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Deutscher Onlinehandel wächst wohl ordentlich

13. September 2019, 11:42

Warengruppen

Auf Platz Nummer eins der beliebten Warengruppen steht immer noch Kleidung (gekauft von 61 Prozent der Befragten), gefolgt von Hardcopy-Medien wie Büchern, CDs und Videospielen (34 Prozent) sowie Parfüms, Kosmetik- und Pflegeartikel (32%). Wie auch im Vorjahr kauften in den vergangenen 12 Monaten 92 Prozent der Deutschen im Netz ein. Im Vergleich zu 2017 ist das nur ein Prozent Unterschied (93 Prozent aller Deutschen) – ein Zeichen, dass der Markt bereits eine Art Plateau erreicht hat?

Armando Falcao, europäischer Einzelhandels-Analyst bei Mintel erklärt: „Beim deutschen E-Commerce handelt es sich um einen relativ gesättigten Markt – daher ist es wenig verwunderlich, dass sich der Anteil der Online-Shopper mittlerweile auf einem hohen Niveau eingependelt hat. Die Herausforderung liegt dabei, mehr Kaufanreize und Impulse zu setzen, um die Frequenz der Online-Käufe zu steigern. Deshalb legt beispielsweise Amazon so viel Wert auf Prime, und auch eBay hat mit einem ähnlichen Kundenangebot Maßnahmen ergriffen. Ziel ist es, mit Premium-Mitgliedschaften eine höhere Anzahl von Online-Einkäufen zu erreichen.“

Mobile Commerce

Im Kern vieler Online-Einzelhandelsstrategien stehen heute internetfähige Mobilgeräte, die den Online-Einkauf bequemer gestalten und somit erleichtern sollen. Heute besitzen 86 Prozent der Deutschen ein Smartphone, wobei diese nicht mehr größtenteils nur jüngeren Verbraucher vorbehalten sind. Der Umfrage zufolge nennen inzwischen 78 Prozent der über 55-Jährigen ein Smartphone ihr Eigen.**

„Da die Mehrheit der deutschen Verbraucher heute ein Smartphone besitzt, gewinnt auch der Mobile Commerce in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Obgleich jüngere Käufer eher über ihr Smartphone einkaufen – die Zielgruppe der Smartphone-Besitzer über 55 Jahren hat Potenzial nachzuziehen. Zudem bieten mobile Handelsstrategien Multi-Channel-Händlern eine bessere Möglichkeit, ihre Online- mit ihrer Offline-Präsenz miteinander zu verbinden, wobei mobile Endgeräte nicht nur dem Online-Einkauf dienlich sind, sondern auch zu einem verbesserten Einkaufserlebnis im physischen Geschäft beitragen können“, erklärt Armando Falcao.

Schnäppchenjagd

Für die meisten Deutschen ist der Preis beim Online-Einkauf entscheidender Entscheidungsfaktor: So sagen 85 Prozent der Verbraucher, dass sie im Netz nach Schnäppchen suchen, während weitere 74 Prozent spezielle Produkte bei verschiedenen Online-Händlern vergleichen.

Im Gegensatz zu anderen Europäern ist den Deutschen der Produktvergleich im physischen Geschäft nicht ganz so wichtig: So schauen sich zwar 39 Prozent der hiesigen Verbraucher ihre Wunschware vorher im Geschäft an, in Spanien sind es allerdings 60 Prozent und in Italien 54 Prozent der Verbraucher.  

„Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern handelt es sich beim deutschen Onlinehandel um einen sehr reifen Markt, weswegen die meisten Verbraucher den Online-Händlern tendenziell vertrauensvoll gegenüberstehen. Vertrauen, Loyalität, Qualität aber auch Sicherheit stehen bei den deutschen Verbrauchern an wichtigster Stelle. Insgesamt neigen Deutsche neuen Unternehmen und Marken gegenüber meist zu Skepsis. In diesem Sinne fällt es ihnen wahrscheinlich einfacher, etablierten Einzelhändlern zu vertrauen.“

Selbstverständlich fällt auch den sozialen Medien bei der Entscheidungsfindung heutzutage eine wichtige Rolle zu, weswegen sie als wichtiger Berührungspunkt in der Consumer Journey kaum noch wegzudenken sind. Während jedoch die Hälfte (50 Prozent) der Spanier, 40 Prozent der Italiener und 31 Prozent der Franzosen in den sozialen Netzwerken nach Inspirationen suchen, tun dies gerade einmal ein Viertel (26 Prozent) der Deutschen. Allerdings steigt dieser Anteil bei Verbrauchern zwischen 20 und 24 Jahren auf 53 Prozent, was bestätigt, dass eher Jüngere auf sozialen Plattformen unterwegs sind. Gleichwohl scheint sich das Online-Verhalten bei höherpreisigen Waren leicht zu verändern: So schauen sich 4 von 10 (40 Prozent) der deutschen Konsumenten auf Social Media nach Schmuck um.***

Über die Studie

Die Untersuchung ist auf Mintels Datenbank weltweiter Produktneueinführungen (GNPD) und Online-Verbraucherumfragen basiert. Mintel GNPD ist die weltweit führende Datenbank für Produktneueinführungen. Das Expertenteam von Mintel GNPD analysiert und kategorisiert neu eingeführte Produkte von A-Z, von Inhaltsstoffen und innovativen Merkmalen über die Vermarktung bis hin zur Verpackung. Für diese Analyse werden pro Monat 33.000 neue Produkte aus den 62 weltgrößten Märkten vor Ort von lokalen Einkäufern beschafft. Für mehr Informationen, klicken Sie bitte hier.

Mintels Verbraucherumfragen basieren auf Stichprobenerhebungen von mindestens 1.000 Verbrauchern (16 Jahre und älter) in Deutschland. Die Umfragen wurden online mithilfe von Lightspeed GMI durchgeführt und die Befragten wurden nach einem Stichprobenverfahren per Zufall ausgewählt. Die Umfragen sind repräsentativ für die Bevölkerung in Bezug auf Alter, Geschlecht und Region. Mehrfachnennungen waren bei den Umfragen möglich.

Anmerkungen

*    Basis: 2.000 deutsche Internetnutzer über 16 Jahren, die in den vergangenen zwölf Monaten Online-Einkäufe getätigt haben

**  Basis: 2.001 deutsche Internetnutzer über 16 Jahren

*** Basis: 1.837 deutsche Internetnutzer über 16 Jahren, die in den vergangenen zwölf Monaten Online-Einkäufe getätigt haben

de.mintel.com/

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