Deutsche Gewohnheiten bei Kaffee und Tee
Die Marktforscher von You Gov erinnern daran, dass vor 18 Jahren die erste Kaffeepad-Maschine Senseo vorgestellt wurde: „Das schnelle und einfache Zubereiten einer einzigen Tasse Kaffeetasse war für die Kaffeebranche eine kleine Revolution.“ Beflügelt von dem Erfolg der neuartigen Kaffeekapsel-Maschine brachten auch andere Hersteller ähnliche Produkte auf den Markt.
Seit einigen Jahren aber ist laut Yo Gov die große Innovationswelle vorbei und es hat sich eine Konstanz im Kaffeemarkt eingestellt: „Es scheint so, als hätten die Deutschen ihr Kaffee-System und den dazugehörigen Kaffee gefunden – und dabei bleiben sie.“
Beliebte Kaffeemarken
Das ist ein Fazit aus der Datenanalyse des YouGov BrandIndex, der seit dem Jahr 2016 auch die Image-Werte und Kundenzahlen vieler in Deutschland erhältlicher Kaffee- und Tee-Marken aufführt. Über einen längeren Zeitraum betrachtet kaufen die meisten Deutschen ihren Kaffee von Jacobs und Tchibo, gefolgt von Dallmayr und Melitta. Zurzeit führt das Index-Ranking Tchibo an, gefolgt von Dallmayr, Jacobs und Lavazza.
Die Daten decken sich mit jenen, die mit dem Zielgruppen-Analysetool YouGov Profiles erhoben werden: Demnach geben über 75 Prozent der täglichen Kaffeetrinker an, ihren Kaffee zuhause vorwiegend mit einer Methode zuzubereiten, für die (loses) Kaffeepulver oder Kaffeebohnen benötigt werden.
Treue Pad-/Kapsel-Kunden
Pads und Kapseln werden von etwas über 20 Prozent der täglichen Kaffeetrinker verwendet. Ähnlich viele Verbraucher kaufen die entsprechenden Pads und Kapseln der Marken, die im BrandIndex analysiert werden. Acht Prozent aller Deutschen haben kürzlich Kaffee oder auch die Maschine, von Senseo gekauft. Im Ranking reihen sich dahinter Tassimo, Nespresso und Cafissimo ein. Auch hier zeige sich eine erstaunliche Konstanz, wenngleich das Interesse an Senseo-Produkten vor allem bei den 30-Jährigen kontinuierlich steige, so die Kölner Marktforscher.
Tee Tee ist die Regel
Was bei Kaffee das Pad ist, ist beim Tee der Teebeutel. Allerdings wird hier in der Regel nur eine Tasse mit einem Teebeutel zubereitet: 34 Prozent der Teetrinker machen das so. Dazu kommen 27 Prozent der Befragten, die Tee in einer Kanne mithilfe von Beuteln zubereiten, sodass rund 60 Prozent der Teetrinker zur Teebeutel-Fraktion gehören. Dagegen gießen nur 30 Prozent ihr Heißgetränk mit losem Tee auf.
Schwarzer Tee wird hierzulande mit großem Abstand am häufigsten getrunken. Gefragt sind auch Früchte, Pfefferminz- grüner und Kräuter-Tee. Dabei sind die Marken Meßmer, Teekanne, Goldmännchen, TeeGschwendner und Bünting Tee durchgehend beliebt und nachgerfragt. Im Unterschied zu Kaffee ist das Teegeschäft aber viel stärker von der Jahreszeit abhängig: Im Winter kaufen bis zu 50 Prozent mehr Menschen ein Teeprodukt.
„Die Daten zeigen: Wer als Neuling im Kaffee- und Teemarkt erfolgreich sein will, muss sich schon etwas Besonderes einfallen lassen. Eine Neuerfindung wie damals die Senseo könnte funktionieren. Ansonsten sind die Kaffee- und Teetrinker einfach unverändert zufrieden mit ihren Getränken“, heißt es im Resümee von You Gov Deutschland und Kooperationspartner Wirtschaftswoche.
