BVT erwartet stabiles Weihnachtsgeschäft
Endspurt
Die Adventszeit ist wieder auf drei Wochen verkürzt, so dass der BVT einen umsatzstarken Jahresendspurt erwartet. „Wir rechnen am Weihnachtsmontag mit jeder Menge Last Minute-Käufen“, so BVT-Geschäftsführer Willy Fischel. „Wir liefern mit Smartwatches, intelligenten Lautsprechern und Akkustaubsaugern die Sehnsuchts-Geschenke für den Gabentisch. Qualität ist King bei den Konsumenten und sie bekommen auch immer mehr für ihr Geld: TV-Geräte zeigen dank UHD und jetzt auch noch 8K immer schärfere Bilder, Lautsprecher verstehen Sprachbefehle und immer mehr Wasch- und Spülmaschinen dosieren selbständig das benötigte Reinigungsmittel.“
Der Gesamtmarkt umfasst Konsumelektronik, Foto, Elektrogroß- und -kleingeräte, Telekommunikation, Informationstechnik und Bürobedarf. Das Weihnachtsgeschäft spielt für die Branche eine große Rolle: Der Umsatzanteil des Einzelhandels im Weihnachtsgeschäft mit Consumer Electronics beträgt 22 Prozent (November/Dezember). Von den 472 Euro, die laut einer Verbraucherumfrage des Ifes-Instituts der FOM Hochschule die Deutschen im Jahr 2018 für Weihnachtsgeschenke ausgegeben wollen, entfällt ein großer Teil auf Unterhaltungselektronik.
Bodenpflege
Die BVT-Informationen aus den für Trendwelten.eu Leser relevanten Produktbereichen: Demnach setzt der Markt für Kleingeräte sein solides Wachstum fort und wird auch im vierten Quartal voraussichtlich ein Drittel des Jahresumsatzes realisieren. Vor allem der November wird neben dem Dezember zunehmend zum verkaufsstarken Monat für Kleingeräte beobachtet Martina Sedlmaier, GfK Senior Director Market Insights Central Europe: „Das Wachstum fokussiert sich auf ausgewählte Segmente, die überwiegend im hochwertigen Bereich liegen. Unter dem Strich investiert der Kunde mehr und kauft höherwertig ein.“ Im Trend liegen dabei kabellose Handstaubsauger und Saugroboter mit Zuwachsraten von über 60 Prozent beziehungsweise über 30 Prozent.
Martina Sedlmaier: „Das Thema Bodenpflege ist salonfähig geworden. Sowohl Männer wie Frauen interessieren sich heute für die neuesten Errungenschaften in diesem Bereich. Futuristisches Design, Technologisierung und funktionale Innovationen werten die Kategorie emotional auf und kreieren dadurch Wert.“ Ein Zukunftsmarkt mit Potential ist das Thema Luftreinigung, oft auch in Kombination mit Klimafunktion oder Luftbefeuchtung. Die zunehmende Urbanisierung, die Sensibilisierung hinsichtlich Feinstaub sowie das Ausbreiten von Allergien dürften der Kategorie nachhaltig Auftrieb geben. Das aktuelle Wachstum von 31 Prozent zum Vorjahr ist bereits vielversprechend.
Wellness und Genuss
Persönliches Wohlbefinden und Genuss sind für die Deutschen wichtige Lifestyle Elemente. Eine tragende Säule im Markt ist der hochwertige Kaffeegenuss. Espresso Vollautomaten liefern mit plus zwei Prpzent einen wichtigen Wachstumsbeitrag für 2018. Für Genuss ohne Reue steht das zweistellige Wachstum von Heißluftfritteusen. Alles rund um das Thema Kochen, Lifestyle und gesunde Ernährung bleibt gefragt: Smoothie-Mixer, stylische Küchenmaschinen und Multikocher sind inzwischen moderne Klassiker unterm Weihnachtsbaum.
Nach einer zehnjährigen Wachstumsphase liegt der Umsatz für Großgeräte erstmals leicht unter Vorjahresniveau. Die Langfristentwicklung seit 2008 mit einem Umsatzplus von mehr als 35 Prozent ist jedoch beachtlich. Der Markt stabilisiert sich auf einem hohen Plateau. „Während der heißen Sommermonate erhielten Kühlschränke zuletzt einen Wachstumsschub. Vor allem freistehende und mehrtürige Kühlgeräte werden verstärkt nachgefragt. Der Kühlschrank wird somit immer häufiger als Solitär mit attraktivem Design, farbigem Display und anderen Extras zum Blickfang im Wohn‑/Essbereich“, sagt Martina Sedlmaier. Dieser Trend steht nur beispielhaft für ein kontinuierliches Trading-Up im Hausgerätemarkt. Die Kunden investieren außerdem in Multifunktionalität wie etwa in Wasch-Trockner oder Kochfelder mit integriertem Dunstabzug und in Convenience wie automatischer Dosierungs- oder Selbstreinigungsfunktion.
Stationärer Fachhandel
Laut BVT kaufen die Deutschen ihre Elektrogeräte weiterhin am liebsten in stationären Geschäften. Dort geben sie 70 Prozent ihres Technik-Budgets aus. Aber auch der Onlinekauf verteidigt seine Relevanz. Besonders die stationären Händler steigerten ihre digitalen Umsätze. „Multichannel wird im Handel zum Standard, weil es für die Konsumenten Standard ist. Stationär oder Online ist nicht mehr die Frage, sondern: Wer bietet seinen Kunden die beste Kombination aus Komfort und Preis-Leistung“, betont Willy Fischel. Ein Drittel des Online-Umsatzes geht inzwischen über die Onlineshops der stationären Händler.
„Die hohe Quote der Abholer von Online-Käufen im Geschäft macht klar, dass die Kunden beides wollen: Onlineshop und Präsenz vor Ort. Dabei spielt nicht nur die Bequemlichkeit eine zentrale Rolle, sondern auch die Sicherheit eines persönlichen Ansprechpartners“, sagt der BVT-Geschäftsführer. Der heiße Sommer hat die Frequenz in den Geschäften 2018 ebenfalls wesentlich beeinflusst. „Wer bei Temperaturen weit über 30 Grad in ein Elektro-Geschäft geht, hat einen ganz konkreten Kaufwunsch“, so Willy Fischel.
Sprachsteuerung
Sprachsteuerung kurbelt nicht nur den Geräteabsatz an, sondern verändert langfristig auch das Kaufverhalten der Konsumenten. „In der Bedienung ist die Sprache das natürlichste Interface zwischen Mensch und Maschine überhaupt“, sagt der Verbandsmanager. „Der Einkauf per Sprachbefehl ist der nächste, folgerichtige Schritt. Und das eben nicht nur bei Technik-Freaks, sondern bei jedem, für den Siri, Google-Assistant und Alexa wie selbstverständlich digitale Begleiter des Alltags sind.“
Unter dem Stichwort „Voice Commerce“ beziehungsweise „Voice Shopping“ wird sich allen voran der Technikhandel auf Kompatibilität seines Multichannel-Ansatzes zu Sprachbefehlen einstellen. Eine besondere Herausforderung stellt die „verkürzte Trefferliste“ dar. Galt es bislang bei der Bildschirmsuche über (Preis-) Suchmaschinen und Portale auf die erste Seite der Treffer zu kommen, gibt es bei der Sprachsuche nur noch die Nummer Eins, maximal die Nummer Zwei.
