zum Ausdruck kommen.

Gleichzeitig wächst das Interesse an Handwerkskunst, Materialien, die auf schöne Weise altern, und Gegenständen, die Spuren ihrer Herstellung tragen. Diese Entwicklung zeigt sich in ganz unterschiedlichen Marktsegmenten. Ikea führt seine handgefertigte Mävinn-Kollektion fort, die gemeinsam mit Kunsthandwerkern in mehreren Ländern entwickelt wurde. Hermès stellt Gegenstände in den Mittelpunkt, die dafür geschaffen wurden, repariert und über Generationen weitergegeben zu werden. Bottega Veneta wiederum bietet Handwerkszertifikate und Reparaturservices an. Was sie verbindet, ist die Wertschätzung von Zeit: die Zeit, die es braucht, um ein Handwerk zu beherrschen, die Zeit, die für die Herstellung eines Gegenstands erforderlich ist, und die Möglichkeit, ihn über viele Jahre hinweg zu nutzen.

Der stationäre Handel muss einen Besuch wert sein

Derselbe Wandel zeigt sich auch im stationären Einzelhandel. Wenn sich nahezu alles bequem vom Sofa aus kaufen lässt, braucht es einen guten Grund, ein Geschäft zu besuchen. Immer mehr Einzelhandelskonzepte greifen Elemente aus Wohnzimmern, Bibliotheken und Werkstätten auf. Architektur, Materialien, eine sorgfältig zusammengestellte Produktauswahl und Service werden dabei zu einem festen Bestandteil der Identität eines Geschäfts.

„Bei diesem Thema geht es auch darum, was diese Entwicklung für den Handel bedeutet. Wenn Produkte überall erhältlich sind, werden eine sorgfältige Auswahl, das Umfeld und die persönliche Begegnung zu entscheidenden Faktoren. Der individuelle Geschmack beeinflusst sowohl die Dinge, mit denen wir uns umgeben, als auch die Art und Weise, wie Produkte präsentiert und verkauft werden“, erläutert Sonja Björk Ebert weiter.

Der nächste Schritt ist persönlich

In den Trendunterlagen der Formex für Herbst/Winter 2026 beschäftigte sich die Trendanalystin Elin Frendberg bereits mit digitaler Ermüdung und der durch Algorithmen vorangetriebenen Vereinheitlichung. Im Mittelpunkt von Celebrate Tradition standen Rituale, Handwerkskunst und Gegenstände mit einer Geschichte. More of You geht nun einen Schritt weiter und richtet den Blick auf den Menschen, der die Auswahl trifft: darauf, wie gemeinsame Bezugspunkte zu etwas Persönlichem werden können und wie Geschmack entsteht, wenn Elemente, die auf den ersten Blick nicht zusammengehören, nebeneinander bestehen dürfen.

Im Vorfeld der Frühjahrsausgabe der Formex setzt Frendberg ihre Arbeit an den kommenden Trendunterlagen der Messe fort. Der Bericht wird eine Momentaufnahme dessen liefern, was auf die Jahre schnelllebiger Mikrotrends und durch soziale Medien geprägter Trendzyklen folgt. Auf der Messe trifft diese Analyse auf neue Produkte und Materialien aus den Bereichen Inneneinrichtung, Design, Handwerkskunst und Heimtextilien. More of You stellt den persönlichen Geschmack in den Mittelpunkt und schafft damit mehr Raum für individuelle Entscheidungen und unerwartete Kombinationen.

formex.se

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