EHI: Bonpflicht bedeutet Menge Holz
„In vielen Geschäften erwartet die Kundschaft heute keinen Kassenbon. Während der Handel über die Reduzierung von Papierbons nachdenkt, sorgt die Politik nun für noch mehr Müll“, kritisiert Michael Gerling, Geschäftsführer des EHI Retail Institute in Köln. Mit dem Kassengesetz, das die lückenlose elektronische Dokumentation der Kassendaten fordert, will die Bundesregierung Kassendatenmanipulationen verhindern.
Von Einzelhandelsunternehmen verlangt die neue Regelung nun außerdem, dass jeder Kundin und jedem Kunden nach Abschluss eines Kaufprozesses ein Kassenzettel ausgehändigt wird. Darüber hinaus müssen die Kassenzettel zusätzliche Informationen zu Technischen Sicherheitseinrichtungen (TSE) und einen QR-Code enthalten. Diese Informationen – mit denen die Kundschaft normalerweise gar nichts anfangen kann – verlängern jeden Bon um durchschnittlich zwölf Zentimeter. Bei knapp 20 Milliarden Transaktionen* im deutschen Handel bedeutet das pro Jahr 2,375 Millionen Kilometer beziehungsweise 5,7 Millionen Kilogramm zusätzliches Kassenpapier.
Zur Herstellung des Papiers werden etwa 12,54 Mio. Kilogramm Holz verbraucht. Das entspricht pro Jahr rund 8.500 Fichtenbäumen mit einer Höhe von 25 Metern und einem Durchmesser von 0,4 Metern. Oder einem gefällten Baum pro Stunde. Es gibt im Handel zwar teilweise die Möglichkeit, den Kassenbon digital zu erhalten – zum Beispiel im Rahmen einer Händler-App – das Angebot wird aber zurzeit nur wenig genutzt, resümiert das EHI.
