Metro stimmt Real-Deal mit Redos ab
Ziel sei es, im Sommer auf Basis einer ausführlichen Due Diligence zu einem Vertragsabschluss zu kommen, heißt es in der am frühen Abend veröffentlichten Konzernmitteilung der Metro AG.
Exklusivität bis Ende Juli
Das Rahmenkonzept, auf das sich die Parteien verständigt haben, sieht vor, Real als Ganzes an Redos zu veräußern. Die Metro AG will zunächst am operativen Geschäft von Real mit 24,9 Prozent beteiligt bleiben, erhält jedoch eine Put Option, die frühestens nach drei Jahren ausübbar ist. Der aktuelle Verhandlungsstand impliziert rund eine Milliarde Euro Unternehmenswert sowie zirka 0,5 Mrd. Euro Eigenkapitalwert. Die Verbindlichkeiten von Real sollen vom neuen Eigentümer übernommen werden. Es ergibt sich ein vorläufiger Mittelzufluss von ungefähr 0,5 Mrd. Euro für Metro. Der aktuelle Verhandlungsstand führt außerdem zu einer Wertberichtigung in Höhe von 385 Millionen Euro im H1-Abschluss von Metro.
„Im September 2018 haben wir den Verkaufsprozess für Real mit dem Ziel gestartet, Metro vollständig auf den Großhandel auszurichten sowie das SB-Warenhausgeschäft als Ganzes zu veräußern. Diesem Ziel sind wir mit der Exklusivitätsvereinbarung ein Stück näher gekommen“, erklärt der Metro-Vorstandsvorsitzende Olaf Koch. „Mit dem von Redos geführten Konsortium haben wir einen starken und erfahrenen Partner gefunden, der aus unserer Sicht das überzeugendste Konzept für die Neuausrichtung von Real vorgelegt hat. Als Minderheitsgesellschafter sind wir bereit, den weiteren Weg verantwortungsvoll für einen definierten Zeitraum zu begleiten. Damit vollziehen wir die vollständige Fokussierung auf den Großhandel.“
Neuausrichtung geplant
Das Konzept des Käufers basiert sowohl auf umfangreichen Investitionen als auch auf einer Anpassung des Filialnetzes. Die Details der Neuausrichtung werden in der Exklusivitätsphase gemeinsam mit der Geschäftsführung von Real ausgearbeitet. „Wir freuen uns, dass wir Metro mit unserem Konzept überzeugen konnten. Rdos verfügt als unabhängiges Unternehmen über eine umfassende Restrukturierungs- und Immobilienkompetenz im großflächigen Einzelhandel. Wir kennen Real seit vielen Jahren unter anderem auch als Vermieter von Real-Standorten. Unsere Kompetenz wollen wir gemeinsam mit der Real-Geschäftsführung nutzen, um das Filialnetz erfolgreich neu auszurichten. Bei Standortabgaben legen wir großen Wert darauf, dass die Mitarbeiter übernommen werden“, betont Redos-Geschäftsführer Oliver Herrmann.
Die Geschäftsführung von Real erklärt dazu: „Wir begrüßen, dass sich beide Parteien auf den Abschluss einer Exklusivitätsvereinbarung verständigt haben. Wir schätzen Redos als langjährigen und zuverlässigen Geschäftspartner. Wichtig ist, dass der Verkaufsprozess jetzt zügig abgeschlossen wird.“ Der Abschluss der endgültigen Verträge würde unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden stehen. Die Gremien von Metro und dem von Redos geführten Konsortium müssen dem Abschluss ebenfalls zustimmen.

