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Destatis: Zahl der Erwerbstätigen erreicht derzeit Höchststand

4. Januar 2016, 10:54

Arbeitslosigkeit hat sich deutlich verringert

Laut Destatis setzte sich der seit über zehn Jahren anhaltende Anstieg der Erwerbstätigkeit fort, wenn auch die Zunahme im Jahr 2015 geringfügig niedriger ausfiel als im Jahr 2014 (plus 0,9 Prozent). Insgesamt werde für die Zahl der Erwerbstätigen nunmehr der höchste Stand seit der Wiedervereinigung erreicht.

Eine gesteigerte Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung sowie die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte glichen negative demographische Effekte aus. Nach vorläufigen Schätzungen auf Basis der Arbeitskräfteerhebung sank die Zahl der Erwerbslosen (nach international vergleichbarer Definition) im Jahresdurchschnitt 2015 in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 140.000 Personen (minus 6,7 Prozent). „Sie lag damit erstmals seit der Wiedervereinigung bei unter zwei Millionen Personen“, betont das Statistische Bundesamt.

Mehr Erwerbstätige, weniger Ein-Euro-Jobber

Die Zahl der aktiv am Arbeitsmarkt verfügbaren Erwerbspersonen, definiert als Summe von Erwerbstätigen und Erwerbslosen, erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 184.000 Personen (plus 0,4 Prozent) auf 44,9 Millionen. Die Erwerbslosenquote, gemessen als Anteil der Erwerbslosen an der Zahl der Erwerbspersonen, sank bei Berechnung auf dieser Grundlage von 4,7 auf 4,3 Prozent. Damit liegt die Erwerbslosenquote in Deutschland bei knapp der Hälfte des EU-Durchschnittswertes und ist Deutschland weiterhin weniger von Erwerbslosigkeit betroffen als alle anderen EU-Mitgliedstaaten.

Von der anhaltend positiven Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt profitierten insbesondere die Arbeitnehmer. Die Zahl der Arbeitnehmer mit Wohnort in Deutschland wuchs im Jahresdurchschnitt 2015 um 421.000 Personen (plus 1,1 Prozent) auf 38,7 Millionen. Dagegen sank die Zahl der Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger im selben Zeitraum um 97.000 Personen (minus 2,2 Prozent) auf 4,3 Millionen. Während bei den Arbeitnehmern die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weiter anstieg, war die Zahl der marginal Beschäftigten (geringfügig entlohnte und kurzfristig Beschäftigte sowie Personen mit Arbeitsgelegenheiten – sogenannte Ein-Euro-Jobs) weiter rückläufig. Damit setzte sich der Trend der vergangenen Jahre fort.

Entwicklung in verschiedenen Wirtschaftsbereichen

Mit Arbeitsort in Deutschland waren im Durchschnitt des Jahres 2015 nach den ersten vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes erstmalig etwas über 43 Millionen Personen erwerbstätig – das waren 329.000 Personen (plus 0,8 Prozent) mehr als ein Jahr zuvor. Die Differenz zwischen der Zahl der Erwerbstätigen mit Wohnort und der Zahl der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erklärt sich durch den Saldo der erwerbstätigen Ein- und Auspendler über die Grenzen Deutschlands. Im Jahresdurchschnitt 2015 war die Zahl der Erwerbstätigen, die aus dem Ausland nach Deutschland zur Arbeit pendeln nach ersten vorläufigen Berechnungen um 68.000 Personen größer als die Zahl der Erwerbstätigen mit Wohnort in Deutschland, die im Ausland arbeiten.

Nach Wirtschaftsbereichen betrachtet war der stärkste Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr in den Dienstleistungsbereichen (plus 341 000 Personen beziehungsweise plus 1,1 Prozent) zu verzeichnen. Den größten Anteil daran hatten die unternehmensnahen Dienstleistungen (plus 145 000 Erwerbstätige; plus 2,6 Prozent) gefolgt von den Öffentlichen Dienstleistern, Erziehung, Gesundheit mit plus 128.000 Erwerbstätigen (plus 1,3 Prozent) sowie von Handel, Verkehr und Gastgewerbe (plus 79.000 Erwerbstätige; plus 0,8 Prozent). Im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2015 um 16.000 Personen (plus 0,2 Prozent). Im Baugewerbe sank die Anzahl der Erwerbstätigen erstmals seit sechs Jahren um durchschnittlich 12.000 Personen (minus 0,5 Prozent), in der Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei verringerte sie sich im Jahresdurchschnitt 2015 um 16. 000 Personen (minus 2,5 Prozent).

www.destatis.de