EHI-Umfrage zu Handelsimmobilien
An dritter Stelle der beliebtesten Partner stehen Arztpraxen. Begrünte Dächer, E-Ladestationen oder energieeffiziente Anlagen werden immer wichtiger, so einige der Ergebnisse des EHI-Whitepapers „Städtebefragung 2019“.
Ideale Partner
Gemischte Nutzungsarten einer Immobilie beinhalten Herausforderungen wie Lärmschutz oder eingeschränkte Anlieferungsmöglichkeiten. „Grundsätzlich sehen die Kommunen Nutzungsmischungen bei Handelsimmobilien deutlich positiver als die Händler“, so Kristina Pors, Immobilienexpertin beim EHI. Wohnungen mit 73,3 Prozent und Büros mit 72,7 Prozent der Nennungen sind die beliebteste Nutzungsergänzung für innerstädtische Handelsimmobilien, gefolgt von Arztpraxen (69,7 Prozent) und sozialer Infrastruktur wie z.B. Schulen, Kindergärten, Pflegeeinrichtungen (63,6 Prozent).
Flächen, Verfahren und Kosten
Über 60 Prozent der Kommunen gehen von einer gleichbleibenden Entwicklung der Einzelhandelsgeschäfte in ihren Kommunen im Vergleich zum Vorjahr aus. Die Größen der durchschnittlichen Verkaufsflächen bezeichnen 45 Prozent als gleichbleibend, während ein gutes Drittel der Befragten eine Entwicklung zu tendenziell größeren Flächen sieht. Die Dauer der Genehmigungsverfahren wird bei Einzelhandelsvorhaben unter 800 m², unabhängig von der Gemeindegröße, von der Hälfte der befragten Kommunen unter einem halben Jahr angesetzt. Bei Großflächen dauert es zwischen einem halben und zwei Jahren.
Grundstückskosten (47,5 Prozent), Immobilienpreise (46,5 Prozent) und Mieten (39,4 Prozent) werden in den Kommunen eher hoch eingestuft, während die Kosten für Grundsteuer (49,5 Prozent), Gebühren (65,7 Prozent) und Ver- und Entsorgung (gemittelt 68,2 Prozent) als durchschnittlich im bundesweiten Vergleich betrachtet werden.
Grüne Dächer
Grüne Ausstattungsmerkmale beim Neubau von Einzelhandelsfilialen sind aus Kommunalsicht mehrheitlich mindestens wünschenswert. Insbesondere Gründächer sind bei knapp 20 Prozent der Kommunen bereits Bauvorgabe. Energieeffiziente Anlagetechnik stufen mehr als 40 Prozent der Gemeinden als unverzichtbar ein, ist allerdings noch keine gesetzliche Vorgabe.
Sieben von dreizehn Kommunen haben aktuell schon Vorgaben zur Begrünung, meist in Form von Dach- oder Fassadenbegrünung, insbesondere im Kontext von Flachdächern. Drei Kommunen nennen Maßnahmen in Verbindung mit Photovoltaik.
Alle Ergebnisse sind im Whitepaper „Städtebefragung 2019“ zusammengefasst, das kostenlos als Download verfügbar ist.
Datenbasis
An der Befragung haben sich hauptsächlich Stadtentwicklungsabteilungen von 99 Kommunen beteiligt. Die Kommunen stammen aus 14 Bundesländern und repräsentieren unterschiedliche Stadtgrößen. Darunter sind zwei Städte der sogenannten „Big Seven-Standorte“ sowie vier Landeshauptstädte. Die teilgenommenen Kommunen repräsentieren über 14 Mio. Einwohner Deutschlands (17 Prozent).

