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Neue Herausforderungen für Handelslogistik

27. April 2019, 8:21

Diesem Manko begegnen die Händler in erster Linie mit übertariflichen Löhnen für Lkw-Fahrer und dem Verzicht auf Mehrtagestouren. Die Digitalisierung hält auch in der Logistik des Handels zunehmend Einzug. So werden Mobile Devices von vielen Händlern vor allem zur Navigation und zur Sendungsverfolgung eingesetzt. Das ergab die aktuelle EHI-Studie „Transport in der Handelslogistik“.

Gegenmaßnahmen

Aufgrund des verhältnismäßig niedrigen Einkommensniveaus sowie der Stressbelastung durch immer engere Zeitfenster gilt der Beruf des Kraftfahrers häufig als unattraktiv. Darüber hinaus werden seit der Abschaffung der Wehrpflicht 2011 viel weniger Lkw-Fahrer ausgebildet. Folge für die Handelslogistik ist ein Mangel an geeigneten Fahrern. Um die Attraktivität einer Anstellung als Lkw-Fahrer in ihrem Unternehmen zu erhöhen, zahlen 76 Prozent der Händler ihren Fahrern übertarifliche Löhne. An zweiter Stelle der Maßnahmen steht für 71 Prozent der Händler die Abschaffung von Mehrtagestouren. Darüber hinaus verzichten 41 Prozent der Befragten auf die Durchführung von Wochenendtouren. Als sonstige Maßnahmen, um Lkw-Fahrer für ihr Unternehmen zu gewinnen, nennen drei Prozent der Händler unter anderem zusätzliche Prämien für Fahrer, die Bereitstellung von Arbeitskleidung und Arbeitsschuhen sowie eine Viertagewoche als Freizeitausgleich für Überstunden.

Navigation per Smartphone

Wie die meisten Bereiche des Handels macht sich auch die Handelslogistik neue Technologien zunutze. So setzt bereits jeder zweite Händler mobile Endgeräte im Transportbereich für die Navigation ein. Allerdings planen nur weitere fünf Prozent den Einsatz. Mobile Devices werden von mehr als der Hälfte (54 Prozent) der Befragten auch für die Sendungsverfolgung (Track & Trace) eingesetzt. Weitere 13 Prozent planen diese Verwendungsmöglichkeit. Für die onlinebasierte Datenerfassung von Transportdokumenten werden mobile Endgeräte erst von 35 Prozent der Befragten genutzt. Allerdings ist der Einsatz bei 17 Prozent geplant. Auch über die Fahrzeuge können Transportdaten digital erfasst werden. Diese Möglichkeit nutzt bereits fast jedes zweite Handelsunternehmen (45 Prozent). Zusätzlich planen zehn Prozent die Einführung dieses Tools in ihrem Fuhrpark. 

Datenbasis der Studie

Für die Studie „Transport in der Handelslogistik“ hat das EHI aus Köln mit Unterstützung der Fachzeitschrift „Die Verkehrsrundschau“ im vergangenen Herbst 32 Handelsunternehmen aus dem Bereich D-A-CH online befragt, davon drei Viertel aus Deutschland und der Rest je zur Hälfte aus der Schweiz und aus Österreich. Der Gesamtumsatz der Teilnehmer aus Deutschland belief sich 2017 auf 41 Milliarden Euro, das entspricht einem Anteil am gesamten deutschen Einzelhandelsumsatz in besagtem Jahr von etwa neun Prozent. Der Vergleichswert für die Teilnehmer aus Österreich beträgt gut 18 Mrd. Euro, was einem Anteil am gesamten dortigen Einzelhandelsumsatz von 26 Prozent entspricht, während der Umsatzanteil der teilnehmenden Händler aus der Schweiz mit 41 Mrd. CHF 45 Prozent des gesamten inländischen Umsatzes erreicht. 

www.verkehrsrundschau.de/ www.ehi.org/de/

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