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Die Trends der imm cologne

10. Februar 2021, 9:16

„Mit Beginn der Pandemie scheint sich die Nachfrage an qualitativ hochwertigen Produkten mit einer hohen Designqualität nochmals gesteigert zu haben“, so Claire Steinbrück, Direktorin der imm cologne. „Diese Entwicklung lässt sich auf allen Einrichtungsmärkten der Welt beobachten und könnte einen Nachfrageboom bei nachhaltig entwickelten und produzierten Einrichtungsgegenständen auslösen.“
 
Natural Luxury
Traditionelles Handwerk, Schlichtheit, hochwertige Materialien, Soft Edge Design – das sind die Signale für einen „reinen“, weil natürlichen Luxus, der sich über die Konzentration auf das Wesentliche und den Verzicht auf Massenkonsum definiert – zugunsten von nachhaltigen Produktkonzepten.
 
Connected Living
Wir sind in die digitale Welt geschlüpft wie in eine zweite Haut — notgedrungen, aber doch nicht ungern. Die neue Vertrautheit dürfte auch Einfl uss auf die Akzeptanz der Idee vom Home haben: Im privaten Zuhause werden Einrichtungsgegenstände jetzt häufiger mit smarten Technologien verknüpft, und das Interior Design passt sich der zunehmenden Vernetzung an. Wir holen uns die Welt ins Haus: ein Top-Trend und ein Wachstumsmarkt. „Vor allem jüngere Generationen sind offen für smarte Wohnformen. Für sie hat Connected Living eine andere Bedeutung als für die Bauherren und Architekten“, so Bernd Sanden, Direktor der LivingKitchen und verantwortlich für das Smart Village der imm cologne. „Die Sicht der so genannten Digital Natives auf Smarte Einrichtung ist stark anwendungsorientiert und nimmt Smart TV, Online-Fitnesskurse und die Verfügbarkeit von digitalen Medien in allen Räumen als Selbstverständlichkeit wahr. Sie sind auch mehrheitlich offen für Sprachassistenten, Wearables und für die Vernetzung von Personen mit ihrem Wohnumfeld, die eine neue Qualität erfahren wird.“
 
Blurring Boundaries
Der immer stärker werdende Wunsch nach entgrenztem Wohnen führt zu realen und stilistischen Überschneidungen von innen und außen, (halb)öffentlich und privat, wohnen und kochen, wohnen und essen, wohnen und arbeiten, wohnen und baden.
 
Multifunctional
Urbanisierung und Wohnraumverteuerung verlangen nach Kleinraum-Lösungen mit multifunktionaler Ausstattung für Singles und Familien: Homeoffice, kleine Möbel, smarte Lösungen mit Connected Living-Features und intelligentes Möbeldesign dank innovativer Beschlagtechnik und moderne Stauraumlösungen sind die Antworten der Möbelindustrie auf die Frage, wie sich auf kleinem Raum ein Maximum an Komfort realisieren lässt. Und mit allen Veränderungen im wohnlichen Umfeld durch die Corona-Pandemie wachsen die Anforderungen an das private Zuhause. Gefragt sind innovative Möbel und Einrichtungsgegenstände, die auf die veränderten Bedürfnisse angepasst, ergänzt und modifiziert werden können.
 
For Seasons
Das Thema Wohnen bewegt. Die Wohnung als Ausdruck der Persönlichkeit zeigt kein starres Bild mehr, sondern wird zu einem kontinuierlichen Prozess. Der Wandel in der Einrichtung orientiert sich aber nicht nur am Trendgeschehen, sondern ganz unmittelbar an der uns umgebenden Natur und dem Rhythmus von Jahreszeiten und kulturellen Fixpunkten.
 
Sharing Spaces
Wohnen wird heute als ganzheitlicher Lebensbereich wahrgenommen, der Rückzugsbedürfnisse genauso wie soziale Aktivitäten, indoor wie outdoor, Entertainment wie Homeworking umfasst. Neue Zukunftsherausforderungen für die Einrichtungsbranche stellen sich aber nicht nur bei der Integration des Homeoffi ce in das traditionelle Wohnumfeld, sondern auch bei der Entwicklung von Modellen für ein „Neues Wohnen“, in denen Lösungen für Phänomene wie die Wohnraumverdichtung, demografische Veränderungen und die wachsende Mobilität gesucht werden.
 
Das Apartment Haus auf der imm cologne 2022
Eigentlich sollte „Das Haus“ in diesem Jahr auf der imm cologne sein 10. Jubiläum feiern. Nun dürfen wir uns jetzt schon darauf freuen, was uns im Jahr 2022 erwartet. Denn „Das Haus“ wird nun ganz im Sinne des Trends der Sharing Spaces zu „Das Apartment Haus“ auf der imm cologne 2022.
„Long and Short Stay Apartments sind ein aktuell spannendes Thema, wenn man sich die Wohntürme in Städten wie New York anschaut – oder auch wie bei dem Projekt in Frankfurt, bei dem ich involviert war –, in denen großzügige Gemeinschaftsräume ein Gegengewicht zu den meist recht kleinen Apartments bilden und dabei ein ganz neues Lebensgefühl fördern“, so Sebastian Herkner über sein Projekt „Das Apartment Haus“ für die internationale Einrichtungsmesse imm cologne, bei dem er zusammen mit den Designern Luca Nichetto, Stefan Diez und Kate Booy vom Studio Truly Truly einen experimentellen Aufbau mehrerer Apartments und Co-Living-Spaces entwirft. „Bei der Gestaltung von Co-Living- und Co-Working-Bereichen gilt es, die Übergänge zwischen Konzentrations- und Kommunikationsräumen so zu gestalten, dass für die unterschiedlichen Bedürfnisse Platz ist: Raum zum Rückzug, zum gemeinsamen Arbeiten, aber auch, um Leute zu treffen und ein Gefühl von Nachbarschaft entstehen zu lassen.“
„Niemand weiß heute, wie breit der Trend zum Space Sharing sich durchsetzen wird. Aber es ist keine Modeerscheinung, sondern eine nachhaltige Entwicklung, denn die Suche nach neuen Wohnstrukturen ist eine Reaktion auf reale veränderte Lebensbedingungen“, ordnet Dick Spierenburg die Bedeutung des Trends ein. “Die Grenzen zwischen Freizeit und Arbeit verwischen zunehmend, und Corona zwingt uns zur Rückkehr in den geschützten Raum unserer Privatwohnung. Wir brauchen langfristig neue Formen, Privatheit und Öffentlichkeit nebeneinander zu leben“, so Dick Spierenburg weiter.

imm-Trendtalk: Claire Steinbrück, Direktorin der imm cologne im Gespräch mit Dick Spierenburg, Creative Director der imm cologne

www.imm-cologne.de

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