Kahla Porzellan: Traditionsmanufaktur schließt Ende 2026
Für das traditionsreiche Unternehmen Kahla Porzellan gibt es keine Rettung mehr. Trotz monatelanger Investorensuche und zuletzt intensiver Verhandlungen mit einem türkischen Interessenten konnte keine Übernahmelösung gefunden werden. Der Geschäftsbetrieb der Kahla Porzellan GmbH wird zum Ende des Jahres 2026 eingestellt. Dies teilte Insolvenzverwalter Rolf Rombach in einer aktuellen Pressemeldung mit. Als Gründe für das Aus nennt er vor allem die hohen Energiekosten und die fehlenden Möglichkeiten, gestiegene Produktionskosten über höhere Verkaufspreise auszugleichen. Allein die monatlichen Gaskosten lagen zuletzt bei 150.000 bis 180.000 Euro. Diese Belastung könne das Unternehmen nicht dauerhaft tragen.
Rolf Rombach zufolge seien alle realistischen Möglichkeiten zur Rettung geprüft worden. Trotz der Bemühungen sei keine Lösung gefunden worden, die eine Fortführung wirtschaftlich vertretbar mache.
Thüringen unterstützte die Suche nach einem Investor
Wegen der Bedeutung des Unternehmens für den Freistaat waren auch die Thüringer Staatskanzlei und das Wirtschaftsministerium in die Bemühungen eingebunden. Beide Stellen wurden nach Angaben des Insolvenzverwalters regelmäßig über den Stand des Verfahrens informiert und unterstützten die Suche im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Auch Ministerpräsident Mario Voigt schaltete sich persönlich in die Lösungsfindung ein. Dass es dennoch nicht zu einer Übernahme kam, bedauert RA Rombach ausdrücklich. Er dankte dem Land für die konstruktive Begleitung der Gespräche.
Geordneter Abschluss bis Ende des Jahres
Bis zur endgültigen Einstellung soll der laufende Betrieb schrittweise beendet werden. Soweit möglich, will das Unternehmen noch bestehende Aufträge abarbeiten. Die kommenden Wochen stehen damit im Zeichen einer geordneten Abwicklung. Für RA Rombach ist dies angesichts der langen Geschichte und regionalen Bedeutung des Unternehmens von besonderer Bedeutung. Besonders würdigte Rombach die Belegschaft, die den Betrieb während des Insolvenzverfahrens zuverlässig aufrechterhalten habe. Die Loyalität der Beschäftigten wäre aus seiner Sicht auch für einen möglichen Käufer ein wichtiger Faktor gewesen. „Wenn eine Betriebsschließung unvermeidbar ist, dann muss sie bei einem solchen Traditionsunternehmen in Würde erfolgen“, so der Insolvenzverwalter abschließend. „Dazu sind alle Beteiligten bereit, insbesondere die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihnen gilt mein besonderer Dank. Dieses Verfahren und die Menschen in diesem Verfahren haben mich persönlich bewegt.“
Mit dem Aus für Kahla Porzellan endet die Geschichte eines Unternehmens, dessen Marke seit Jahrzehnten mit hochwertigem Porzellan, funktionalem Design und industrieller Fertigung in Thüringen verbunden ist.

